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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-07-08 · Heft 28 (8.7.1850) · p. Seite 389

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 28 (8.7.1850)
Date
1850-07-08
Page
Seite 389 (sequence 9)
Language
German
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389 Gesumme der Bienen nachahmt, erklärten. Rabe wollte es als Melodie nach „die Erbschaft" verstehen, nach Anderen soll es den Gegenstand des Ps. bezeichnen, Sept. „über die Erbin", Raschi „über die (feindlichen) Heere", Hengst, „über die Loose", was gezwungen. e) Die jetzt folgenden, ebenfalls zu '272b gestellten Zusätze in den Ueberschristen können mit einiger Sicherheit allein als kurze anigmatische Angaben des Inhalts erklärt werden. Indem nämlich der Dichter sein '22b vorzeichnete, wollte er dem Komponisten zugleich einen Fingerzeig geben, welchen Charakter er seinem Liede zuschreibe, und in welchem Geiste ec es daher musikalisch behandelt wissen wollte. Daß hierzu eine poetisch änigmatische Bezeichnung gewählt wurde, zeigt die Geistesverwandtschaft, in welcher sich Dichter und Komponist fühlten, liegt aber ganz und gar im Geiste des ursprünglichen Morgenlandes. 1) Das nur Ps. 9 vorkommende pb rr)73 (s. unser Bibelwerk HI. S. 26), wo das Jusammenziehen in n*rabP und rrrab? schon wegen des dann fehlenden b^ unpassend ist; Andere als Melodie eines Liedes, aus dem die Worte pb rra genommen seien. Grotius faßte sie als den Gegenstand des Ps. und nahm für 12b durch Buchstabenverfttzung bns an: „auf das Sterben Rabats", Hengst, „auf das Sterben des Thoren", indem er den Inhalt des Pf. hierauf deutete. Beides sehr gezwungen. Daß der Ps. die Rettung vom Tode, von Todesgefahr des Gerechten besingt, ist leicht erkennbar, s. V. 14. rra 72. Vor Allem wird aber das Gericht Gottes gefeiert, das den Untergang der Bösen herbeiführt (V. 6. 7. 16—18.), die Gerechten rechtfertigt. 12b ist daher als Inf. „reinigen, läutern" (vgl. Daniel 11, 35.) anzusehen, also: „auf das Sterben der Läuterung", das Sterben, durch das die Welt gereinigt, gelautert wird. Wir müssen uns dabei erinnern, daß es Sitte bei den Hebräern war, ein Lied nach einem bedeutsamen Worte in demselben zu benennen, wie 2 Schem. 1, 18. 22. zeigt. — 2) Hieran reiht sich das einmalige Imin nb*^ hy 22., wo wiederum Melodie und Instrument unerweislich die willkürliche Deutung findet. Targ. bezieht es auf die Zeit des Morgenopfers, wo dieser Ps. zu singen sei. Die Talm. nennen so, aber wol nur aus unserer Stelle, die erste Morgendämmerung. Schon die Sept. bezogen die Worte auf den Gegenstand des Ps., und übertrugen mit Bezug auf mb^tt B. 20. vnig t7jg avTiXrjxfjtwg tijg iwfrivijg „auf die frühzeitige Hilfe". Hengst, weist nun, fußend auf die offenbare Beziehung des nb1« auf •’ba Pk B. 2, und viVa B. 20., und im Gegensatz zu den vielen Thiersiguren, die in diesem Ps. 22 so besonderhäufig sind, Löwe, Büffel, Hund, nach, daß nb^dr, die Hindin, das Bild des unschuldig Verfolgten sek, -,NA aber das Bild des nach dem Unglück wieder aufgehenden Glückes, so daß das Ganze bedeute: „auf den leidenden Gerechten, dem Heil zu Theil wird". Allein die Stellen, die er für die erste Erklärung anführt, haben alle nämlich: 2 Schem. 1, 19. Spr. 6, 5. Jesch. 13, 14. Vielmehr, wo nb^a im Bilde gebraucht wird, bezeichnet es die Schnelligkeit, Leichtigkeit, insonders gute Botschaft zu bringen 1 M. 49, 21. 2 Schem. 22, 34. Ps. 18, 34. Chab. 3, 19. Das aber •nniü das Bild des ausgehenden Glücks nach der Dunkelheit des Unglücks, der Nichterkenntniß, erweist sich aus Jesch. 8, 21. 58, 8. Hosch. 6, 3. Die Worte würden also bildlich bezeichnen „auf die schnell nahende Botschaft des ausgehenden Glücks", und hatten noch eine Anknüpfung im Schlußvers des Ps. inpNL Y-wn 1N2\ Der Inhalt des Ps. spricht gänzlich hierfür, da zuerst weitläufig die Nacht des Unglücks geschildert wird (2 — 22), woraus das Heil aufgeht und sich die Weissagung fröhlicher Zukunft daran knüft (23 — 32). — 3) In derselben Weise ist das einmalige Dpim oba rm b^ 56 zu deuten. Für diese Worte, welche Rabe abermals als Anfangsworle eines Liedes nimmt, um die Melodie zu bezeichnen, finden sich der Anhaltpunkte mehrere. Die Taube, an sich das Bild der Einfalt Hosch. 7, 11., kommt zwiefach in Vergleich, erstens durch die Schnelligkeit ihres Fluges, Jesch. 60, 8. Hosch. 11, 11., vor Allem im vorh. Ps. 55, 7. 8., wo pYrms* zweitens durch das Klagende ihrer Stimme Jesch. 38, 14. 59, 11. Nach. 2, 8., ja, Bei- . des wird Jech. 7, 16. verbunden: das Herumflattern auf der Flucht und klagende Gurren dabei. Auf Beides beziehen sich unsere Worte: die Taube, die zu den Fernen flieht, aber nicht klagt, sondern stumm, gelassen duldet vgl. 58, 2. 38, 14., also: auf die schweigende Taube, die zu den Fernen .geflohen. Dies paßt nun gänzlich zum Inhalte, da der unschuldig verfolgte David sich auf der Flucht befindet, wie Vers 9 geradezu bemerkt. — (Schluß folgt.) 28*

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