Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 40 (30.9.1850)
- Date
- 1850-09-30
- Page
- Seite 552 (sequence 4)
- Language
- German
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552 Hof erkannte dem Anträge des Staatsanwaltes gemäß in eonlumaoiam, und demgemäß ohne Zuziehung von Geschwornen, zu verhandeln. Die Anklage wegen Anreizung zum Haß und zur Verachtung der Angehörigen des Staates gegen einander und der versuchten Störung des öffentlichen Friedens gründet sich auf die erwähnten folgenden Artikel in No. 119 und 129 der Neuen Preußischen Zeitung: „Wo sind die Hauptträger der demokratischen Presse, und welches sind die Kreise, aus denen jene Volksvergiftungsanstaltcn sowol äußerlich als innerlich ihre besten Kräfte ziehen? Es sind die Kreise, wo das getaufte und das jüdische Antichristenthum sich die Hände reichen, und cs sind die Juden, welche sich durch die Hoffnung betrügen, die Stellung, welche sie durch Untreue und Abfall verscherzt, durch Hochverrath und Gotteslästerung wieder ertrotzen zu können. Nicht die frommen rechtgläubigen Juden, deren Zahl noch immer größer ist als derklcinmüthigeZweifel meint, und die „wir lieben um eines Juden willen", nicht die Juden, welche „weinen, wenn sie an Zion gedenken" und Sehnsucht tragen nach einem bessern Vaterland: nein die Juden, welche umherirren ohne König und ohne Altar, ohne Vaterland, ohne Treue und Liebe, welche keinen andern Gott kennen als das goldene Kalb, und kein anderes Gefühl als die Rachsucht. Man prüfe und ergründe die Quellen, aus denen der demokratischen Presse die Mittel zufließen, man zähle die Männer, welche nicht blos heute, sondern schon seit Jahren einen boshaften und erbitterten Vernichtungskampf führen gegen Alles was Christ oder Christenlhum heißt, und man wird uns nicht der Uebertreibung bezüchtigen, wenn wir behaupten, daß die Leiter und Beförderer der gottlosen hochverräthcrischcn Presse mindestens zu zwei Dritteln aus den Reihen des jüdischen Volkes hervorgcgangcn sind: ein Zahlcnverhältniß, welches die christlichen Völker zur gerechten Nothwehr treiben könnte. So war es, so ist cs, und so wird cs auch bleiben, bis das gerechte Gericht Gottes den Verrath und die Undankbarkeit des abgcfallcncn Theils des jüdischen Volks durch eine Verfolgung tilgen wird, dergleichen die Welt noch nimmer erlebt und die dann unzweifelhaft auch die Unschuldigen mit ergreifen wird. Es ist dies kein Phantasiestück, die Furchtsamen zu schrecken, es ist eine wohlgemeinte Warnung, der cs leider nicht mehr an blutigen Belägen fehlt, und wer nicht blind ist für die Zeichen der Zeit, der wird es leicht begreifen, daß es nur eines Fingerzeiges bedarf, um den Haß und die Rache des Proletariats oder des „eigentlichen" Volkes gegen diejenigen zu lenken, welche die Neigung zur Selbsthilfe gehegt und gepflegt, und von jeher in den Traditionen der christlichen Völker bald mit Recht bald mit Unrecht als diejenigen gegolten haben, welche sich füllen mit dem Schweiß und den Thränen der bedürftigen Christen." „ff Die Constitut. Zeitung, ursprünglich das Organ des Herrn Hansemann, und von diesem, wie es scheint, mit mehreren Anderen in die Hände seiner jüdischen Agenten übergegangen, fährt fort, die rothe Demokratie durch ihre jüdischen Helfershelfer verthcidigen zu lassen, zwar mit mehr Eifer als Geschick, doch mit unverkennbarer Selbstbefriedigung. Wir nehmen Akt von dieser Thätigkeit; wir wissen es zu würdigen, wenn ein furchtsamer Jude bewaffnete Empörung und wenn ein reicher wohlgenährter Jude Kommunismus und Sozialismus predigt. Wir wissen aber auch, was das „eigentliche" Volk unter Judenemanzipation versteht, wir wissen, gegen wen der Haß der Handwerker und Arbeiter hauptsächlich und mit Recht gerichtet ist, und wir werden ferner keinen Anstand nehmen, dieser Erkenntniß „ohne Sentimentalität" Folge zu geben." Der Staatsanwalt findet die Anklage nach §. 17 des Gesetzes vom 30. Juni 1849 vollständig gerechtfertigt und setzt in einem längern Plädoyer auseinander, wie dieser Artikel nur darauf gerichtet gewesen, den Haß und die Verachtung der unteren Volksklasse und des Proletariats gegen die Juden zu erregen und sie einer Judenverfolgung auf eigne Hand Preis zu geben, da cs in dem Artikel ausgesprochen, daß es nur eines Fingerzeiges bedürfen wird, um durch das Strafgericht Gottes die Vertilgung der Juden zu veranlassen. Sei auch später in den Artikeln erklärt worden, daß man damit nicht die sogenannten rechtgläubigen Juden meine, so werde auf der andern Seite | ausgesprochen, daß auch die Unschuldigen dem heri verbrechenden Strafgericht verfallen sein werden und der Verfasser habe es somit deutlich gefühlt, daß eine solche Anreizung eine allgemeine Judenverfolgung von dem Proletariat nach sich ziehen könne. Uebrigens sei es gleichgiltig, ob die Anreizung gegen die gesammten Juden oder nur gegen einen Theil gerichtet gewesen, da alle Juden Angehörige des Staates seien