Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 19 (6.5.1850)
- Date
- 1850-05-06
- Page
- Seite 259 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3225660-3225680--10973-3241052- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
259 Hieraus geht hervor, daß je zahlreicher ihre Familie ist, desto mehr Bedürfnisse haben sie. Die protestantischen Pastoren, die sich auch verheirathen, haben 1560 Fr. Gehalt. Wir beklagen uns nicht, daß sie 1500 Fr. haben, aber ich sordre, daß die israelitischen Rabbinen, die 700 Fr. haben, zu 800 Fr. gebracht werden. Die aber 600 Fr. haben, sollen 700, die 500 Fr. haben, sollen 600 Fr. haben, also für jeden 100 Fr. mehr. Endlich giebt es 43 Borbeter mit 400 Fr., sie sollen zu 500 Fr. gebracht werden. Im nächsten Jahre werde ich noch 100 Fr. mehr verlangen... (Man lacht.) im Budget von 1851. Ich werde es auch im Budget von 1852 verlangen. Und dann, wenn ich 1853 nicht die Ehre haben werde, wieder gewählt zu werden, werde ich meinen Freund Lopes-Dubec oder den Finanzminister*) (Man lacht.) bitten, mein Amt zu übernehmen und zu fordern, bis sie 160,000 Fr. für das israelitische Budget erlangt haben. Dies ist es, was ich von Ihrer Billigkeit verlange; ich verlange es für das dringendste Bedürfniß, und ich wage zu hoffen, daß in diesem Jahre die Kommission mir ihre Hilfe nicht versagen, und der Herr Minister der Kulte seine Zustimmung für eine so gerechte Forderung nicht verweigern wird. Ich verlange im Ganzen 7800 Fr. (2080 Thlr.). Der Berichterstatter. Die Budgetkommission hat das Amendement des Herrn Cremieux berathen. Der Zuschuß, den er fordert, ist allerdings nicht bedeutend; aber wir haben für diesen Anwachs der Ausgaben der Regel folgen zu müssen geglaubt, die wir uns als allgemeine Regel auch Betreffs des Kultusministeriums gestellt haben. So haben wir die Zahl der Sukkursalien beschränkt, die man uns für den katholischen Kultus abgefordert; wir haben den Anwachs der Ausgaben von 88,000 Fr. (!!), welche für den innern Dienst der Diözesankirche beantragt worden, verworfen; wir haben den Anwachs von nur unvermeidlichen und sehr geringen Ausgaben für den protestantischen oder israelitischen Kultus zugelassen. Wir haben, um die Ausgaben zu vermindern, selbst sehr kleine Summen rcduzirt. So gelangten wir doch nur zu der Summe von 40 Millionen Reduktionen, von denen einige sehr mit¬ *) Der jetzige Finanzminister ist bekanntlich Jude. Redakt. telmäßig sind, aber deren Totalziffer doch beträchtlich ist. Wir haben daher den allgemeinen Grundsatz auch für das Amendement des Herrn Crömieux festgehalten. Wir tragen daher auf dessen Verwerfung an. Crömieux. Ich beharre in meiner Forderung, und mache die Versammlung zum Richter über die Gerechtigkeit eines so schwachen Zuschusses. Bei der Abstimmung war die erste Probe zweifelhaft. Bei der zweiten Probe ward das Amendement Cremieux angenommen. Italien. Rom. (Iloiv. israel.) Wir erfahren, daß die israelitischen französischen Soldaten in Rom von ihren Chefs die Erlaubniß erbeten haben, an den Papst zu Gunsten ihrer Glaubensgenossen im Ghetto ein Gesuch zu richten. —. Die jüdische Gemeinde Roms hat eine Dankadresse an die französischen Journale, namentlich das lourna! lies vödals gerichtet, weil sie Betreffs der traurigen Durchsuchungen ihres Viertels so energisch aufgetreten. Großbritanien. London. (Univ. israel.) Eine Vereinigung von Deputirten aller Synagogalgemeinden der Hauptstadt hat am 17. März staltgefunden, um sich mit dem Bauplan eines neuen Tempels zu beschäftigen. — Die mit einem großen Luxus restaurirte Synagoge von Portsmouth ist am 27. März eingeweiht worden. Literarische Rachrichten. MagdeiburA, 1. Mai. Draußen grünen die Baume und die Erde wieder, Knospe« brechen auf, Blüten und Blatter drangen sich hervor. Zwar wehet noch immer ein rauher Nordwest, der den blauen Himmel nicht zu sich selbst, und den Menschen zu keiner Behaglichkeit und Frühltngslust kommen läßt. Aber die Pflanzenwelt läßt sich dadurch nicht abhalten, und ihre innere Strebsamkeit treibt die freundlichen Erscheinungen hervor. Literatur des Judenthums, wann wird Dein erster