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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-08-05 · Heft 32 (5.8.1850) · p. Seite 443

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 32 (5.8.1850)
Date
1850-08-05
Page
Seite 443 (sequence 7)
Language
German
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443 hat, wie dem „Magyar Hirlap" von dort geschrieben wird, den Vorschlag gemacht, daß den Israeliten verboten werde, in der Hauptstraße des übrigens zerstörten und erst im Wiederaufbau begriffenen Städtchens zu wohnen; daß ihnen vielmehr von der Behörde ein besonderer Stadttheil als Wohnplatz angewiesen werde. Die Berathung über diesen-Vorschlag hat noch nicht stattgefunden. Großbritanieu. London, 23. Juli. In der Nachmittagssitzung des Unterhauses kündigt Lord I. Russell an, daß er wegen des nahen Schlusses der Session und wegen der Menge der noch zu erledigenden Geschäfte die Judenbill (Oath of Abjurations-Bill) in dieser Session nicht wieder verbringen, sie jedoch am Anfang der nächsten Session wieder aufnehmen werde. London, 26. Juli. Unter Vorsitz des Parlamentsmitgliedes I. A. Smith fand gestern Nachmittags in der London Tavern eine Versammlung statt, um in Folge der neulich im Unterhause von Lord I. Russell im Betreff der Judenbill abgegebenen Erklärung darüber zu berathen, was für Schritte zu thun seien, um dem Parlamentsmitgliede für die City von London, Baron Lionel von Rothschild, zu seinem Sitze im Unterhaus« zu verhelfen. Zugegen waren außer Rothschild selbst unter Anderen dieParlamentsmitglieder Lord D. Stuart, M. T. Smith, Mitchell, Lushington, Aglionby, Anstey, Sir R. Hall und die Herren Hankey (Vizegouverneur der Bank von England), Hawes, Crawford u. s. w. Nachdem verschiedene Vorschläge gemacht worden, erschien es endlich der Versammlung am Passendsten, „daß Baron Rothschild sich morgen nach dem Hause der Gemeinen begebe, um seinen Sitz zu beanspruchen" und eine dahin lautende Resolution ward einstimmig angenommen. Zu der heutigen Unterhaussitzung, welche um 12 Uhr beginnt, haben sich mehr als die gewöhnliche Anzahl von Mitgliedern eingefunden, da bekannt ist, daß Baron Rothschild erscheinen wird, um seinen Sitz für die City von London einzunehmen. Auch außerhalb des Hauses haben sich viele Personen versammelt, die begierig sind, das Resultat dieses Versuches zu erfahren. Als die Galerie geöffnet wird, verursacht der Umstand, daß Baron Rothschild nicht im Hause zu erblicken ist, ziemliche Heiterkeit. Sir R. Jnglis überreicht eine Petition aus Buckinghamshire gegen die Zulassung von Juden in das Parlament. Nachdem verschiedene andere Petitionen, darunter zwei aus Dover und Guildford ähnlichen Inhaltes, überreicht worden sind, erscheint Baron Rothschid an der Barre desHauses, nähert sich, begleitet von John Abel Smith und P. Wood, dem Tische und verlangt, auf das alte Testament beeidigt zu werden. Dem widersetzt sich Sir R. Jnglis, worauf Rothschild sich zurückzieht und sich in der Galerie der Peers niedersetzt. Sir R. Jnglis sagt: So lange das Haus eine christliche gesetzgebende Versammlung gewesen, habe nie irgend Jemand verlangt, den Eid auf das alte Testament zu leisten. Er fühle sich verpflichtet, sich der Beeidigung des Barons Rothschild zu widersetzen, wofern derselbe nicht den Eid ebensowol auf das alte wie auf das neue Testament leisten wolle. Der ehrenwerthe Herr erscheine hier vor der Versammlung, um Gesetze sowol für die Kirche wie über andere Gegenstände zu geben. Er (Jnglis) fühle sich gebunden, die Grundsätze zu vertheidigen, welche dem Herzen und dem Geiste der großen Mehrheit des Hauses theuer seien. Das Haus solle fortfahren, eine christliche gesetzgebende Versammlung für ein christliches Volk zu sein, und er stelle daher den Antrag, daß Niemand gestattet sein solle, sich dem Tische zu nähern, der nicht auch bereit dazu sei, einen christlichen Eid abzulegen. Hume bemerkt, der ehrenwnthe Baronet möge in seinem Anträge bedenken, daß der Baron in gehöriger Weise von den Bürgern Londons erwählt worden sei. Der Generalanwalt sagt, das Haus habe in diesem Falle ein richterliches Amt zu versehen und müsse daher jedes Parteigefühl fern halten. Er schlage daher dasselbe Verfahren vor, welches man bei der Wahl O'Connells für Cläre beobachtet habe, nämlich den Baron vor der Barre des Hauses zu vernehmen, in eigener Person, oder in der Person seines Vertheidigers und seiner Agenten, wie Solches auf den Rath Sir R. Peels in dem Falle O'Connells geschehen sei. Es scheine ihm demnach passend, wenn man Baron Rothschild darüber vernehme, weshalb er sich weigere, den Eid auf das neue Testament zu leisten. P. Wood meint, eine Entgegnung auf die Rede des Sir R. Jnglis sei wol kaum nöthig; Rothschild sei zweimal von den Wählern der City von London gewählt worden und habe

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