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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-04-01 · Heft 14 (1.4.1850) · p. Seite 184

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 14 (1.4.1850)
Date
1850-04-01
Page
Seite 184 (sequence 4)
Language
German
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184 ewigen Andenken ihres Namens als besondere Stiftungen auf das Gewissenhafteste zu verwalten. Möge dieser Aufruf an die oft bewährte Wohlthätigkeit und den bessern Sinn, der Großes schafft, nicht ungehört verhallen! — und mögen vor Allem Männer von Einfluß und Eifer sich bewogen fühlen, die Sache unserer Anstalt nicht nur durch ihre eigene Theilnahme, sondern durch Erweckung und Anregung der Theilnahme in ihrem Kreise, durch Verbreitung dieses Aufrufs, durch Sammlungen, durch Stiftung von Vereinen zur Förderung der jüdischen Lehrerbildungsanstalt, oder auf jede andere, ihnen zweckmäßig scheinende Weise zu befördern. Wir sind gern bereit, wenn sie sich unmittelbar mit uns in Verbindung setzen, jede gewünschte Auskunft zu ertheilen und ihnen mit Rath und That an die Hand zu gehen. Unsere Anstalt ist auf Liebe und Theilnahme begründet — und nur insofern sie diese auch in weiteren Kreisen und auch für die Zukunft findet, vermag sie ihren Zweck zu erreichen und ihre Wirksamkeit immer segensreicher zu entfalten! — Wir verbinden mit dem Vorstehenden die Anzeige, daß nach dem Passafeste dieses Jahrs wiederum eine Aufnahme neuer Schüler stattsindet. Diese müssen 15 Jahr alt sein, einen guten moralischen und religiösen Lebenswandel bescheinigen, die nöthigen Vorkennlnisse besitzen und Nachweisen, daß für ihre Wohnung und Unterhalt dahier auf angemessene Weise gesorgt sei. Der volle Kursus ist ein dreijähriger; die Unterrichtsgegenstände vorläufig die Bibel mit Kommentaren, hebräische Grammatik, Mischna, biblische und jüdische Geschichte, Religion, deutsche Sprache, Pädagogik, Weltgeschichte, Geographie, Naturlehre, Schönschreiben und Gesang. Den Unterricht ertheilen der Landrabbiner llr. Meyer, Oberlehrer vr. Frensdorfs und mehrere Hi lfslehrer. Das Schulgeld beträgt halbjährig 6 Thaler. Die Meldungen zur Aufnahme sind baldmöglichst bei dem mitunterzeichneten Landrabbincr Dr. Meyer einzureichen und haben sich die Aspiranten spätestens Montag den 8. April Hieselbst einzusinden, da am 9. die Vorprüfung stattsindet und am 10. der neue Kursus beginnt. Hannover, den 7. März 1850. Die Verwaltungskommission der Bildungsanstalt für jüdische Lehrer. Unger, Regicrungsralh. Ur. Meyer, Landrabbiner. A. Berend, Bankier. Salomon Cohen, Bankier, vr. Frensdorfs, Oberlehrer. Frankfurt am Main, 12. März. Wie man vernimmt, hat eine Anzahl streng israelitischer Mitglieder der hiesigen Gemeinde bei dem Senate eine Eingabe eingereicht, worin sie um die Genehmigung, sich zu einer vesondern Religionsgesellschaft gestalten zu dürfen u. s. w. nachsuchen. Der Senat hat diese Eingabe dem Vorstande der israelitischen Gemeinde zur gutachtlichen Berichterstattung überwiesen. Berlin, 23. März. *) Folgendes Aktenstück ist jetzt an die Vorstände der israelitischen Gemeinden in Preußen vom hiesigen versendet worden. Wir überreichen Ihnen umstehend eine Darstellung der Beweggründe, welche uns den Gedanken zur Gründung einer Zentralbehörde für die jüdischen Gemeinden deS preußischen Staats nahe legten, so wie einige vorläufige Andeutungen über die Ausführung dieses Planes. Sollten Sie sich mit uns über die Wichtigkeit einer solchen Behörde einverstanden erklären — und wir hoffen wol mit Recht, daß das der Fall sein wird — so erwarten wir Ihre Beitrittserklärung in möglichst kurzer Zeit. Es scheint uns nämlich um so dringender, eine ähnliche Institution recht bald in's Leben treten zu sehen, als dem Vernehmen nach den nächsten Kammern organische Gesetze vorgelegt werden sollen, welche auch auf die Verhältnisse unserer Glaubensgenossen eine dauernde wichtige Einwirkung üben dürsten (z. B. das Unterrichtsgcsetz), und eine Behörde, wie wir sie uns denken, wol der geeignetste Mittelpunkt wäre, um die Gemeinden auf ihre Interessen aufmerksam zu machen und bei den hohen Behörden die entsprechenden Schritte zu deren Wahrung zu veranlassen. Berlin, den 10. März 1850. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. A. H. Hcymann. A. Asher. Burg. Jean Benda. H. Jakob. Ph. Meyer. Mich. Salomon. An die Herren Vorsteher der jüdischen Gemeinde zu N. N. *) Wir werden unsre Ansicht hierüber in dernachsten Nummer aussprechen. Die R edakt. d. A. Z. d. I ud.

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