Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 30 (22.7.1850)
- Date
- 1850-07-22
- Page
- Seite 418 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3225660-3225691--11143-3241233- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
418 wärtig circa 90 Schüler zählt, die in der hebräischen, russischen und deutschen Sprache und Schrift, in der Arithmetik, in mit dem Kommentar in Mischna und dem Wesentlichsten aus *|Ti3> inbui, in der Uebersetzung der üblichen Gebete (nbvn) so wie in der israelitischen Religions- und Sittenlehre von drei Lehrern Unterricht erhalten werden. Literarische Nachrichten. Mitau» im Mal. Indem ich nach einem zehnjährigen Wirken als Lehrer an der israelitischen Schule, nun in meinen Geburtsort in Mitau, wohin ich als Hauptreligionslehrer an der daselbst vor wenigen Wochen eröffneten israelitischen Kronsschule berufen worden, zurückgekehrt bin, hege ich die Hoffnung, daß die geehrten Leser der Allg. Ztg. des Judenthums, welche bis hierzu meine in diesem Blatte enthaltenen, aus Riga datirten Artikel eine Reihe von Jahren mit gefälliger Nachsicht gelesen haben, ihnen nun auch von hier aus ihr Wohlwollen nicht versagen werden. Und so erlaube ich mir denn auch gegenwärtig über die neuen Erscheinungen auf dem Gebiete der jüdischen Literatur hierdurch einen kurzen Bericht zu erstatten. 1) Die Sprache der Bibel und ihre Schwester die aramäische im phonetischen Verhältnisse zum slavischen Sprachstamme. ErsterTheil: SemitischeNachklänge indenslavischenSprachen. Eine Rede, die zur Aufgabe hat, die Anschauungen des Verfassers über diesen Gegenstand, so wie die Hauptgrundsätze, denen er bei der Forschung desselben gefolgt ist, genau darzulegen. Vom EhrenbürgerW. Tugendhold, Zensor u. s. w. Wilna, 1848, gedruckt bei M. Romma. 8. 105 S. Der Verfasser beabsichtigt, Falls sich dieser erste Theil der Theilnahme des Publikums zu erfreuen haben sollte, noch nachstehende drei Theile zu liefern: a) Ein hebräisch-aramaLsch-russlsch-polnisches Wörterbüchtein, mit Hervorhebung der in beiden Sprachstämmen, im Semitischen wie im Slavischen, in den Bezeichnungen derselben Begriffe sich begegnenden Homophonie, b) Eine Abhandlung, worin diejenigen russischen und polnischen Stammwörter, die so zu sagen das kleine Wörterbuch des zur Vernunft und zum geselligen Verkehr sich emporarbeitenden Menschen ausmachen, großenrheils auf semitische Urquellen zurückgeführt werden; endlich e) eine Abhandlung, wieweit die beiden Sprachstamme in ihrer Grundlage auch im grammatischen Bau unter einander kongruiren. 2) rjnb nMn, Biblischtalrnudische Medizin I. Heft, oder: Pragmatische Darstellung der Arzneikunde der alten Israeliten, sowol in theoretischer als praktischer Hinsicht. Von Abraham bis zum Abschlüsse des babylonischen Talmuds, d. i. von 2000 v. Ehr. bis 500 n. Christo. Mit Einschluß der Staatsarzneikunde und mit besonderer Berücksichtigung der Theologie. Nach den Quellen in gedrängtester Kürze bearbeitet von R. I. Wunderbar. Erste Abtheilung. Enthalt: Allgemeine Einleitung, inkl. der Geschichte und Literatur der israelitischen Heilkunde; Materia medica und Pharmakologie der alten Israeliten. Riga und Leipzig, 1850. gr. 8. VHI und 119 S. Eigenthum des Vers, und in Kommission bei C. L. Fritzsche in Leipzig. Preis 2/3 Thlr. netto. Obgleich dieser verhältnißmäßig geringe Preis ursprünglich blos für die Subskribenten bestimmt worden ist, und obgleich dieses Heft anstatt der nur versprochenen circa 6 Bogen bis zu einem Umfange von beinahe 9 Bogen gediehen ist, so habe ich für jetzt dennoch auch den Ladenpreis nicht erhöhen wollen, da ich überhaupt bei der Herausgabe dieses Werkes Nichts weniger als einen pekuniären Vortheil im Auge gehabt habe. Denjenigen resp. Abnehmern, welche wünschen, daß ihre Namen einem der nächsten Hefte als Subskribenten vorgedruckt werde, empfehle ich, ihre Unterschriften mit genauer Bezeichnung ihres Standes und Wohnortes den betreffenden Buchhandlungen zur Uebersendung an mich gefälligst zeitig zukommen lassen zu wollen. R. I. Wunderbar. Magdeburg, 14. Juli. Ueber die Bedeutung des Studiums der semitischen Sprachen, eine Antrittsrede, gehalten am 17. April 1859 von S. I. Kampf, Dr. ph., Prediger der israelitischen Tempelgemeinde in Prag, Dozent der semitischen Sprachwissenschaft und Literatur an der k. k. Universität rc. Prag, 1850. — So viel über diesen Gegenstand auch schon gesprochen und geschrieben, so erfreut ein geistreiches und überschauendes Wort, das auf Eingliederung in die große Kette der Wissenschaften für ein, oft vernachlässigtes Glied dringt, immer von Neuem. Dadurch, daß Juden, jüdische Theologen sich als Dozenten an den Universitäten habilitiren — jetzt nun schon in Leipzig, Prag, Wien und Paris