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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-07-01 · Heft 27 (1.7.1850) · p. Seite 377

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 27 (1.7.1850)
Date
1850-07-01
Page
Seite 377 (sequence 9)
Language
German
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877 um so härter ausfällt, je geringer sich die Strafbarkeit unter der israelitischen Religionsgenossenschaft in Ungarn darstellt. Denn da der Betrag der Strafkontribution unverändert bleibt, so drückt sie um so schwerer auf den Einzelnen, je größer die Anzahl derer wird, welchen es gelingt, ihre Loyalität darzustellen. Hierzu aber wird erfordert nicht nur, daß die Hunderttausende der Beinzichtigten sich von ihren Lebensverhältniffen losrcißen, um ihre Loyalität zu beweisen, sondern daß sie auch Hunderttausende von Zeugen aufbringen, um darzuthun, daß sie weder durch Wort noch durch That an der Revolution theilgenommen. Es steht zu erwarten, daß dieses konstatirte Aktenstück manchem weniger erhärteten Bericht leichter Eingang verschaffen werde, was zur Beförderung strafbarer Faktionszwecke führen kann. —. Aus Szegedin schreibt man uns, in der Einfahrt des dortigen Stadthauses sei eine von der k. k. Militärgestütsanstalt zu Mezöhegyes, dd. 2. Mai l. I., veröffentlichte, eine Regalienlizilation betreffende Kundmachung zu lesen, welche mit dem Passns schließt: — „und daß Israeliten von dieser Pachtung ausgeschlossen sind." Wien, 15. Juni. Die Trennung des Unterrichts von dem des Kultus ist nahe bevorstehend. Letzteres soll aus einem Rathe aller vom Staate anerkannten Konfessionen mit einem Kultusminister als Präsidenten bestehen. —. Aus Olmütz, 11. Juni, schreibt man dem „C. Bl.": Die in mehrere Blätter aufgenommene Nachricht, daß Prerau wegen des letzten Judenkrawalls in Belagerungszustand versetzt worden ist, bewährt sich nicht. Allerdings hat man auf die erste Nachricht von diesem Exzesse mehrere Jnfantericrotten nach Prerau detachirt, allein das Martialgesetz wurde nicht publizirt und die Stadt befindet sich dermalen noch nicht im Ausnahmszustande. Uebrigens war der Unfug — wiewol einer der größten in unserer Gegend, doch nicht so bedeutend und ausgedehnt, daß es nothw endig gewesen wäre, Prerau unter das Kriegsgesetz zu stellen, oder auch nur so rigorose Praventivmaßregeln einzuleiten, als würde heule oder morgen eine Erhebung bevorstehen. Jndeß ist zur Vornahme schleuniger und eindringlicher Untersuchung die> es Vorfalls ein gerichtlicher Beamte — man nennt den Landesgerichtsaffessor Löwenfeld aus Brünn — eigens nach Prerau entsendet worden. Syrien. Damaskus, 23. Mai. (Ll.) Am 9. l. M. ist der neue Präsident des Munizipalrathes, Osman Bey, hier angelangt. Die Hoffnung, daß er wieder einige Mitglieder der christlichen und jüdischen Gemeinde in den Rath aufnehmen lassen werde, ist zur Wahrheit geworden. Osman Bey schickte eine Einladung an den Vikar des katholischen Patriarchen, an den griechischen Patriarchen und an den Rabbiner, einige Mitglieder ihrer Gemeinde selbst und frei zu wählen, worauf der alte aus zwölf Muselmännern gebildete Divan aufgelöst, und ein neuer aus 5 Mohamedanern, 1 Katholiken, 1 Griechen und 1 Israeliten zusammengesetzter Rath gebildet wurde, welcher am 2. d. M. unter dem Vorsitze Osman Bey's seine Funktion begann. Osman Bey scheint freisinnigen Prinzipien huldigen zu wollen. Man befürchtet nur, daß er alsdann nicht lange mit Said Pascha im guten Einverständnisse bleiben wird, indem Letzterer ungeachtet seiner Unbestechlichkeit und strengen Gerechtigkeit zu große Parteilichkeit für seine Religionsgenossen, und zu große Verachtung für jeden der Nichtmohamedaner an den Tag legt. Korrespondenz. Krefeld, 7. Juni. Lehrerkonferenz. (Schluß.) HI. Auf die Eingabe vom 18. v. Monats erwidern wir Ahnen, daß Unterstützungen bedürftiger Volksschullehrer aus Staatsfonds nur in dem Falle zu gewahren sind, wenn die betreffende Schule als die eigentliche Orts¬ oder Gemeindeschute anzusehen ist und die Gemeinde wegen Unzulänglichkeit ihrer Mittel die Besoldung des Lehrers nicht auf eine dem Bedürfnisse entsprechende Höbe aufzubringen vermag. Da die Zahl der schulpflichtigen jüdischen Kinder in keiner Gemeinde des dieffeiten Bezirks numerisch so groß ist, daß die Errichtung einer eigenen jüdischen Volksschule, wenngleich eine Solche un- 27»

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