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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-03-04 · Heft 10 (4.3.1850) · p. Seite 133

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 10 (4.3.1850)
Date
1850-03-04
Page
Seite 133 (sequence 9)
Language
German
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133 geisttrompeters" Lerchenfeld. „Yiribus unitis vermögen wir Alles durchzusetzen, das zeigt der Erfolg unserer Addressen, also aufgepaßt für das nächste Mal, wenn wir Euch wieder aufrusen — triumphiren die aller Ehre baren Organe derselbe, deren Motto lautet: der Zweck heiligt die Mittel. Einige und namentlich eines hervorragend, das von einem geistlichen Kammermitgliede, freilich gedeckt, redigirt wird, deutet schon darauf hin, „daß man Minister haben müsse von echter Gesinnung, die den Blick'in dieser glaubensarmen Zeit mehr nach oben als nach unten richten und die durch avzugroße Nachgiebigkeit gegen die Forderungen der Umsturzmänner sich nicht zu Thaten Hinreißen ließen, für deren Verhütung man die Kirche und ihre Kinder jetzt stets wach halten müsse." Nun ja, Herr v. d. Pfordten ist Protestaul von Geburt und Herr von Abel, der Mann von Treue und Glauben, auf Wartegeld gesetzt! Freilich ist die Aufgabe groß, aber der Arbeiter sind auch viele. München, 17. Februar. (Augsb. Abendz.) Die gestrige Abstimmung der Kammer der Reichsräthe über das Judenemanzipationsgesetz wird hier einer scharfen Kritik unterworfen. Auf die Betheiligten selbst hat dieses Ereigniß einen höchst niederschlagenden Eindruck gemacht. Aber auch für das'Ministerium ist die gänzliche Verwerfung ein harter Streich, nachdem der Ministerpräsident noch Alles aufbot, um eine günstigere Stimmung für das Gesetz zu erzwecken. München, 18. Februar. Die „A. A. Zeitung" läßt sich über das Schicksal der Judenemanzipation in der ersten Kammer Folgendes schreiben: Ich enthalte mich, Ihnen jetzt schon über den Eindruck dieser Abstimmung zu berichten, glaube jedoch, Sie auf das Formelle der Behandlung in der ersten Kammer aufmerksam machen zu müssen, weil es uns einen klaren Blick in unsere dermaligen Zustände gewährt. In Baiern konnte man seine Freude bei den jüngsten berliner Verfaffungwirreu und bei Bekanntwerdung der Beschwörungsrede nicht bergen, und man gab sich laut der Hoffnung hin, daß jetzt alle Sympathien für das Dreikönigsbündniß erlöschen werden. Das Verhängniß scheint indessen zu wollen, daß, so oft in Preußen ein politischer Akt zum Vorschein kommt, die Blößen unseres konstitutionellen Lebens desto greller an das Tageslicht treten müssen, damit cs ja Jedermann klar wird, daß trotz zweiunddreißigjähriget Uebung unsere Zustände nicht sehr viel besser sind. Das Gesetz über Emanzipation der Juden wurde in der Thronrede des ersten Landtages 1849 förmlich angekündigt, nach dem Wechsel des Ministeriums im Mai 1849, dann wiederholt bei dem gegenwärtigen Landtage eingebracht, von der zweiten Kammer mit der vorgeschriebenen Zweidrittelsmajorität angenommen, und auch in der ersten Kammer von dem verantwortlichen Ministerium mit aller Entschiedenheit vertreten. Man hätte annehmen sollen, daß dieser so vielfach ausgesprochene Wille der Krone, namentlich bei denjenigen Mitgliedern der hohen Kammer, welche bei jeder Gelegenheit ihre unbedingte Anhänglichkeit betheuern, Eingang finden würde, aber gerade diese waren es, welche das Gesetz fallen machten. Jedem Uneingeweihten wird diese Erscheinung räthselhaft sein, aber hier kennt man den Zusammenhang ganz genau. Außer dem Ministerium geriren sich auch Andere als Solches, und diese sind in der hohen Kammer stark vertreten, weshalb dort der Tagesbefehl nicht immer mit der Ansicht der verantwortlichen Räthe der Krone übereinstimmt. Die Macht dieses Quasiministeriums ist sehr bedeutend, und nur dadurch läßt sich diese gewaltige Agitation gegen die Emanzipation, und der Umstand erklären, daß selbst ganz untergeordnete Behörden es »zagen durften, sich dabei zu betheiligen. Das Gesetz, um das es hier zunächst sich handelt, ist es nicht, was uns Sorge macht. Dieses Gesetz wird bei einem der nächsten Landtage doch seinen Weg finden. Aber die anderen Erscheinungen, die sich an dieses Votum knüpften, erfüllen uns mit Bekümmerniß. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien» 18. Februar. DerLloyd schreibt: Man schreibt uns aus Preßburg: Die Beiträge für die durch Wasser Verunglückten fließen zahlreich ein; die Bewohner jedes Standes und Glaubens beeilen sich, den Obdachlosen zur Herstellung ihrer Wohnungen und zur Ergänzung ihrer durch das Wasser zerstörten Habe zu verhelfen. Unter den Beisteuernden sind die Israeliten zahlreich vertreten, und bieten durch dieses Benehmen einen auffallenden edeln Gegensatz zu den bedauerlichen Ostervorfällen im Jahre 1848, während und nach welchen ihnen von ihren Mitbürgern die 10*

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