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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-04-22 · Heft 17 (22.4.1850) · p. Seite 230

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 17 (22.4.1850)
Date
1850-04-22
Page
Seite 230 (sequence 10)
Language
German
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230 ihre frühere Nationaltracht zu tragen, auch wenn sie sich anheischig machten, die Kleidersteuer zu bezahlen. Großbritanien. London, 9. April. Sir Moses Montesiore und eine Deputation, bestehend aus Sir Anthony Rothschild, Lervis Cohen, Joshua Benslicl, Sampson Samuel, Salmon und I. Foligno, hatten gestern im Ministerium des Innern eine Zusammenkunft mit Sir G. Grey. Aus der Zusammensetzung der Deputation dürfen wir schließen, daß ihr Gesuch die Interessen der londoner oder überhaupt der englischen Juden betraf. Frankreich. Paris, im April. Mehr als je diskutirt man hier die Frage, die beiden Rite, den deutschen und portugiesischen zu verschmelzen. Die Frage wird bald vor das Konsistorium kommen, welches bereits eine Kommission dafür erwählt hat. (Wir hegen einige Zweifel, ob man zum Ziele kommen würde, in solchen Dingen sind wir Juden sehr zähe.) —. Das allgemeine Stimmrecht wird im Elsaß die eigenthümliche Wirkung Hervorbringen, nur Orthodoxe in die Konsistorien zu bringen. (Nach den Arch. isr. de Fr.) Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Die amerikanische Expedition zur Untersuchung des Jordans und des Todten Meeres. (Aus dem Magazin für Literatur des Auslandes.) (Schluß.) „Die Resultate unserer Sondirungen scheinen jene Stellen der Bibel zu bestätigen, wo der Verfasser der heiligen Schriften andeutet, daß das Bassin des Todten Meeres einst eine Ebene war, welche durch den Zorn Gottes sich gesenkt und mit Wasser angefüllt hat. In der Thar besteht der Meeresgrund aus zwei überschwemmten Ebenen, einer hochliegenden und einer tiefern, die Erstere durchschnittlich 13', die Letztere 1300' unter der Oberfläche gelegen. Die nördliche, welche die breitere und tiefere ist, wird in einer dem Bette des Jordans entsprechenden Linie von einer Schlucht durchschnitten, die wiedrum an dem südlichen Ende des MeereS mit dem Wady-el-Jeib (Schlucht der Schluchten) zu korrespondiren scheint. „Zwischen dem Dschabok und jener Bucht fanden wir eine jähe Vertiefung des Jordans; wenn sich in den Wasserläufen im Süden des Meeres eine ähnliche Vertiefung mit denselben vulkanischen Anzeichen findet, so wäre es außer allem Zweifel, daß der Ghor in Folge irgend einer außerordentlichen Naturumwälzung unter Wasser gesetzt worden, wobei wahrscheinlich ein feuriger Ausbruch und ein allgemeiner Brand des in der Ebene in Menge vorhandenen Bitumens vorangegangen ist. Ich werde stets bedauern, daß ich zu einer Untersuchung des südlichen Ghor bis an das Rothe Meer nicht bevollmächtigt war. „Alle unsere Beobachtungen haben uns überzeugt, daß die Berge früher als das Meer vorhanden waren, und wenn ich nicht irre, so hatten wir Alle beim Verlassen des Todten Meeres die Ueberzeugung gewonnen, daß die Städte der Ebene wirklich in der Weise zerstört worden sind, wie die heilige Schrift es erzählt." Bevor die amerikanische Expedition das Todte Meer verließ, begab sie sich nach Kerak, hauptsächlich in der Absicht, die Mannschaft eine weniger heiße und ungesunde Luft einathmen zu lassen. Kerak ist von ungefähr tausend Christen bewohnt, die von dreihundert Arabern, welche größtentheils in Zelten wohnen, die außerhalb der Stadt aufgeschlagen sind, in vollständiger Unterwerfung gehalten werden. Sie hatten den Bau einer Kirche angefangen, in der Hoffnung, sich dort zu versammeln, um ihre Gebete an den Allmächtigen zu richten und das Gebäude als Zufluchtsort für ihre Frauen und Kinder im Fall eines Handstreichs von Seiten ihrer Feinde zu benutzen; allein während der letzten sieben Jahre hatten die Heuschrecken und der Sirokko ihre Felder verwüstet und die Araber ihnen den Rest ihrer Ernten gestohlen, und sie wandten sich daher in einem Schreiben, welches von unserm Verfasser mitgetheilt wird, an ihre Brüder in Amerika, um deren Unterstützung zu erbitten. Die Theilnehmer der Expedition konnten diese arme Gemeinde, welche die Reisenden stets gut behandelt, nur loben; bei ihrer Rückkehr aber wurden sie ernstlich von einem Angriff der Araber aus Kerak bedroht. Glücklicherweise wurden ihre Befürchtungen, so gegründet sie auch waren, nicht verwirklicht, und da sie kurze Zeit nach-

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