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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-07-29 · Heft 31 (29.7.1850) · p. Seite 432

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 31 (29.7.1850)
Date
1850-07-29
Page
Seite 432 (sequence 12)
Language
German
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432 Tr. Baba-batra 16 6), besaß Abraham einen Edelstein, mit dem er Krankheiten zu heilen pflegte, und die Operation der Beschneidung, die er an sich in einem so vorgerückten Alter vornahm, so wie die Nachbehandlung derselben, die der Talmud ihm gleichfalls zuschreibt (vergt. Tr. Baba-mezia 86 b), setzen schon einige chirurgische Kenntniß voraus. Mit dem Patriarchen Jakob und vollends nach der Einwanderung desselben in Egypten, wo bereits am Hofe Josephs egyptische Bildung einheimisch war, scheint die Heilkunde bei den Israeliten schon ziemlich Wurzel gefaßt zu haben. Denn nicht lange darnach erwähnt die Bibel schon ausdrücklich der praktizirenden hebräischen Hebammen ri-nb*^:; 2. B. Mos. 1, 15.); ja es ist zu vermuthen, daß auch schon bei den in der Bibel erwähnten schweren Geburten der Rebekka, der Rahel und der Tamar (1 B. Mos. 25, 26. ibid. 35, 17. ibid. 38, 27.), welche durch den Umstand, daß bei ihnen zum Theil Zwillinge, zum Theil die Kinder in widernatürlicher Lage zur Wett kamen, nothwendkg sachverständige Hebammen erheischten, — höchst wahrscheinlich Hebräerinnen als Solche fungirt haben; obgleich dieses nicht ausdrücklich im Texte bezeichnet ist. Jedenfalls geben uns jene Bibelstellen den Beleg, daß man solche Falle schon wohl begriffen und zu behandeln gewußt habe Die Alraunen (Oudaim, s. 1 B. Mos. 30, 14. vgl. darüber auch unten in der Mat, med.) wurden schon damals ohne Zweifel auch von den Israeliten zu medizinischen Zwecken, namentlich gegen die Unfruchtbarkeit angewendet. Doch alle diese ersten Versuche auf dem Felde der israelitischen Medizin konnten bis dahin keinesweges wissenschaftlich, d. h. als Resultate tiefem und regelrechten Denkens, sondern nur zufällig und zwar lediglich auf dem Wege der niedern Empirie gemacht worden sein, weshalb diese Versuche, so bedeutsam sie für ihre Zeit auch gewesen sein mögen, noch keinesweges zur wissenschaftlichen Kultur der Medizin entschieden bekgetragen haben, indem diese jedenfalls bedeutendere Ausbildung der Seelenkräfte voraussetzt, als man bei Naturmenschen, zu denen die bisher gedachten Heroen der israelitischen Medizin doch nur gezahlt werden können, zu erwarten berechtigt ist. iFortsetzung folgt.) Belletristisches. Der Schlkmrehl. Eine Skizze aus dem Leben. (Fortsetzung aus No. 23. 24. 26. 28.) 8. Die Begebenheit, die ich soeben geschildert, griff tief in das Leben unsers Freundes ein. Aus einem sichern Hasen, in dem er angelangt zu sein glaubte, war er wieder hinausgeschleudert in ein unwirthbares Meer; er hatte den Pfad verloren, der ihn durch die Savanne seines Lebens zu führen schien, und fand sich zwischen pfadlosen Heidekräutern verirrt. Einige Tage hindurch barg er sich in der Hütte seiner Mutter, die nicht begriff, was ihrem Sohne begegnet sei. Als aber da der gänzliche Mangel sich am Tische als Gast eingefunden: nahm er das vergessene, zusammengeschrumpfte Bündel auf, und streifte im Lande umher. Aus natürlicher Scheu vermied er mich, aber später erzählte er mir es wohl. Die Wogen der Gefühle schlugen hoch in seiner Brust auf; zu tief war er gebeugt, zu sehr jede Säule seines Daseins gebrochen, sein hohes Selbstbewußtsein, das sich aus früherer Demuth um so höher erhoben hatte, so gänzlich erdrückt, daß er dumpfbrütend kaum wußte, wo er ging, und was er that. Die einsamsten, entlegensten Dörfer suchte er auf, und wenn er da ein Stück Brod erhandelt und aus einem Brunnen getrunken hatte: dann versenkte er sich in die dichtesten Forste, wo er oft genug sein Nachtlager bereitete. Wenn dann der Sturm sich erhob und durch die Föhren brauste — man kennt dieses eigenthümliche Rauschen des Windes durch das Nadelholz — wenn bk Nacht herabsank, der Regen niederträuste, die Bäume knarrten, selbst stürzten: dann legte sich der Sturm in seinem Innern, und wie er gewiß war, daß das Auge der Sonne einmal die Wolken wieder durchbrechen würde, so stieg in ihm die Hoffnung auf, einst werde auch ihm der Sonnenstrahl des Glückes wieder leuchten. Es war in einer solchen düstern Nacht, als er in einem dicht an der Landesgrenze gelegenen Walde, inmitten dichten Gebüsches, tief in einer Schlucht, am Eingänge einer natürlichen Grotte oder Höhle, sein Lager aufgeschlagen, sich Moos zum Sitze gesammelt, und den Kopf an die Steinwand gelegt hatte; bereits umdunkel-

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