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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-03-04 · Heft 10 (4.3.1850) · p. Seite 135

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 10 (4.3.1850)
Date
1850-03-04
Page
Seite 135 (sequence 11)
Language
German
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133 Rußland. Minsk, 30. Januar. (Privatmitth.) Nach dem Sr. Maj. dem Kaiser vorgelegten Berwaltungsbericht des Ministeriums des Innern für das Jahr 1848 betrug damals die jüdische Einwohnerschaft, die in 18 Gouvernements und 1 Provinz wohnhaft ist, 1,188,111 Seelen, die 030 Synagogen, 2274 Bethäufer und 5308 Verwalter der geistlichen Aemter besaßen. N. Von der polnischen Grenze, 18. Februar. Nach einer neuern kaiserlichen Verordnung sind denjenigen Juden aus dem Königreiche Polen, welche entweder im Dienste im stehenden Heere invalid geworden sind oder eine gewisse Dienstzeit durchgemacht haben, zunächst alle diejenigen Vergünstigungen zu gestatten, welche in beiden Fällen den christlichen Soldaten gewährt werden. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Die Beerdigung. (Schluß.) So setzten sich denn im zwölften und im dreizehnten Jahrhundert, besonders durch den Einfluß Rabbi Jehuda des Frommen*) und mancher anderer, damals zu hoher Autorität gelangter Werke, die Sitten und Bräuche beim Hinscheiden und bei Beerdigungen allmalig fest und blieben nebst manchen Zusätzen, die im Anfang des siebenzehnten Jahrhunderts durch R. Aaron Berechia zu Modena, Verfasser des Buchs Maabor Jabok, hinzukamen, in der Hauptsache bis auf unsere Tage. — In allen Gemeinden Israels sind es *) Uebec das Wirken dieses Mannes, dessen Lebensumstande nicht einmal genau gekannt sind, aber dessen Aussprüche noch heutzutage vielen von den israelitischen Beerdigungsbrüderschaften angenommenen Gebräuchen als Norm dienen, sagt Dr. Zunz in seinem Werke „zur Geschichte und Literatur Ir Bd. S. 125" Folgendes: „Das Edle in dem menschlichen, das Höchste in dem israelitischen Thun zur Geltung zu bringen, kn den Andeutungen der heiligen Bücher die innerste Wahrheit aufzusinden, das schien das Ziel seines Geistes zu sein, in welchem dichterisches, sittliches und göttliches in einander verschmelzen." die würdigsten und frömmsten Männer, welche in einer heiligen Brüderschaft vereinigt, jener Beschäftigung mit der edelsten Unekgennützigkeit und Selbstaufopferung sich widmen und selbst in hohem Greisenaltee nicht davon ablassen, wie auch wir hier ein edles Beispiel noch unter uns haben. — Und wahrlich, meine geehrten Freunde, dürfen wir uns nicht verhehlen, wie wichtig jene Pflicht ist, auch von unser m heutigenStandpunkte aus betrachtet, und welches vortheilhaste Licht ihre uneigennützige und sorgfältige Ausübung auf unsere Religion und ihre Bekenner wirft. Die Unterstützungen, die wir unseren lebenden Glaubensgenossen zukommen lassen, so nothwendig, so löblich, so gottgefällig sie auch sein mögen, in so reiner Absicht sie auch geleistet werden, sind doch den Verleumdungen mancher Gegner ausgesetzt, die ja sogar auf das Hellstrahlendste in Israel dunkleSchatten zu werfen sich bemühen. Bald ist es Partikutarismus, bald irgend eine andere unlautere Triebfeder, der sie uns zeihen! —Daß wir aber unsere dahinscheidenden Brüder in den letzten Augenblicken ihres Daseins liebevoll umstehen und ihnen nicht etwa unverstandene Glaubensdogmen, sondern den einen Spruch, der die Grundlage aller wahren Religion enthalt, die Einheit Gottes, banur einhauchen, ihren Leichnam, als Hülle der mit Gottes Odem belebten Seele sorgfältig bewachen, ihn mit eigenen Händen und nicht durch Miethlinge reinigen, ihn selbst bestatten, zu diesem Zwecke besondere heilige Vereine bilden und hierzu noch Spenden leisten, — solchen frommen Brauch vermag selbst des argen Verleumders giftige Zunge nicht anzutasten; es ist dies eine Heiligung Gottes, eine ewige unvergängliche Zierde unserer heiligen Religion und ihrer Bekenner. Und wol mag dies im Sinne der Worte unserer alten Weisen liegen mb“^ innbrm *^7^ ü’HDn mb^a (Talm. Trakt. Sota 14 3) d. h. „der Anfang und der Endpunkt unserer heiligen Lehre beruhet auf Erzeigung von Liebesdiensten, besonders den Dahingeschiedenen!" Denn fürwahr, wenn in dem Brausen der Zeit alle andere Stützen der Religion wankend würden, dieser Grund - und Schlußstein wird ihren Bau stets fest erhalten! — — Zu der Zeit, als in Deutschland lichtere und menschlichere Begriffe zu dämmern begannen und das Schicksal unserer Glaubensgenossen in einem benachbarten Staate, durch das gerade jetzt vor hundert Jahren, im Jahre

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