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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-08-19 · Heft 34 (19.8.1850) · p. Seite 477

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 34 (19.8.1850)
Date
1850-08-19
Page
Seite 477 (sequence 13)
Language
German
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477 rabbine von Damaskus aufgefordert, die leitenden Mitglieder seiner Gemeinde einzuladen, nun, in Gemeinschaft mit ihnen, einen Mann von Talent und Rechtschaffenheit zu wählen, und denselben zu beauftragen, bei der morgen stattzusindcnden Rathsversammlung zu erscheinen, um als Mitglied derselben bestätigt zu werden, wobei er das Zeugniß, daß er vom Oberrabbinen und den leitenden Mitgliedern der Gemeinde gewählt worden, vorzuweisen hat. — In Gemäßheit dessen wird Ihnen hiermit kund gethan, daß Sie zu obiger Wahl sofort zu schreiten und die etwa gewählt werdende Person davon zu unterrichten haben, bei der morgen stattzuhabenden Versammlung zu erscheinen. — 7. Rajiab 1266. (gez.) Osman Bey, Präsident des Munizipalrathes." Literarische Nachrichten. Magdeburg, 21. Juli. (Biblisch -talmudische Medizin, von R. I. Wunderbar. Fortsetzung) Der Prophet Elischa mag das erwähnte „Sepher Rephuot" vielleicht mehr als alle seine Vorgänger vortheilhaft zu benutzen gewußt und durch den Beistand Gottes sehr glückliche Kuren nicht nur an Anderen, sondern, wie es uns die Tradition berichtet, auch an sich selbst ausgeübt haben. Im Talmud (Tr. Baba-mezia 86 und Tr. Sanbedrin 167) heißt es: „Bis auf Elischa konnte kein (Gefährlich-) Erkrankter von seiner Krankheit genesen, bis er (Elischa) gekommen und durch göttlichen Beistand Genesung brachte." sunb« an« ,fiön&n rtnn irpft ab w" rbn na nbn »urb»1! tai£*wu) ,ttDnao TDttn ■»sm „«rp'in« ''bin nbrn bbsra ,12 m»* Der Grund liegt aber offenbar darin, weil bis auf Elischa Niemand die Heilkunde so gut als er auszuüben verstanden habe. Das Erflehen der göttlichen Gnade ward insofern von ihm geführt, daß der Allmächtige diese seine medizinische Praxis durch guten Erfolg segnen möchte. Von seinen ausgezeichneten Kuren berichtet die Bibel uns, daß auf ihm überhaupt der Geist seines Meisters Elija zwiefach ruhte (2. B. Könige 2, 9—15.) und daß er unter Anderen sogar einen Scheintodten, den Sohn einer Wittwe zn Zarfat, wieder erweckt und belebt hat. Daß übrigens der Knabe nur scheintodt war, den Elischa wahrscheinlich durch die animalische Warme oder vielleicht gar durch die Wirkung des animalischen Magnetismus/ die schon damals gekannt sein konnte, erkrastiget und durch das Gebet zu Gott in's Lebens zurückberufen hatte, — geht schon aus dem Talmud hervor. In demselben wird nämlich die Frage gestellt: Der Sohn der Sunamiterin hätte er nach dem mosaischen Gesetze als wirklicher Leichnam verunreinigt? und die Antwort tautet: snün n» 872W2 ■’H 'j'W „Ein Todter verunreinigt, aber nicht ein Lebendiger." Daß indessen die Wirkung des Elischa hier von noch größerer Bedeutung, als die des Elija bei dem Sohne der zarphatischen Wittwe gewesen sei, ist aus dem Umstande zu entnehmen, daß hier der Scheintod schon eine ziemliche Zeit gewährt habe, ehe der Prophet gerufen wurde und zur Kur schreiten konnte. Denn während Elija schon gleich bei der Ohnmacht des Kindes im Hause des Kranken anwesend war und also demselben recht schleunige Hilfe leisten konnte, wurde Elischa hier erst vom Berge Karmel zur Hilfe herbeigeholt, wobei doch norhwendig eine geraume Zeit verstreichen mußte, während welcher der Knabe ohne ärztliche Hilfe liegen bleiben, deshalb aber auch seine Wiedergenesung schwieriger zu bewerkstelligen sein mußte. Abgesehen davon, daß dieser Zufall vielleicht entweder in Folge des im Oriente so häufig als lebensgefährlich vorkommenden Sonnenstichs, oder gar in Folge eines Schlaganfalles (vergl. ibid. V. 19.) ein weit bedenklicherer, als der jenes Kindes der zarphatischen Wittwe gewesen sein mag. Ferner, als man demselben von dem Wasser zu Jericho berichtete, daß es schädliche Bestandtheile enthalte, ließ er sich Salz bringen, das er in die Quelle warf, womit er dieselben unschädlich machte. Als Einer seiner Jünger einst in's Feld ging, um Kräuter zur Speise einzusammeln und aus Unkenntnkß zugleich auch eine schädliche Pflanze — welche nach einigen Fliegenschwamm, der zufällig an einem wilden Weinstocke gewachsen habe, nach Anderen aber wilde Gurken, Oueumis colocynthis, oder Cucumeres agrestes gewesen sein soll — mitgenommen und wo erst beim Genüsse derselben der Jrrthum wahrgenommen werden konnte, verordnet ec, Mehl in den Topf zu schütten, wodurch die Speise sogleich unschädlich gemacht wurde. (2. B. Könige 4, 39—41.) Den syrischen Feldherrn Naeman heilte er vom Aussatze, indem er ihm verordnete, sich im Jordan zu baden. (Ibid. 5, 10.) Endlich stellte er auch dem syrischen Könige Benhadad, der an I einer schweren Krankheit darniederlag, die Prognose, daß

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