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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-06-10 · Heft 24 (10.6.1850) · p. Seite 324

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 24 (10.6.1850)
Date
1850-06-10
Page
Seite 324 (sequence 4)
Language
German
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324 der Christenheit votlgesogenen Juden und derjenigen vornehmen Christen, welche am Glauben Schiffbruch gelitten, hat jetzt den Ruhm errungen, sogar die „Vossische Zeitung" an Perfidie und Gesinnungslosigkeit zu übertreffen." „Die „Constit. Ztg.", ursprünglich das Organ des Herrn Hansemann, und von diesem, wie es scheint, mit mehreren Anderen in die Hände seiner jüdischen Agenten übergegangen, fahrt fort, die rothe Demokratie durch ihre jüdischen Helfershelfer vertheidigen zu lassen, zwar mit mehr Eifer als Geschick, doch mit unverkennbarer Selbstbefriedigung. Wir nehmen Akt von dieser Thatigkeit; wir wissen es zu würdigen, wenn ein furchtsamer Jude bewaffnete Empörung, und wenn ein reicher wohlgenährter Kommunismus und Sozialismus predigt. Wir wissen aber auch, was das „eigentliche Volk" unter Judenemaazipatiou versteht, wir wissen, gegen wen der Haß der Handwerker und Arbeiter hauptsächlich und mit Recht gerichtet ist, und wir werden ferner keinen Anstand nehmen, dieser Erkenntniß „ohne Sentimentalität" Folge zu geben." Die „N. Pr. Ztg.", welche die Staatsgewalt fortwährend zu Repressivmaßregeln gegen die nicht reaktionäre Presse zu treiben sucht, möge sich einmal erinnern, daß §.17 des Gesetzes vom 30. Juni 1849 folgendermaßen lautet: „Wer den öffentlichen Frieden dadurch zu stören sucht, daß er die Angehörigen des Staates zum Hasse oder zur Verachtung gegen einander öffentlich aufreizt, wird mit Geldbuße von 20 bis zu 200 Thlr., oder Gefängniß von 4 Wochen bis zu 2 Jahren bestraft." Die Köln. Ztg. vom 30. Mai schreibt: „Wir Christen haben uns wahrlich solcher Genossen zu schäme», wie die, welche jetzt in der hiesigen Junkerpceffe den Juden krieg predigen. Seit acht Tagen hört das Hetzen in der Kreuzzeitung gar nicht auf. So schreibt ste heute wieder, und zwar an der Spitze des Blattes: „Man prüfe und ergründe die Quellen, aus denen der demokratischen Presse die Mittel zufließen; man zahle die Männer, welche nicht blos heute, sondern schon seit Jahren einen boshaften und erbitterten Vernichtungskampf führen gegen altes, was Christ oder Christenthum heißt, und man wird uns nicht der Uebertreibung bezüchtigen, wenn wir behaupten, daß die Leiter und Beförderer der gotttosen, hochv^rratherischen Presse mindestens zu zwei Dritteln aus den Reihen des jüdischen Volkes hervorgegangen sind: ein Zahlenverhältaiß, welches die christlichen Völker zur gerechten Nothwehr treiben könnte. So war es, so ist es, und so wird es auch bleiben, bis das gerechte Gericht Gottes den Verrath und die Undankbarkeit des abgefallenen Theiles des jüdischen Volkes durch eine Verfolgung tilgen wird, dergleichen dieWeltnoch nimmer erlebt und die dann unzweifelhaft auch die Unschuldigen mit ergreifen wird. Es ist dies kein Phantast'estück, die Furchtsamen zu schrecken, es ist eine wohlgemeinte Warnung, der es leider nicht mehr an blutigen Belegen fehlt, und wer nicht blind ist für die Zeichen der Zeit, der wird es leicht begreifen, daß es nur eines Fingerzeiges bedarf, um den Haß und die Rache des Proletariats oder des „„eigentlichen"" Volkes gegen diejenigen zu lenken, welche die Neigung zur Selbsthilfe gehegt und gepflegt, und von jeher in den Traditionen der christlichen Völker, bald mit Recht, bald mit Unrecht, als diejenigen gegolten haben, welche sich füllen mit dem Schweiße und den Thränen der bedürftigen Christen." Und weiter unten, im „Zuschauer", dev immer im Dienste der Partei die verfänglichen Rollen übernehmen muß, wird alsdann ein kleiner Anfang des belobten „Fingerzeiges" bereits gegeben. Da heißt es unter Anderm: „Wir wissen, gegen wen der Haß der Handwerker undArbeiter hauptsächlich und mit Recht gerichtet ist, und wir werden ferner keinen Anstand nehmen, d ieser Erkenntniß „„ohne Sentimentalität"" Folge zu geben." Wir wissen noch nicht vollständig, was der tiefere Zweck dieser Aufhetzungen und offenen Drohungen sein mag; aber das wissen wir wohl, daß es keiner neuen Pceßgesehe bedarf, um die hiesige Staatsanwaltschaft in den Stand zu setzen, gegen den hier versuchten Terrorismus einzuschreiten! Es bedarf dazu lediglich, daß eine ehrenwerthe Staatsbehörde die Ansicht fasse, Demokratenpreffe und Junkerpresse seien vor dem Gesetze und Gerichte mit gleichem Maße zu messen! Daß sich der Haß der Handwerker und Arbeiter, insbesondere aber auch der der Bauern, auf die es wol am Meisten abgesehen ist, durch die heutige Behauptung einer von den Juden fortwährend betriebenen Untergrabung des Christenthums und des Königthums und durch die gestern aufgestellte, daß die Juden sich voll saugen am Schweiße der Christen, — sich in gewissen märkischen Kreisen noch immer entflammen läßt, bezweifeln wir nicht; auch in Schlesien laßt sich dasselbe vielleicht erreichen; aber daß ein solches verbrecherisches Beginnen sich für „christlich" ausgebe, dagegen protestiren wir im Namen der Religion, die mit Thaten bekannt sein will und nicht mit jenem heuchle-

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