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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-07-29 · Heft 31 (29.7.1850) · p. Seite 429

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 31 (29.7.1850)
Date
1850-07-29
Page
Seite 429 (sequence 9)
Language
German
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429 Biographie«» rc. herausgeben. Lehrer Krämer, Verfasser mehrerer israelitischer Volksschriften, gedenkt „Jüdische Erzählungen" in seiner früher» Weise und mit Vermeidung dessen, was in manchen Kreisen böses Blut gemacht hat, in die Oeffentlichkeit treten zu lassen. Zu diesen wenigen Erscheinungen findet sich aber leider nur ein kleines kauflustiges Publikum vor, und die Herren Buchhändler gehen nicht tiefer, als sie festen Grund sehen. K. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 18. Juli. Wir haben uns absichtlich bei der Enthebung des FZM. Haynau von seinen Remtern bis jetzt jeder Bemerkung enthalten, um nicht zudringlich zu erscheinen. Jetzt aber bemerken hiesige Blätter selbst, wie z. B. der „Lloyd", daß eine Mitursache das Verfahren Haynau's in den Angelegenheiten, der JuLenkontributionen, wo er seinen eignen Willen als maßgebend über denjenigen des Ministeriums gesetzt hatte", war. Wir akzeptiren dies. Wir gehen aber noch weiter, und sagen: abermals einer zu den tausenden Erweisen in Israels Geschichte, daß eine gerechte Vergeltung durch die Geschichte geht! „Da sprachen zu ihm seine Weisen und Seres, sein Weib: Ist Mordechai, vor dem du zu fallen angcfangen, vom Samen der Juden, so vermagst du Nichts gegen ihn, sondern wirst vor ihm fallen." (Buch Ester 6, 10.) —. Das heute veröffentlichte Verzeichniß der 109 Amnestirten enthält mehre bekannte Namen. Als Israeliten sind nur 3 Individuen aus jenen 109 zu erkennen, eine Thalsache, welche auf's Neue die unbegründete Verfolgungssucht des ehemaligen Gouverneurs gegen die Mitglieder jener Konfession herausstellt. —. (Schles. Ztg.) Es wirft ein Licht auf die Art und Weise, wie man hier häufig die Emanzipation des Judenthums aufsaßt. Zwei Juden, welche die juridischen Studien absolvirt hatten, waren bei militärischen Behörden um Zulassung zur Auditoriatspraxis vergeblich eingeschritten. Nunmehr haben sie auch im Wege des Rekurses einen abschlägigen Bescheid erhalten, mit der Motivirung, daß sie im Handel und Wandel auferzogen, für derlei Geschäfte nicht taugen und man ihnen auch nie das nöthige Vertrauen schenken könne. Pesth, 12. Juli. Die „Oesterreichische Korrespondenz" enthält Nachstehendes: „Die unerquickliche Judenkontributionsfrage ist einerseits durch die bedeutende Ermäßigung der zu leistenden Summe, andererseits in Berücksichtigung des humanen Zweckes, dem die einflicßendcn Gelder zugewendet werden, in befriedigender Weise entschieden worden, indem die cinsließenden Beiträge zur Stiftung eines israelitischen Schul- und Studienfonds verwendet werden. Die Kontribution kommt jetzt denen zu Gute, welche sie leisten sollen, der momentane Nachtheil erwächst ihnen zu dauerndem Nutzen. Wir haben Nachrichten aus Ungarn, daß die reformistische Partei der Juden daselbst nicht nur die Intentionen der Verordnung erfaßt hat, und unter den vorwaltenden Verhältnissen richtig zu würdigen wußte, sondern überdem beabsichtigt, dem Ministerium eine Dankadresse zu überreichen, bezüglich der begleichenden Art, womit eS diesen disficilen Gegenstand zu erledigen bemüht war. Es verlautet ferner, der reformistische Theil der Israeliten unterziehe sich mit freudiger Bereitwilligkeit der Tilgung des Ausmaßes, während der orthodoxe zur Bildung des Religionsfonds nur insofern ungern beisteuert, als ihn die Furcht vor mißliebigen dogmatischen Neuerungen und Eingriffen bestimmt. Wer die Schwierigkeiten erwägt, welche die Lösung dieser Angelegenheit im Gefolge führt, der wird begreiflich finden, daß die diesfällige Verordnung des Ministeriums von jenem Geiste der Versöhnung durchweht ist, der sofort bei allen der revolutionären Bewegung ihren unliebsamen Ursprung verdankenden Erkenntnissen der maßgebende werden wird." —. Die reformistisch gesinnten Juden in Ungarn nahmen die Gründung eines Kultus- und Schulfonds mit Jubel auf. Die papaer J udengemeinde hat auch in diesem Sinne eine Dankadresse an den Herrn Minister des Innern votirt, welche ihm dieser Tage durch eine eigne Deputation überreicht werden wird. —. Obschon jüngst einem jüdischen Käufer die Ueberschreibung des von ihm erstandenen Hauses nicht gestattet wurde, befand sich doch auch bei der am 4. d. vor sich gegangenen Lizitation des Balla'schen Hauses ein Jude unter den Kauflustigen, und da sein Anbot von 62,000 fl. K. M. das höchste war, so fragt man nun, was denn der Magistrat thun wird? 31*

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