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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-06-24 · Heft 26 (24.6.1850) · p. Seite 364

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 26 (24.6.1850)
Date
1850-06-24
Page
Seite 364 (sequence 12)
Language
German
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364 Frank au$ Fischeln, Anspacher ) .. ... Ll ffgenS ) Mehrere waren durch Unwohlsein verhindert und einige entfernt Wohnende hatte das plötzlich eingetretene schlechte Wetter abgehalten. Die erste Sitzung war Dienstag, Morgens 10 Uhr. Der Oberrabbinec Herr Bodenheimer eröffnete dieselbe durch eine höchst gehaltvolle, ergreifende Rede, die einen um so tiefern Eindruck auf die Zuhörer machte, als Alle in den überzeugenden, tiefgefühlten Worten den treuen Ausdruck der Gesinnungen des Redners, des eifrigen Förderers der Jugendbildung und des warmen Lehrerfreundes erkannten. Wir glauben, daß diese Rede auch für unsere entfernten Kollegen von Interesse sein wird, und können es uns nicht versagen, sie ganz hierher zu setzen. Der Redner begann: Geehrte Herren! Nicht besser, nicht würdiger vermag ich Sie zu begrüßen, als wenn ich Jhnen die inhaltreichen Worte des Psalmisten zurufe: Siehe, wie gut, wie lieblich, wenn Brüder zusammenwohnen! Aufgabe des Menschen ist es, daß ec die für's gesellige Leben unentbehrlichen Kenntnisse frühzeitig erwerbe, sie in einer Zeit sich aneigne, wo die Seelenkräfte in ihrer Frische und Reinheit zur klaren Auffassung die Fähigkeit besitzen. Aufgabe des Menschen ist es, dem wissenschaftlichen Gebiete nicht ganz fremd zu bleiben, vielmehr als Glied des großen Ganzen sich zu betrachten, unablässig dahin zu streben, einst als brauchbares Subjekt im Staate auftreten, und demselben durch Dienste wahrhaft nützlich werden zu können. Aufgabe des Menschen ist, seinen Blick von dem Sinnlichen und Irdischen abzuwenden, um sich in frühester Jugend vertrauensvoll dem Wesen zu nahen, dessen Watten Geschichte und Natur bezeugen, dessen Erbarmen Zufriedenheit in die menschliche Brust senkt. Wessen Geisteskraft prägt aber mit Umsicht und Gewissenhaftigkeit jene Kenntnisse, ohne welche die Gesellschaft keinen Bestand hat, in das empfängliche Herz der Jagend? Wessen Vaterworte lenken die Aufmerksamkeit des jungen Erdenbürgers auf seine Stellung im Staate und machen ihn bekannt mit den wichtigen Pflichten gegen denselben? Wer öffnet dem jugendlichen Geschlechte *) Das ist freilich und bedauernswerther Weise eine geringe Zahl! Redakt. die Pforten der Religion, die allein zur Ewigkeit führt; wer leitet es in die Hallen dieses Heiligthumes? Wer anders, als der gewissenhafte, pflichttreue Lehrer! Ihm ist diese hohe Bestimmung, dieser heilige Beruf zu Theil geworden. Darum zollte man ihm schon in den ältesten Zeiten alle Achtung und Ehrerbietung und die Lehrer der Mischna rffe 822 gaben in Kollistonssallen in drei Punkten — beim Verlorenen, Entbürdung von einer Last, Auslösen aus der Gefangenschaft — dem Lehrer, wenn N7 2ta!tt PN2172 nwd den Vorzug vor dem eigenen Vater aus dem Grunde, weil der Vater, der kein Gelehrter ist, ihn in diese Welt, sein Lehrer aber, der ihn Weisheit lehrte, ihn zum Leben der künftigen Welt brachte 82N "tib 18^272. Der eifrigste und strebsamste Mann aber, m. H., der aus reiner Liebe das Lehrfach ergriffen, vermag sehr oft nicht, den an ihn gestellten Anforderungen zu entsprechen, denn manchen tüchtigen Lehrer entmuthigt das Schwankende und Ungewiffe seiner Stellung, die besonders noch auf dem israelitischen Schulmanne lastende Furcht vor dem ewigen Herumwandern, ohne die Aussicht, doch einmal ein Plätzchen auf diesem Erdenrunde zu finden, auf welches er einst sein Greisenhaupt wird ruhig niederlegen können; manchem können die Basts, auf welcher die ihm anvertraute Schule ruht und ihre Uebecwachung nicht die Achtung vor der Anstalt einflößen, die ihn nothwendkg beseelen muß, wenn er etwas Gediegenes in seinem Wirkungskreise schaffen will; manchem fehlt sogar die Gelegenheit in pädagogischer und wissenschaftlicher Beziehung jene Ausbildung zu erreichen, welche die fortgeschrittene Gegenwart mit Recht von einem Jugendbildner erwartet. Diese und ähnliche Mängel zu beseitigen, und die erforderlichen Hilfsmittel zu verschaffen, gehört in das Bereich unserer Konferenzen; in unsecm Zusammenwirken und Zusammenstreben liegt eine Garantie für die Erlangung unsers schönen Zieles, denn wie gut und lieblich, wenn Brüder Hand in Hand arbeiten. Das köstlichste Del auf dem Haupte, das herabfleußt auf den Bart Arons, herabfleußt auf seiner Kleider Säume — ein herrliches Bild geistigen Heiles, so werden auch wir das intellektuelle Fortschreiten unserer Jugendlehrer fördern; der Thau aus Ebermon, der herabfleußt auf die Berge Zions — ein Bild materiellen Gedeihens — so werden auch wir ernstlich für das materielle Wohl unserer Brüder sorgen und dasselbe nach allen Richtungen hin kräftigen. Unsere Konferenz hat unter Gottes Segen manches Treffliche bereits ins Leben gerufen, erfreut sich einer

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