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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-03-25 · Heft 13 (25.3.1850) · p. Seite 177

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 13 (25.3.1850)
Date
1850-03-25
Page
Seite 177 (sequence 13)
Language
German
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177 bewandert, jeden um ein Talent, und hundert Mädchen um denselben Preis. Dann wurde er mit den Vornehmsten des Landes zum Gastmahl gerufen. Ihm wurde der niedrigste Platz unter Allen angewiesen, weil diejenigen, deren Amt es war, den Gasten, jedem nach seinem Range, die Plätze zu bestimmen, ihn wegen seines jugendlichen Alters gering achteten. Alle aber, die neben ihm saßen, legten die Knochen ihrer Portionen, nachdem sie das Fleisch davon verzehrt hatten, in einem Haufen vor Hyrkan, so daß der ganze Tisch davon bedeckt wurde. Tcyphon, der Spaßmacher des Königs, dessen Amt es war, bei den Trinkgelagen durch Scherze und Spaße zu unterhalten, wurde von den Gästen darüber befragt, und ec sagte, zum Könige tretend: Siehst Du, o Herr, wie viele Knochen vor Hyrkan liegen? Hieraus kannst Du entnehmen, daß, wie dieser die Knochen vom Fleische entblößt, so sein Baker ganz Syrien geschunden hat. Ueber diesen Witz des Tryphon erhob der König ein lautes Gelächter und fragte den Hyrkan, weshalb er denn so viele Knochen vor sich liegen habe? Dieser antwortete: Darüber wundere Dich nicht, o Herr. Die Hunde verzehren die Knochen mit dem Fleische, wie diese — und hier zeigte er auf seine Tischnachbarn — gethan haben; die Menschen aber pflegen das Fleisch zu essen und die Knochen wegzuwerfen, wie ich es, der ich ein Mensch bin, gemacht habe. — Der König bewunderte die kluge Antwort desselben, und Alle mußten ihm ihren Beifall über seine Witz zu erkennen geben. „Am folgenden Tage begab sich Hyrkan zu allen Freunden des Königs und zu denen, die im königlichen Palaste von Einfluß waren, und machte ihnen seine Aufwartung. Bei ihren Dienern aber erkundigte er sich, was für Geschenke sie dem Könige zur Geburtsfeier seines Sohnes überreichen würden. Als er darauf hörte, daß Einige zwölf Talente, Andere, besonders Hochgestellte, andere Summen nach Verhältniß ihrer Vermögensumstände verwenden würden, stellte er sich, als wenn er bedaure, solche reiche Geschenke nicht bringen zu können; denn ihm sei höchstens gestattet, fünf Talente auf Geschenke auszugeben. Wie dies die Diener hörten, meldeten sie es ihren Herren, und diese freuten sich schon, daß der König dem Joseph seine Kargheit zum Vorwurf machen und über die Geringfügigkeit seiner Geschenke beleidigt sein würde. Doch als der Tag kam, brachten diejenigen, die für die Freigebigsten galten, höchstens zwanzig Talente; Hyrkan aber gab einem jeden der hundert Knaben und hundert Mädchen, die er gekauft hatte, ein Talent zu überreichen und führte die Knaben dem Könige, die Mädchen der Kleopatra vor. Da staunten Alle und selbst die königlichen Personen über dieses unerwartet prächtige und kostbare Geschenk. Außerdem gab er auch den Freunden und Dienern des Königs Geschenke im Werthe vieler Talente, damit er von ihnen Nichts zu befürchten hatte; denn seine Brüder hatten an sie geschrieben, ihn zu tödten. Ptolemaus aber, die großartige Freigebigkeit des Jünglings bewundernd, hieß ihn, sich von ihm, was er nur wolle, als Gnade ausbitten. Dieser jedoch erbat sich von ihm nichts Anderes, als daß er an den Vater und die Brüder in Betreff seiner schreiben möchte. Und so entließ ihn der König mit den größten Ehren überhäuft unb mit vielen Geschenken begabt, nachdem er an den Vater und die Brüder und alle seine Statthalter und Beamten geschrieben hatte. Als aber seine Brüder vernahmen, was er bei dem Könige erlangt habe, und wie er mit großen Ehren zurückkommen, zogen sie ihm entgegen, um ihn zu tödten, mit Vorwissen des Vaters. Denn dieser war auf ihn aufgebracht wegen des vielen Geldes, das er für die Geschenke ausgegeben hatte, und es war ihm gleichgiltig, was jenem geschähe. Jedoch verbarg Joseph seinen Zorn gegen den Sohn aus Furcht vor dem Könige. Zwischen den Brüdern und Hyrkan aber kam es zum förmlichen Kriege, in welchem viele von den Leuten jener und selbst zwei der Brüder blieben; die anderen retteten sich nach Jerusalem zum Vater. Hyrkan begab sich auch nach der Stadt; da ihn aber Niemand aufnehmen wollte, zog er sich, für sein Leben fürchtend, jenseits des Jordans zurück und blieb daselbst, von den Barbaren Tribut einfordernd. „Um dieselbe Zeit regierte in Asien Seleukus mit dem Beinamen Soter, Antiochos des Großen Sohn. Damals starb der Vater des Hyrkan, Joseph, ein trefflicher und hochherziger Mann, der das jüdische Volk aus der Dürftigkeit und Ohnmacht herausgerissen und in eine glänzend Lage versetzt hatte. Er hat die Pacht der Steuern von Syrien, Phönizken und Samarien zweiundzwanzig Jahre gehabt. Es starb auch sein Oheim Omas, der seinem Sohne Simon die hohe Pciesterwürde hinterlkeß, und als dieser gestorben war, folgte ihm im Amte sein Sohn Onias (II.). — Nach Joseph's Tode entstand im Volke eine Spaltung wegen seiner Söhne. Denn da die älteren Brüder den Hyrkan bekriegten, so theilte sich das Volk in zwei Parteien; die größere war auf der Seite der alteren Brüder, und zu ihr gehörte auch der Hohepriester

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