Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 38 (16.9.1850)
- Date
- 1850-09-16
- Page
- Seite 531 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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531 während jetzt Friede zwischen Kirche und Synagoge herrscht; der Friede der Gemeinde selbst wird gebrochen. Man kann die warme und kräftige Aussprache des Dr. Mcisel nur mit Dank entgegennehmen. Nichts thut der Synagoge mehr Noth, als Selbstständigkeit, Gefühl und Bewußtsein der Selbstständigkeit. Daß die Frage hiermit noch nicht erschöpfend gelöst ist, wird wol bald Gelegenheit zu zeigen sein. ^Magdeburg, 3. September. Deutscher Volkskatender und Jahrbuch. Insbesondere zum Gebrauch für Israeliten auf das Schaltjahr 5611 (1851). Mit literarischen Beitragen. Herausgegeben von M. Breslauer. Erster Jahrgang. «amn. Breslau. 1) das naiöb mb p'feb Nfmn. 2) Der deutsche Kalender für das Jahr 1851. 3) Jahrbuch, a) Ein Neujahrsgedicht von S. Meyer„ein Vermachtniß". b) ein wacker gearbeiteter Rückblick auf das Jahr 5610 von S.Oelsner. e) Proben jüdischer Bertheidigung gegen christliche Angriffe im Mittelalter. Von Geiger. Es ist die bedeutendste Piüce des Ganzen und höchst interessant; wird fortgesetzt, d) Eine Besprechung der Tragödie „Hecodes und Mariamne" von Friedrich Hebbel, durch vr. Honig manu, geschmackvoll und durch Mittheilung von Szenen aus der Tragödie sehr ansprechend, e) Ueber den jüdischen Ursprung der christlichen Ethik. Von B. Friedmann. Der schon vielfach behandelte Gegenstand wird gründlich erörtert, wird fortgesetzt, f) Unbedeutende Gedankenspane „ins Stammbuch" von Zunz. g) Rabbibilder „Das Jenseits", etwas breit, doch recht gehaltvoll. Hierzu kommen noch einige Kleinigkeiten, und ein Abdruck der preußischen Verfassungsurkunde. Möge das Jahrbuch noch viele Nachfolger erleben. ^Magdeburg, im September. Schulschriften. (Fortsetzung.) — Leitfaden für den Unterricht in der israelitischen Religion. Von Dr. E. B. Eahn, Rabbinatsverweser. Mainz, 1850. 96 S. Es giebt Lehcgegenstande, in denen, was die Fixirung durch die Schrift betrifft, immerfort versucht wird, ohne daß ein, wenigstens eine Zeit lang herrschendes Lehrbuch hervorgebracht wird. Es liegt dies theils in den vielfachen Ansprüchen, die an ein solches Werk gestellt werden müssen, also in der ungemein schwierigen Aufgabe, rheils in der Entwickelung des Bedürfnisses und der Ansichten. Seitdem die Jo hlson'schen und Peter Beec'schen Lehrbücher ihre allgemeine Geltung verloren haben, ist eine Fluth von Katechismen, Leitfaden, Lehrbüchern der israelitischen Religion «»schienen, ohne daß unter ihnen wesentlich herrschende und allgemein angewandte aufkamcn. Wir (heilen dneses Gebiet im Speziellen in drei ein: 1) in solche, die strikt den Schülern in die Hände gegeben werden sollen — Katechismen, 2) die den Lehrern selbst beim Untemkchte dienen sollen — Lehrbücher, 3) die in der Mi.tte stehen und Beides zu vereinigen suchen — Leitfaden. Was die erste ren betrifft, so hat wol deren Reigen der von uns herausgegebene begonnen, an den sich einige aitdere schlossen. Ganz brach liegt aber die höchst nothwemdige zw eite Gattung. Nun sind aber die Katechismen;u.meist so lange noch unfruchtbar, wie es an einem auf sie bezüglichen Lehrbuch für die Lehrer fehlt. Nichts iratürlicher daher, als daß die dritte Gattung, die in der Mitte stehenken Leitfäden, die für Schüler und Lehrer bestimmt sind, am Meisten floriren, und wir haben allerdiirzs unter ihnen Arbeiten, die viel, sehr viel Gutes enthalten, wie der alte Johlson, Kley, Herxheimec u. A. Aber es liegt in der Natur derselben von vorn herein ein Widerspruch, den sie mehr oder weniger zu überwinden richt vermögen. Sie enthalten zu viel für den Schüler und zu wenig für den Lehrer; sie sind an Sprache und Gedanke zu schwer für das Kind und zu leicht für den Lehrer; zu abstrakt für das Kind, sind sie zu wenig streng logisch und systematisch für den Lehrer. Würden wir ein tüchtiges, umfassendes Lehrbuch für die Lehrer zugleich mit einem brauchbaren, vollständig angemessenen Katechismus für die Kinder erhalten — dann mit einem Male Adieu mit der dritten gemischten Gattung. Bis dahin soll uns jeder Versuch, der uns weiter fördert, willkommen sein. Als einen solchen haben wir die vorliegende Scl-nft anzuerkennen. Wir lieben es nicht, bei Anzeigen in die Details einzugehen, deren wir allerdings viele aus die-ser Schrift anzuführen hatten, gestehen aber gern, das sie brauchbar, nutzbar ist. Besonders ist dies d»rch die Menge der angeführten Bibelstellen der Fall, deren daher der Lehrer eine gute Auswahl hat. Ein tüchtiger Lehrer wird aus dem Buche sehr viel Segensreiches machen können. — Religionslehren für die Mittelklasse der israelitischen Volksschule vonH. Kleim enhagea, Religionslehrer. Rostock, 1849. 45 S. Nach der obigen Aufstellung haben wir dieses Büchlein der ersten 2lrt zuzurechnen; es ist Katechismus, wenn auch nicht in Fcageform. Bestimmt ist es für die Mittelklasse, d. h., wie die Vorrede erklärt, für „Kinder, die erst am Ziele der Bildung des Anschauungs-