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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-09-09 · Heft 37 (9.9.1850) · p. Seite 514

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 37 (9.9.1850)
Date
1850-09-09
Page
Seite 514 (sequence 6)
Language
German
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514 außen her nimmt. Was dem Geiste geboten wird, was gewissermaßen in ihn hineinfallt, er verarbeitetes weiter; wie und wie weit, das ist nun natürlich überhaupt und selbst bei jedem einzelnen Gegenstände verschieden. Aber so, wie es ihm gegeben worden, laßt der Geist Nichts. D. Und was wäre nun die bewußte Selbsteinwirkung? A. Die, welche wir mit Absicht unternehmen. Wenn ich z. B. irgend eine Leidenschaft an mir wahrgenommen, und sie zu überwinden mir vorsetze, wenn ich einem Gegenstände mit Absicht meine Aufmerksamkeit zuwende, wenn ich über einen Gedanken weiter nachzudenken mir vornehme — so ist dies Alles bewußte Selbsternwirkung des Geistes auf sich selbst. D. Können wir nun ein Maß für die Einwirkung von außen, d. h. des Beispiels und der Verhältnisse, der Selbsteinwirkung gegenüber, oder umgekehrt finden? A Ich glaube schwerlich, weit alles dies etwas Unmeßbares ist; wir können nicht wissen, wie weit Etwas auf uns einwirkt; wir können nicht wissen, was Alles auf uns eingewirkt. D. Richtig; doch ungefähr und im Allgemeinen vermögen wir es dennoch. Versuchen wir es. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Aus Mittelfranken, im August. (Privatmitth.) Meine Mittheilungen in No. 31 d. Bl. haben einige Anfechtungen erlitten, denen ich in Nachstehendem begegnen will. Herrn Distriktsrabbiner Dr. Feuchtwang diene auf seine Berichtigung in No. 33 zur Erwiderung, daß mir die fragliche Nachricht von einem sehr orthodoxen, glaubwürdigen Manne mit aller Bestimmtheit mitgetheilt wurde, den ich ihm auf briefliches Verlangen zu nennen bereit bin. Wenn nun Herr Dr. Feuchtwang dagegen versichert, die Rabbinerzusammenkunft in Kleinerdlingen habe einen andern und zwar nur den Zweck gehabt, sich darüber zu besprechen, ob die Klagen über unverhältnißmäßige Vertheilung der nach Palästina fließenden Gelder begründet seien oder nicht, so messen wir seinen Worten vollen Glauben bei. Nur der Wunsch möchte gerechtfertigt erscheinen, die Herren hätten seiner Zeit über den für das jüdische Publikum so hochwichtigen Gegenstand ihrer Beratung so wie über die Ursache ihrer Zusammenkunft Etwas in die Oeffentlichkeit gelangen lassen. Unter demselben Datum (1. August) hat aber auch ein Anonymus in No. 34 ein „Eingesandt" vom Stoppel gelassen und meinen gedachten Bericht auf eine hämische Weise angegriffen. Er will ihn nicht bekritteln und bekrittelt ihn doch und zwar gerade im Unwesentlichsten und so nichtssagend — angeblich um meine Quelle zu verdächtigen — daß er dadurch verräth, er wisse von der ganzen Sache weiter Nichts, als was er diesen Blättern entnommen. Dem sei nun gesagt: Das k. Staatsministerium hat in seinem desfallsi'gen Erlaß nur jene fünf von uns bezeichneten Rabbinen genannt, welchen die 28 Fragen zur Begutachtung hinauszugeben seien. Herrn Rabbiner Guggenheimer zu Kriegshaber wurden sie erst auf seine bei der k. Regierung von Schwaben gestellte Bitte und auf deshalb erfolgte Anfrage derselben bei dem k. Staatsministerium mitgethcilt, und für die Pfalz hat die allerhöchste Stelle keinen Rabbiner ernannt, sondern die Zutheilung der dortigen Regierung überlassen. So ist's, und nicht anders. Das hohe Verdienst, auch die anderen in Bamberg anwesend gewesenen Rabbiner mit Namen zu nennen, wollen wir dem Herrn Einsender überlassen. Für ein gutes Wort liefern wir ihm das Material dazu. Mittheilung der 28 Fragen und ihrer Antworten aber verbietet uns die Diskretion. Sollten sie aber, wie dies bei den Konnexionen der Redaktion zu erwarten steht, zum Abdruck in diesen Blättern oder sonst zu öffentlichen Kunde gelangen, so wird sich jedermänniglich nicht nur überzeugen, daß die Kreisverhandlungen im Jahre 1836 reichliches Material dazu liefern konnten — von allen wurde es ja nicht behauptet — sondern vornehmlich auch, daß Solche in die Kultus-, Schul- und Gemeinde-, ja in die Familienverhältnisse tief eingreifende Fragen, deren Beantwortung Verfassungsgesetzen zu Grunde gelegt werden soll, bei aller Hochachtung vor den begutachtenden Rabbinern vom Standpunkte eines Rabbiners andere Beantwortungen finden können, als von dem eines sogenannten Laien und daß der eine kolossale Unbekanntschaft mit Personen und Sachen verräth, welcher behauptet, cs sei kein anderer Weg zu ihrer Beantwortung zu gelangen vorhanden gewesen, als der eingeschlagene. Von einem Vergeben der Rechte der Ge-

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