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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-03-04 · Heft 10 (4.3.1850) · p. Seite 127

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 10 (4.3.1850)
Date
1850-03-04
Page
Seite 127 (sequence 3)
Language
German
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die Hände zum Himmel, und so wie erste erhob, siegle Israel, wie er sie sinken ließ, siegte Amalek. Auf den Hügel auf den sonnenbeschienenen, auf den lichten Hügel stieg er, aus den Hügel der Erkenntniß, während der Feind Lief unten in den Niederungen, in den Schluchten und Hohlwegen des Jrrthums und der Lüge streitet. Die Hände erhob er gen Himmel und hielt sie em'porgerichtet, und siegte — p*>5noa i'NV *j»t ba •nrr trjarDü« asroab Dsb n« pia^iaa*! fib5>a ■’öba p^aana (Rosch. hasch. 29, 1.) „so lange Israel nach oben blickte und dem Vater im Himmel sein Herz unterwarf, siegte (6." Dies sind die inneren Kampfmittel, die Wahrheit, die von oben stammt, mit ihrer unendlichen Siegeskraft, sie selbst: ihr treu geblieben, sie vorantragen, sie lautern Herzens bekennen, von ihr nicht weichen, sie nicht aufgeben, sie fördern und vertreten — und wenn hiermit die äußeren Waffen des Muthes, der Ausdauer, der Offenheit vereinigt werden: ,yn:3jina pisana dann siegen, dann siegen wir, aller Zeiten, aller Orten, wie in dem wunderbaren Thale von Rephidim. III. Und dann, nach dem Siege? Da baute Mosche einen Altar und nannte ihn •’öa 'Si „der Ewige ist mein Panier!" Warum nicht „der Ewige ist mein Sieg", oder „der Ewige ist mein Triumpf"? Warum Panier, das da vorangetragen wird in den Kampf, worauf die Blicke der Kämpfenden schauen, um zu wissen, wohin sie sich richten sollen, um das sie sich scharen, weil es, so lang es flattert, Sieg verkündet? O, m. Fr., weil Mosche wußte, dieser eine Kampf ist nur der Vorbote von tausend anderen, an diesen Vorkampf knüpfen sich zahllose andere, die Nachfolgen — aber der Ewige ist das Panier, mit dem wir in alle gehen, mit dem wir alle siegreich bestehen werden. Und warum, fragen wir da, hat denn Gott den Kamps derWahcheit so immerdauernd, so immer wiederholt gemacht? warum hat er dem Jrrthum und der Lüge die Kraft gegeben, sich immer wieder aufzuraffen, und neue Streitkraste zu sammeln, und immer wieder mit voller Macht und schwerer Rüstung der Wahrheit und dem Recht entgegenzutreten? Warum hat er die Wahrheit nicht sofort und so unerschütterlich in den Menschen gepflanzt, daß gar kein Kampf wider sie erstehen könnte? Sehr einfach: weil eben der Mensch sie sich durch eigene Anstrengungen erringen soll, weil er sie sich erwerben und erkämpfen soll als ein freies Eigenthum, und weil er, hat er sie errungen, sie mit ebenso vielem Mühsal vertheidigen und sich ihr immer von Neuem treu bewahren soll! Der Mensch soll frei sein, er soll frei zwischen dem Recht und dem Unrecht, zwischen der Selbstsucht und der Aufopferung, zwischen Leben und Tod wählen, um die Krone dsr Errungniß auf sein Haupt zu setzen und auf seinem Haupte zu bewahren. Nein! die Wahrheit sollte für ihn keine Fessel sein, sondern ein freies Gut. Darum hat Gott ihm die Wahrheit offenbart, gezeigt, ihn wissen lassen, aber nicht daran gebunden — hier siehst du sie: nun strebe nach ihr. Darum hat er des Menschen Geist zum Kampfplatz aller Leidenschaften, aller Irrungen gemacht, damit er mit Heldenkraft sie überwinde. Falle oder siege in diesem Streite, du fällst oder siegst als ein Held. Ja, was wir haben, haben wir dann durch uns selbst, und was wir haben, können wir wieder verlieren — behalten wir es, so bewahren wir es uns durch uns selbst. Immer aber sind wir dadurch geistesstark und tugendmächtig geworden — der Ewige ist unser Panier! IV. An diesem Altar legte Mosche dm Schwur ab „die Hand an den Stuhl Jah's — Krieg des Ewigen wider Amalek, von Geschlecht zu Geschlecht!" M. Fr.! Es giebt Menschen, denen die göttliche Vorsehung es auferlegt hat, in ungestörtem Stillleben das Dasein zu verbringen, und ihr Leben hinfließen zu sehen wie einen klaren Bach, der höchstens hier und da einen Felsen zu umcieseln, einen Stein zu überfluthen hat. Andere, die auf dem Gang, den sie durch das Leben zu gehen haben, von Beschwerde zu Beschwerde, von Mühsal zu Mühsal, von Sorge zu Sorge, von Kampf zu Kampf zu schreiten haben, denen überall Hindernisse in den Weg treten, auf die überall Täuschungen und Verluste zu lauern scheinen. O, ihr Leben gleicht dem Sturzbache, der von Felsen zu Felsen schaumend sich eine enge Bahn brechen muß, dem bald hartes Gestein, bald weiter, verschluckender Sumpf entgegentritt! Und wie die einzelnen Menschen, so auch ganze Völker. Mögen einzelne Völkerstamme ruhig in einem Winkel der Erde ihr stilles Dasein verbringen, andere sind berufen, in den Vordergrund zu treren, und überall und immer den! Kampf der Welt zu durchkampfen.! Und ist es nun zweifelhaft, zu welcher dieser beiden Gattungen von Völkern Israel gehöre? Fürwahr, wenn für Einen, so gilt für Israel der Wahlspruch Mosche's: *i*172 'r»b M?anba „Krieg des Ewigen von Geschlecht zu Geschlecht!" Dies zeigen uns die Jahrtausende unserer Geschichte; Israel ist unsterblich, aber auch Amalek ist es; die Kämpfe hörten nie auf, die Kampfe um un- I sere Existenz, wie um unfern Glauben, und glaubt Ihr

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