Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 14 (1850)
- Issue
- Heft 15 (8.4.1850)
- Date
- 1850-04-08
- Page
- Seite 201 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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201 schen den Gegnern? Auch das nicht, denn er hat ja das Schwert gezückt in seiner Hand. Er antwortet: 'ti 822 iw *^8 ^2 „denn ich bin ein Heeresfürst des Ewigen." Was soll dies heißen? Doch offenbar, ich gehöre nicht zu Euch und nicht zu Euren Gegnern, ich bin des Ewigen, also: ich bin ein Höheres als Ihr und als Eure Gegner. Und fürwahr! so ist es, m. Fr. Ich habe vor Euch das Gemälde der Kampfe entrollt, die in der Menschheit leben und ihr bevorstehen. Aber, m. Fr., diese Kampfe, sie sind in der That doch nicht neu, sie gehören nicht allein unserer Gegenwart an, sie sind so alt wie die Menschheit selbst. Freilich! waren sie nicht zu aller Zeit von derselben Heftigkeit, Jahrhunderte ruhten sie, freilich waren sie nie so ausgesprochen, so entschieden, so im klaren Bewußtsein geführt, wie jetzt. Aber angesponnen hatten sie sich in den Urzeiten der Menschheit, fortgesponnen haben sie sich bald in dieser, bald in jener Gestatt. Oder wurde nicht schon vor Jahrtausenden um die Verfassungen gestritten? hat es sich nicht damals um Sklaven, dann um Leibeigene gehandelt bis auf die neueste Zeit? hat die Gotteslehre Israels nicht stets das Heidenthum der Welt zum Gegner gehabt? Wir, m. Fr., arbeiten also auch in unserer Zeit nur an dem großen Werke der Menschheit weiter, wenn auch freilich in neu entbrannter Heftigkeit, in größeren Drangsalen. Aber wahrend nun die. Menschen stets in zwei Parteien zerfallen, und sich gerüstet und kämpfend gegenüberstehen, zermalmend was in der Mitte steht — giebt es ein Höheres, was über den menschlichen Parteien steht, der 'ii 822 das Göttliche. Das ist nicht das Eine und nicht das Andere, sondern es ist darüber, in ewiger Waltung, in ewigem Fortschritt, in ewigem Ziele. Und wie könnte es auch anders sein? Ist die Menschheit in zwei Halsten getheilet, nun so können die Wahrheit und das Recht nicht in der einen, und nicht in der andern Hälfte sein, sondern sie müssen weit darüber hinausliegen. Denn all die Kampfenden hüben und drüben sind nur Männer des Augenblicks, Männer der Zeit, deren Blick, und wäre er noch so scharf und tief, nur den Kreis übersieht, in welchem sie stehen. Dieser Kreis kann aber nicht das Ganze sein. Fragen wir doch alle Kämpfer aller Zeiten, haben sie nicht immer geglaubt: jetzt gilt es, jetzt muß es sich entscheiden um das ganze Heil der Menschheit für ewige Zeiten, und siehe da, wie schrumpfte es stets zusammen vor dem, um was die folgende Zeit stritt? Wohl! Gott hat ein Schwert gezückt über die ganze Menschheit; der Mensch ist zum Kämpfen und Ringen bestimmt; das ist sein Charakter, seine Beschaffenheit, aber auch seine Würde, sein Adel. Er ist ein Kind der Freiheit, der Selbstbestimmung, darum aber auch ein Kämpfender. Aber dieser Kampf ist nicht planlos, gedankenlos, ziellos, sondern mitten durch die Kämpfe der Zeiten, mitten durch alle Siege und alle Niederlagen schreitet die Menschheit fort und fort, immer dem Ziele, immer dem höchsten und letzten Gedanken naher. Ja, je heftiger der Kampf entbrennt, desto naher sind wir ihm, je größer der Inhalt, der Gedanke der Kampfe, desto näher schreiten wir ihm. Dies ist es, was der Mann mit gezücktem Schwerte dem Joschua antwortet. M. Fr.! lassen wir davon nicht. Geschichte und Vernunft erweisen es — und dann, die Fülle des Trostes, die darin lieget. Ich frage, was könnte mehr abspannen, mehr entmuthigen, mehr entnerven, als der Gedanke: es ist kein Zweck, es ist kein Ziel darin; heute so, morgen so; sind wir damit fertig, kömmt ein Anderes, und das ist ebenso nutzlos, wie das Gestrige. Nein! Ihr Zweifler, kommet her und schauet sorgfältig zu. Nicht einer Zeit ist die Wahrheit und das Recht, nicht einer bestimmten Partei ist die ganze Wahrheit und das ganze Recht. Aber über Euch wohnet und waltet die Wahrheit und das Recht, dem dienet Ihr, zu dessen Verwirklichung kämpfet und arbeitet Ihr. Sei getrost, große, kämpfende, leidende, aber unsterbliche Menschheit. Gehe den Gang nur vorwärts; ob auch Dein Fuß sich ritzet an den Tausenden von Dornen, ob Dein Fleisch zerreißet an den Hecken und dichtem Strauchwerk Deines Weges, und ob die Stürme brausen um Dein gottebenbildliches Haupt, die Elemente sich entladen auf Deine erhabene Gestalt — nur getrost: 'rr 822 liü „der göttliche Heeresfürst" fehlet nicht, und leitet Dich. Du gehst mit Nichten in der Irre; auch wenn es dunkelt und wettert um Dich, Dein Pfad führt zum Ziele, zu dem Ziele, wo hrt *p82 *1122 önttlpl 222*18 b22 1‘T22n!"P21ÖY' „die Posaune gehet durch die ganze Erde und Freiheit ausgerufen wird allen ihren Bewohnern: 8l!n V2V Jobel ist es" (3 M. 25, 9. 10.); wo yw in$8n nrtni nun ws *)2un