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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-03-18 · Heft 12 (18.3.1850) · p. Seite 158

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 12 (18.3.1850)
Date
1850-03-18
Page
Seite 158 (sequence 6)
Language
German
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158 wie im vorigen Jahre einzubringen, und hofft sie diesmal durchzusetzen — es wäre doch auch zu schmählich, wenn England sich von Baiern überragen ließe, das bekanntlich den Judendruck aufrecht erhält, aber Juden in seine Kammern wählen läßt, während England, oder vielmehr die englischen Peers dies verweigern, sonst aber von Ausnahmegesetzen jede Spur verwischt hat. Spanien. Gibraltar. (Arch. isr. de Fr.) Briefe aus Andalusien zeigen an, daß die zu Gibraltar wohnhaften Juden sich mit der Abfassung einer Bitte an die Königin von Spanien beschäftigen, in welcher sie um die Erlaubniß ansuchen, Spanien wenigstens zu durchreisen, wenn ihre Geschäfte es erfordern, weil es ihnen verboten ist. in dem theuern Lande, welches die Wiege ihrer Vorfahren war, und auf welches ihre Blicke sich niemals ohne Bedauern und ohne Schmerz richten, zu wohnen. Dänemark. Kopenhagen, im Februar. Joseph H ambro, Bankier zu London, Israelit, hat seiner Vaterstadt Kopenhagen i 00,000 Bankoreichsthaler vermacht zu wohlthätigen Zwecken, mit der Bedingung, daß sein Sohn Karl die Nutznießung während seines Lebens haben solle. Der Letztere hat aber dem Magistrat angezeigt, daß er hierauf verzichten wolle, wenn dafür öffentliche Bäder u. dgl. für die Armen, wie sie in England bestehen, errichtet werden, worauf sehr gern eingegangen worden. Rußland und Polen. Warschau, im. Februar. Im vorigen Jahre zählte die Hauptstadt Polens unter 163,304 Seelen 43.027 Juden, nämlich 21,161 Männer und 21.866 Frauen, nächst der katholischen Bevölkerung die stärkste. Getraut wurden 435 >üdische Paare. Amerika. In Kalifornie«, wohin schon viele Israeliten gewandert, haben sich bereits mehrere Gemeinden gebildet. Indiana. Fort Wayna. In dieser fernen Gegend hat sich eine Gemeinde von 10 Familien gebildet, die sich bereits einen Gottesacker für 400 Dollars gekauft, und einen Chasan, Schächterund Mohel engagirt hat. (Asmon.) Kurdistan (asiatische Türkei). Ein Korrespondent des Jewish Intelligence, der jüngst Kurdistan besucht hat, giebt eine sehr betrübende Beschreibung von dem Zustande der Unterdrückung, in welchem die Israeliten in diesem Lande schmachten. Unter der Herrschaft von Achmed-Pascha, der jetzt in Kvnstantinopcl im Exil lebt, erhoben sich die von den Juden geforderten Steuern auf ungefähr 100 Keroncn (ungefähr 25 Thlr.) monatlich, aber in diesem Augenblick fordert man von ihnen 500—700 Keronen. Da cs kein Gesetz giebt, welches die Steuer festgestellt, so ist es dem Unterdrücker erlaubt, sie so hoch zu steigern wie es ihm beliebt. Zu Karadogh, einer ziemlich bedeutenden Stadt, sind die Juden ohne Vertheidigung der doppelten Grausamkeit der Regierung und der Kurden im Allgemeinen ausgesetzt. Der Statthalter, dem die Stadt gehört, verkauft die Juden für einen bestimmten Zeitraum einem kurdischen Aga, der damit eine unbeschränkte Macht sie mit Steuern zu belasten erhält, um sich für den Preis, den ihm seine vorübergehende Herrschaft kostet, zu entschädigen. Alle Mittel ihnen Geld auszupreffen sind gesetzlich; dasjenige was man am Oeflersten in Anwendung bringt, ist, sie durch irgend eine unwürdige Behandlung dahin zu bringen, daß sie einen Mangel an Achtung vor der mohamedanischen Religion bezeigen. Die Schuldigen haben da gar keine andere Zuflucht, um den äußersten Qualen zu entgehen, als Alles zu überlassen was sie besitzen; alsdann können sie noch die Barmherzigkeit ihrer Tyrannen segnen, wenn sie nicht gezwungen werden zum Islam überzugehen. . Die armen Israeliten von Ravendus sind gezwungen an der Wiederherstellung des Forts von Baselan ohne irgend eine Entschädigung zu arbeiten; die Regierung ist zu schwach um diese Mißbräuche abstellen zu können, und der erbärmlichste Kurde behandelt unbestraft den Juden wie seinen Sklaven. Wenn Alter oder Schwäche ihnen nicht gestatten zu arbeiten, so sind sie genöthigt ihre Kleider oder Küchengeräthe zu verpfänden oder zu verkaufen, um andere Arbeiter an

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