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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-08-05 · Heft 32 (5.8.1850) · p. Seite 451

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 32 (5.8.1850)
Date
1850-08-05
Page
Seite 451 (sequence 15)
Language
German
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451 aller Morgenländer; daß sie selbst die der Egypter übertroffen habe; daß er auch die Kenntniß von den Gewachsen, von der mächtigen Zeder an, bis zum geringen Bsop besessen habe, und auch vom Vieh, vom Geflügel, vom Gewürm und von den Fischen zu reden wußte. (1. B. d. Könige 4, 33.) Der Midrasch (den auch Raschi an angef. Bibelstelle zitirt) berichtet uns von Salomo ausdrücklich, daß derselbe von den natürlichen Heilmitteln, sowol aus dem Pflanzenals Thierreiche, genaue Kenntniß besessen, und seine Nahrung stets nur nach medizinisch-diätetischen Grundsätzen zu sich genommen habe. Salomo selbst erwähnt auch bereits der Heilkunde in Spr. Sal. 3, 8., wo er sogar auch einen Heitlrcurk (■npiü) zu erwähnen scheint *); ferner ibid. 6, 15., ibid. 12, 18., ibid. 29, 1.; dann in Weisheit Sal. 16, 12., wo er von einem heilenden Kraute und einem heilenden Pflaster spricht; endlich in Pred. Sal. 3, 3.; und die von ihm im zwölften Kapitel des letztgenannten Buches gegebene Allegorie über die menschliche Hinfälligkeit im Greisenalter, setzt schon einige anatomische und physiologische Kenntnisse voraus. Ja wir wagen nicht viel, wenn wir aus dem 6. Verse desselben Kapitels schließend, wo es heißt: „Ehe sich verkürzt die silberne Schnur, die goldne Quelle versiegt, der Eimer an dem Borne zerbricht und das Rad am Brunnen zerschmettert wird", behaupten wollten, daß schon demselben das in neuerer Zeit entdeckte Nervensystem sowol, als die Blutzirkulation des Herzens bekannt gewesen sei; und könnte man denen, welchen etwa eine solche Vermuthung von vorn herein als eine Ungereimtheit Vorkommen sollte, die Worte Salomo's in demselben Buche zurufen, wo es heißt: ‘pa D72NN nnn «in Vs „Es giebt nichts Neues unter der Sonne!" (Pred. Sal. 1, 9.) Vergl. übrigens auch Raschi zu obiger Stelle, der gleichfalls die silberne Schnur (rjvsn Van) sich auf das Gehirn und Rückenmark beziehen laßt. — Josephus (Ant. Jud. 1. 8. c. 2. p. 419) berichtet auch von Salomo, daß ihm Gott die Kraft verliehen habe, durch gewisse feierliche Beschwörungen, böse Dämonen auszutreiben, die so manche Krankheiten hervorbringcn. Auch bemerkt derselbe daselbst zugleich, wie er Augenzeuge einer Kur gewesen sei, die der fromme Eleasar in Gegenwart des Kaisers Vespasian an einem Besessenen (wahrscheinlich an einem Geisteskranken) durch eine gewisse Wurzel, deren Kenntniß von Salomo herrührend, durch Tradition auf ihn gekommen sei, die er dem Kranken unter feierlichem Hersprechen mehrer Gebete und Sprüche in die Nase gesteckt, bewerkstelligt habe. Auch soll in Armenien und Abessinien sogar bis hierzu sich noch die Tradition von der Salomonischen Medizin erhalten haben, und wird dort dieselbe auch noch in der Praxis benutzt. (Bergt. Kerem Chemed H. S. 41.) Zu vermachen ist, daß Salomo der israelitischen Heilkunde eine nicht geringe Basis dadurch verschafft habe, daß er nämlich alle medizinischen Erfahrungen, welche bis zu seiner Zeit die Empirie des eignen Volkes sowol, als die der ihm benachbarten Völker hervorgerufen hatte, und vorzüglich diejenigen medizinischen Resultate, welche in den Tempeln des Aeskulap, der damals schon zu Sidou von den Phöniziern allgemein verehrt wurde, an den Tag gefördert wurden, sorgfältig gesammelt und in einem von ihm verfaßten Buche niedergelegt habe, welches oft im Talmud unter der Benennung „Sepher Rephuot" (m&o&n nDö) erwähnt wird. (Vergl. Tr. Becachot 49., Erubin 57., sowie auch 8nid. I. p. 681.) Nach Salomo's Tode mag dieses Sepher Rephuot höchst wahrscheinlich durch Ueberlieferung auch auf die Propheten gekommen sein, die ihrerseits dasselbe wiederum bald mehr, bald weniger durch das, was sie in der Heilkunde zu ihrer Zeit erfuhren oder erdachten, bereicherten und ergänzten; wodurch sie auch in vielen Fallen, freilich nicht ohne göttlichen Beistand, untrügliche Prognosen zu stellen, oder auch sehr oft Krankheiten mit gutem Erfolge zu kuriren Ln Stand gesetzt waren. Ein göttlicher Mann, der nach der Tradition der Prophet Edo war, heilte den König Jerobeam von einer plötzlichen Lähmung der Hand. (1. B. Könige 13, 6.) Der Prophet Achijahu stellte dem Sohne desselben, Abija, in einer Krankheit die Prognose, daß er bald sterben werde, was auch wirklich geschah. (Ibid. 14, 12.) — Elija der Tifchbite heilte plötzlich den Sohn einer Wittwe zu Zarphat, nachdem dieser in Folge einer vorangegangenen heftigen Krankheit bereits so sehr entkräftet ward, daß er in eine starke Ohnmacht verfiel*) (1. B. Könige 17, 17.); *) Daß hier wirklich nur eine starke Ohnmacht (Syncope) in Folge der Entkräftung, und nicht einmal wie bei dem Sohne der Sunamiterin ein Scheintod (Asphyxia) stattgefunden haben müsse, geht schon aus den Worten der Bibel hervor; indem es hier nicht wie von dem Sohne der Sunamiterin (2. B. Könige 4, 26. u. 32.) heißt: nwn und ntt N2N1 „der Knabe erstarb" sondern blos mma «V niöa nun pm rVn 'm N72W2 12 „Seine Krankheit wurde so stark, daß ihm der *) Ich leite dieses Wort von Rad. mpo ab.

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