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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-04-01 · Heft 14 (1.4.1850) · p. Seite 191

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 14 (1.4.1850)
Date
1850-04-01
Page
Seite 191 (sequence 11)
Language
German
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191 j* y i > der israelitischen Toleranz-Taxe-Rückstände zu Händen des Vorstandes I. H. Kassovitz hier. Pfag, 18. März. Der „Lloyd" läßt sich von hier aus schreiben: Endlich scheinen unsere verwickelten Gemeindeverhältnisse ihrer wirklichen Lösung nahe zu sein. Sie wird uns sehr erwünscht kommen, da sie von der Zeit schon dringend geboten ist. Der Zustand in dem das Präger Gemeindewesen jetzt schwebt, ist ein Provisorium, welches in seinem Innern morsch und zerfahren, nach Außen alles Vertrauens entbehrt, wodurch allein das Zusammenwirken Aller zu einem gemeinschaftlichen Zwecke, und der Erfolg dieser unerläßlichen Harmonie gesichert werden könnte. Wie wenig Eintracht dagegen überhaupt in dieser Kommune herrscht, wie wenig Halt ihre jetzige Repräsentation in der von ihr vertretenen Bürgerschaft besitzt, dies haben in letzter Zeit die Reibungen zwischen dem Stadtverordnetenkollegium und einem ansehnlichen Theile der hiestgen Gemeindebürgcr bewiesen; dies beweist noch heute das unverholene Widerstreben, worauf die meisten Anordnungen des Gemeinderathes in ihrer Ausführung stoßen. So kann es jedoch unmöglich bleiben, soll nicht „die Grundlage des freien Staates" in ein schwer entwirrbares Chaos versinken, und die ohnehin bedenkliche Krankheit unsers Gemeindenervs — der finanzielle Passivstand — unheilbar werden. Die Abhilfe muß bald und in ausgiebigem Maße getroffen werden, damit das Vertrauen im Gemeindeleben zurückkehre, und sich wieder geltend machen könne. Daß die Regierung durch Berufung von Vertrauensmännern die Sache zu beschleunigen strebt, ist daher Nichts als zweckmäßig. Die Hauptsache bleibt jedenfalls die — Anschlußfrage. Schon vor dreiviertel Jahren theilte ich Ihnen die Bedingungen mit, an welche damals der Anschluß des Wissehrad und der Judenstadt an die Hauptgemeinde geknüpft wurde. Im Verlaufe der Zeit ist man von einigen derselben zurückgekommcn. Anfangs wurde von Seite der Stadt das Ansinnen gestellt, daß den Bürgern des Wissehrad und der Judenstadt— selbst im Falle ihres Anschlusses (!) — die Handels - und Gewerbefreiheit derart verkümmert würde, daß das Schicksal derselben in jedem einzelnen Falle von dem Belieben des prager Magistrates abhängen mußte. Dieser sollte die Ausübung des Stadtbürgcrrechtes dem bereits anerkannten Stadtbürger j bewilligen oder verbieten können!!! •*- Natürlich! bedankten sich die zwei letzten Stadtviertel Prags für! diesen Witz, und wollten sich zu einem Anschluß, ■ der kein Anschluß, sondern vielmehr ein Ausschluß! war, nicht verstehen. Ein Bürger ohne Bürgerrecht, j dachten sie, sei Unsinn, Titel ohne Mittel; einen An- : schluß aber dlos zu dem Behufe anzustreben, um! Mitträger der Gemeindeschulden zu werden, schien! ihnen weder klug, noch nöthig. Sie verwahrten sich entschieden gegen dieses lächerliche Projekt, und, wie es sich als wahrscheinlich herausstellte, auch mit Erfolg. Man scheint nun diesen heikeln, allen Prinzipien der Gleichberechtigung zuwiderlaufenden Punkt -völlig umschifft zn haben, nicht minder die einst gehegte Zumuthung, den jüdischen Sabbat auf den Sonntag zu verlegen, damit ja den Juden kein mcrkantilischer Vorsprung in ihrem Viertel zu statten käme. Die Besorgung derKultusangelegenheitcn aus eigenen Mitteln versteht sich von selbst; außerdem darf der Anschluß jedoch nicht halb, er muß ganz und in seiner vollen Bedeutung geschehen. Mit gleichen Pflichten müssen gleiche Rechte gepaart werden, ohne Hinterpförtchen und ohne Häkchen. Der einzige Punkt aber, um den cs sich noch handelt, ist — das Geld. Darüber wird die nach Wien berufene Kommission entscheiden, deshalb wurden nachträglich die HH. Landau und Kolinsky zitirt. Die Juden sollen als Pauschale für den gemeinschaftlichen Genuß des Kommunalvermögens eine bedeutende Einkaufssumme zahlen; wir zweifeln nicht, daß hierin eine Verständigung und Einigung thalsächlich erzielt werden wird Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Joseph, Sohn des Tobias, und seine Söhne, die ersten jüdischen Geschäftsmänner. (Aus dem Magazin für Literatur des Auslandes.) (Schluß.) Gern würde ich nun auch etwas Näheres über die Neichchümec Josephs, über die Ausdehnung und Führung seiner Geschäfte mittheilen; allein aus unserer Quelle, und andere haben wir nicht, läßt sich schwer etwas Sicheres ermitteln. Wir können nur durch Vermuihungm i

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