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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-09-09 · Heft 37 (9.9.1850) · p. Seite 515

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 37 (9.9.1850)
Date
1850-09-09
Page
Seite 515 (sequence 7)
Language
German
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515 meinden, wie der Einsender meint, kann ja ohnedies nicht die Rede sein, maßen ein Vergeben einen Besitz voraussetzt. Mit diesem Allen soll aber den begutachtenden Rabbinern nicht entfernt zu nahe getreten sein. Nur dem kritischen Einsender und wer sich für seine Ausstellungen etwa interessirt hat, sollen diese Zeilen das „Auffallende und Auffallendste" benehmen. Ihm selbst jedoch wünschen wir, er möge sich dadurch nicht mehr ärgern, als wir uns durch die ausschließliche Zutheilung obgedachter Fragen an Rabbiner „geärgert" haben. Wir ärgern uns nicht sogleich über jede Kleinigkeit, daß uns deshalb Gesundheit und häuslicher Friede gestört werden. An Vorkommnissen habe ich für diesmal nur beziehungsweise minder Wichtiges zu melden. Die nahe kleine Gemeinde Windsbach bietet dermalen Alles auf sich ein schönes Gotteshaus herzustellen, zu welchem die k. Regierung das Bauholz zu einem ermäßigten Preis und das Staatsministerium auf erhobene Bitte die Hälfte des Ankaufspreises gänzlich erlassen hat. Je seltner derlei Erscheinungen bei uns sind, desto mehr verdient Erwähnung, daß der Kaufmann Herr L. W. Schwabacher aus Frankfurt a. M., welcher öfters in Hopfengcschäftcn nach Windsbach kommt, einen sehr schönen win^p-Becher mit passender Inschrift in die neue Synagoge gestiftet hat.—Herrn I. Kohns allerhöchste Bestätigung als Bürger in Nürnberg ist eingetroffen. Daselbst besteht bereits auch ein jüdischer Gasthof. — Von Hechts biblische Geschichte ist die zweite Auflage erschienen, gewiß ein Zeichen großer Brauchbarkeit bei einer jüdischen Schrift von einem jüdischen Verfasser. — Bei dem Schwurgerichte in Ansbach fungirt öfters der Advokat Herr Dr. Berlin daselbst und jedesmal sind die Zeitungen des Lobes voll ob der Gediegenheit und Gemächlichkeit seines Plaidoyers. — In das Seminar zu Schwabach ist dieses Jahr ein Israelit ausgenommen und dadurch doch etwas Nachwuchs an Lehrern in unscrm Kreise vorhanden. In Würzburg werden deren alljährlich 6 ausgenommen. Ich kann mir diesen Zudrang nur dadurch erklären, daß in Unterfranken die deutsch-israelitischen Schulstellen durch die Regierung besetzt werden. Mittlerweile rekrutiren sich die anderen Kreise auch aus Unterfranken. Es erübrigt mir nun nur noch gegen meinen vieljährigen Brauch diesmal aus erklärlicher Ursache meinen Namen unter diesen Bericht zu sitzen. Lehrer Krämer in Altenmuhr. München, 21. August. Die Hauptaufgabe des nächsten Landtages wird indessen die Reo-ision der Verfassung und die Berathung der neuen Zivilprozeßordnung und eines neuen Zivilgesetzbuches fein, und sonach dieser Landtag eine sehr wichtige und umfassende Aufgabe haben. Was die Verfaffungsnvision betrifft, so sind die diesfallsigen sehr umfassenden Arbeiten bis auf das Religionsedikt vom Ministenathe erledigt, und es gelangen dieselben nun zur Bigutachtung an den Staatsralh; in Betreff des Relizionsedikts sind aber vorerst die Gutachten der geistlichen Behörden abverlangt worden. Die Bischöfe Bairrns wollen zu diesem Zwecke demnächst eine Versamnilung in Freising halten; das protestantische Oberk« asistorium hat seinerseits das Gutachten der Konsistorien abverlangt, und auch die hervorragendsten Rabbiner waren auf Veranlassung des Ministeriums vor Kurzem in Bamberg versammelt. Stuttgart, 23. August. (Primtmitth.) Unserm seit dem Mai d. I. von Berlin nieder zurückgekehrten Mitgliede der k. israel. Oberkirchenbehörde, Kollcgialassessor Dr. Weil, wurde vo» Sr. königl. Maj. unterm 20. d. M. der Titel und Rang eines Regierungsraths bewilligt. Ist durch diesen Gnadenakt das Verdienst eines Mannes, der auch außer den engeren E lenzen Württembergs rühmlich bekannt ist, höchsten Orts gewürdigt worden, so gereicht auch der k. ij»ael. Oberkirchenbehörde diese hohe Rangauszeichnung, womit ihr ältestes weltliches Mitglied geschmückt ivurde, gewiß zur hohen Ehre und liefert dadurch faktisch den Beweis, daß unsere hohe Staatsregierung den 19. Januar des Jahres 1849 — von welchem Tage an die Israeliten Württembergs den übrigen Bewohnern des Landes gleichgestellt wurden — respektirt. Ehre einer Regierung, die in solch liberaler Weise das Werk der Gleichstellung aller Konfessionen durchführt; aber auch Ehre einem Manne, Ux durch sein rastloses Streben für die bürgerliche Glei chstellung auf eine so ruhmvolle Weise ausgezeichnet w-orden ist! Auch dem theologischen Mitglied der israelitischen Oberkirchenbehörde, Kirchenrath Dr. Maier, haben Se.

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