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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-04-22 · Heft 17 (22.4.1850) · p. Seite 231

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 17 (22.4.1850)
Date
1850-04-22
Page
Seite 231 (sequence 11)
Language
German
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231 her mit der Untersuchung des Tobten Meeres zu Ende gekommen waren, nahmen sie ihre Barken, deren sie nicht mehr bedurften, auseinander. Sie schickten die Stücke, nebst einer so beträchtlichen Masse Sammlungen, daß zwei Kameele damit beladen wurden, nach Jerusalem, wohin sie sich auf dem Weg über Santa-Saba begaben. Ihr Aufenthalt in der heiligen Stadt war von kurzer Dauer; nachdem sie dieselbe in Augenschein genommen hatten, kehrten sie nach Jaffa zurück, um sich mit neuen wissenschaftlichen Arbeiten zu beschäftigen. Zu Saint- Jean-d'Acre theilte sich die Expedition; die eine Abtheilung segelte in einer türkischen Brigg nach Beirut, die andere kehrte über Nazareth nach Tiberias zurück, um den obem Jordan bis an seine Quellen zu befahren. Ihr Zweck wurde erreicht, aber ohne Vortheil für die Wissenschaft, denn der Bericht des Lieutenants Lynch enthält Nichts, was uns nicht schon bekannt wäre. Uebrigens sind die Quellen des Jordans schon so oft besucht und beschrieben worden, daß es schwer halten würde, dort eine wahrhaft neue Entdeckung zu machen. Nachdem diese Untersuchung beendet war, begaben sich die Mitglieder dieses Detaschements nach Damaskus und von hier über Baalbeck nach Beirut, wo sie sich wieder mit ihren Gefährten vereinigten. Zu ihrem großen Bedauern trafen sie den „Supply" nicht an, welcher sie dort erwarten sollte und von dem sie ärztliche Hilfe erwarteten, da der Lieutenant Dale und mehrere von der Mannschaft krank waren. Indessen genasen sämmtliche Kranke nach wenigen Tagen, mit Ausnahme des genannten Offiziers, welcher demselben schleichenden Nervensieber erlag, an dem die früheren Untersucher des Tobten Meeres, Costigan und Molyneux, gestorben waren. Sein Tod erfolgte in einem auf dem Libanon, zwanzig Meilen von der Küste liegenden Dorfe, wohin er sich hatte transportiren lassen, in der Hoffnung, daß die Bergtuft seine erschöpften Kräfte wieder beleben würde. Seine sterblichen Ueberreste wurden auf einem Frankenkirchhofe zu Bairut bestattet. Lieutenant Dale war erst 35 Jahre alt; er war ein äußerst gebildeter Mann und ein geschickter Ingenieur, der einige Jahre zuvor an der von der Regierung der Vereinigten Staaten unternommenen Expedition um die Welt, unter dem Kommando des Kapitäns Wilkes, theilgenommen hatte. Die Vorrede zum Berichte des Lieutenants Lynch enthält die traurige Nachricht: „Seine Gattin ist ihm seitdem in das Grab gefolgt, aber sein Name ist eine reiche Erbschaft für seine Kinder." Acht Tage nach der Beerdigung des Lieutenants Dale, einen Monat nach ihrer Vereinigung in Bairut, schiffte sich die amerikanische Expedition, die auf den „Supply" nicht länger warten wollte, auf einer französischen Brigg ein, die nach Malta unter Segel ging. Dort wurde sie am 12. September von dem „Supply" ausgenommen, der sie in weniger als zwei Monaten nach New-Dork zurückbrachte. Ihre Abwesenheit hatte etwas langer als ein Jahr gedauert. In der heiligen Schrift ist das Bassin, welches wir das Todte Meer nennen, niemals mit diesem Namen bezeichnet, sondern abwechselnd bald Orientalisches Meer, bald Meer von Sodom, Meer der Wüste oder Salzmeer genannt. Von Josephus und den klassischen Schriftstellern wird es Asphaltsee genannt, wegen der großen Menge des darin enthaltenen Erdpechs. Sein gegenwärtiger Name kömmt zweifelsohne von dem allgemein verbreiteten Glauben her, daß kein lebendes Wesen in seinem Wasser existiren könne. In den gelegentlichen Andeutungen des alten Testaments — denn im neuen ist seiner nicht erwähnt — findet sich Nichts, das gewissen Erzählungen, deren Unwahrheit seitdem nachgwiesen ist, zur Grundlage dienen könnte; im Gegentheil scheinen alle neueren Untersuchungen die Aussagen der heiligen Schrift zu bestätigen. Sobald wir uns aber von der eigentlichen Bibel zu den apokryphischen Büchern wenden, betreten wir die Region der Fabel und der Uebertreibung. Der Verfasser der „Weisheit Salomonis" sagt, indem ec von den Städten der Ebene spricht: „Verschiedene Beweise ihrer Verderbtheit haben sich bis auf den heutigen Tag erhalten; wirbelnde Rauchwolken steigen aus der von der Hand Gottes getroffenen Erde; die Pflanzen tragen dort Früchte, welche niemals reifen, und eine Salzsäule erhebt sich dort, wie ein Denkmal des Unglaubens." Untersuchen wir jede dieser drei angeführten Stellen. Es ist in unzweifelhafter Weise gezeigt worden, daß der vermeintliche Rauch Nichts als ein dichter Nebel ist, den die unaufhörliche Verdunstung des Sees bildet und der von den Sonnenstrahlen nicht zertheilt wird. Der Lieutenant Lynch thut öfter davon Erwähnung. Mau sieht ihn nicht allein Morgens: „Zu einer bestimmten Stunde des Tages nimmt das Meer ein sonderbar finsteres Aussehen an. Kein Lüftchen bewegt seine Oberfläche, sie bleibt ruhig und glatt, wie die eines Teiches. Seine Ausdünstungen bedecken es mit einem leichten und durchsichtigen Schleier, dessen Purpurfarbe stark mit

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