Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 25 (17.6.1850)
- Date
- 1850-06-17
- Page
- Seite 347 (sequence 11)
- Language
- German
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347 sollte. Eine andere Erklärung ist nun die Hink aufzüge nach Jerusch.; wie schon Theodotion, Aqu. Syniin. haben dg %ug avaßmtig. Dafür spricht nbV, was stets vom Zuge nach Jerusch, steht, 'nbin Esr. 7, 9. Nun glauben aber alte Erkl., und jüngst Ewald, es sei die Rückkehr aus Babel verstanden, also Lieder, welche die Jisr. auf dem Rückzuge aus Babel gesungen. Dem widerspricht aber 1) der Plur., 2) daß die Verhältnisse der rückkehrenden Jisr. nirgends berührt werden, vielmehr theils die der jüdischen Kolonie nach dem Exil 121. 123, theils aus dem Exil 126, theils aus der Regierung Schelomo's 132.; 3) daß der Tempel als bestehend, Jerusch, als glanzvoll vorausgesetzt wird 122, 1. 3.; 4) endlich, daß einigen die Namen Davids und Schelomo's vorgesetzt sind, was jedenfalls erweist, daß der Urheber der Ueoerschrift selbst sie sich nicht aus der Zeit dieser Rückkehr dachte. Die allein richtige Auslegung ist demnach: Lieder bei den Wallfahrten Jisraels nach Jerufch. Dafür spricht der Plur., dafür daß 121, 1. mb^ab stehen konnte, da dieser Ps. besonders auf den Beginn der Fahrt paßt; dafür daß in ihnen Aufforderung zum Hinaufzuge nach dem Tempel ausdrücklich vorkömmt 122, 1., wo auch das Hinaufziehen der Stämme erwähnt wird ib$ B. 4.; dafür der ganze Charakter, die Kürze, die Einfachheit und Popularität der Lieder. Allerdings sind es nicht geradezu Wanderlieder, sondern sie drücken Stimmungen aus, die den Jisr. auf dieser Fahrt beherrschen konnten, wobei zu bedenken, daß selbst was bei der Schöpfung des Liedes im Geiste des Dichters individuelle Grundlage hat, im Munde des später» Wandrers eine allgemeine Wendung und Anwendung erhalt. Der Einwand, daß man auf der Festreise keine traurigen Lieder gesungen, ist um so unerheblicher, da es keine gewöhnliche, sondern eine religiöse Festreise war, auf der sicher die den Zuständen angemessene Aussprache, sei es klagend, sei es jubelnd, von den Lippen der Pilger ertönte. Daß die Wallfahrten schon in vordavidischer Zeit stattfanden, s. Einl. zu Ps. 122. — Der dritte, nur 7, 1. vorkommende Ausdruck ist yratö. Die ganze Stellung, ohne Präp. und Art. wie ‘rnö, der Zusatz 'nb 110 ts», zeigt, daß Schiggajon weder Melodie, noch Instrument ist, sondern vielmehr ein Gedicht bezeichnet, wie es sich im Inhalte charakterisirt. Es ist daher irrthümlich, es mit Chab. 3, 1. nWAiö by für gleich zu halten, da die Stellung (wo tibsn vorangeht), der Plur. und die Präp. b$ auf etwas ganz Anderes schließen läßt. Man hat nun ■JY'JTD entweder vom v. inus. üttü gleich dem syr. ■tfö Gesang) ableiten wollen, dann wäre es ein HymnuS, Andere vom arab. ängstlich, traurig sein, Angstlied, Klagelied, oder'von NÄw irren, Ausspruch der Reue (Raschi), Verirrung, die nun Hengst, auf die Berirrung Schauls bezieht. Letzteres ist sicher falsch, da 'inb "M dem völlig widerspricht, weshalb Hengst, willkürlich sagt: „ein Lied Berirrung, welches er sang", wodurch er yratö doch als Lied bezeichnet. Ps. 7 beruht aber gerade auf dem Bewußtsein der Unschuld von Seiten des Sängers. Um so weniger ist es auch Klagelied, da der Sänger vielmehr seine Schuldlosigkeit und die Gerechtigkeit Gottes weitläufig besingt. Wir muffen daher bei der erstem Meinung stehen bleiben, wozu -it) im vollständig paßt; worin aber nun das Eigenthümliche dieser Gesangsart bestand, ist bei dem einmaligen Vorkommen nicht zu bestimmen. — Der folgende Ausdruck ist ürido. Auch hier die vielfältigste Deutung. Die Talmndisten (Sukk.) trennen es in dn „bescheiden und unschuldig", wie auch Agu. Hiergegen entscheidet die Stellung, der es dem analog zeigt. Rabe, Rdack u. A. von dnd Gold, goldene Gesänge (wie des Pythagoras goldene Sprüche, die „vergoldeten" Gedichte der Araber), wogegen die Sprachform. Gesen. dem dnd73 Jesch. 38, 9. gleich, was aber willkürliche Annahme. And., wie Hengsienberg wieder, „Geheimniß" von dro verbergen; aber warum? da gerade bei den Ps. ^6 — 60 die historische Bedeutung dabei steht, und auch die Bedeutung „verbergen" nicht gesichert ist, indem vrid) Jirm. 2, 22. „fleckenvoll, erkenntlich, strahlend" heißt. Au verkennen ist es nicht, daß die Ps., denen mrDtt vorangestellt ist, 16. 56--60 eine bestimmte Ähnlichkeit haben, sie sind sämmtlich von D., ihre strophische Anordnung ist zweivecsi'g oder doch 12 2 oder 2 2 1, ihr Inhalt ist mit einer ganz besonder» Energie die Aussprache des Vertrauens auf Gott, des Lebens in Gott mitten in großen Gefahren. Wir leiten daher dnd?3 von önd ausstrahlen, beleuchten, erhellen ab, und fassen es als ein Gedicht, dessen Inhalt zur Erleuchtung in der dunkeln Nacht der Gefahr abzweckt. Dies erhält seine Bekräftigung dadurch, daß gerade die Ps. 56. 57. 59. 66 unter allen, die sie umgeben, einen Zusatz in der Überschrift haben, der die große Gefahr, in welcher der S. schwebte, bezeichnet. Zu dndD tritt in der Überschrift des Ps. 60 172bb, weil der Inhalt national ist, und das Lied dem Volke gelehrt werden soll, zur Wahrung des Inhalts, wie 5 M. 31, 19. vom Sange Mosche's, 2 Schem. 1, 18. vom Liede Davids.— ttblnn nur 145, 1. bezeichnet