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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-02-18 · Heft 8 (18.2.1850) · p. Seite 99

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 8 (18.2.1850)
Date
1850-02-18
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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SS Kassel von der Residenz zum Landstand gewählt. Wir freuten uns über dieses Ereigniß; doch lediglich des Prinzips willen; während wir von der Wirksamkeit des Herrn Hahndorf, bei seiner bekannten Halbwisserei, so wie seiner Herz- und Gemüthlosigkeit wenig Erspriesliches erwarten dürften. Diese bei allen Besserunterrichteten allgemein herrschende Ansicht fand ihre Bewährung bei dem ersten Gegenstände, welcher, israelitische Angelegenheiten betreffend, zur Sprache kam. Im Jahre 1848 wurden bekanntlich 38,000 Thlr. zur Verbesserung der Volkslehrergehalte von den Ständen verwilligt. Sämmtliche Lehrer Kurhessens, also auch die israelitischen, wurden damals von den betreffenden Behörden zur Einreichung ihrer Kompetenz aufgefordert, um danach die Zulage von Seiten des Staates bemessen zu können. Es schien damals keinem Zweifel zu unterliegen, daß die israelitischen Lehrer, welche gleich den christlichen, vom Staate bestellt sind und den Gesammtuntcrricht zu ertheilen haben, an dieser Verbesserung Theil nehmen würden. Als es jedoch zur Vertheilung jener 38,000 Thlr. kam, gedachte man der israelitischen Lehrer nicht. Auf desfallsige Berufung an das Ministerium (von welcher Sie anliegend eine Abschrift erhalten) und eines ähnlichen an die Landstände, kam diese Angelegenheit bei den Letzteren zur Sprache, wie Sie aus beiliegender Kasselschen Allgemeinen ersehen können. Erwarteten Sie nun nicht mit uns, daß bei einem solchen Anlasse das israelitische Mitglied der Stände sich mit aller Wärme des gedrückten Lehrstandes seiner Konfession annehmen würde, um der gerechten Anforderung Geltung zu verschaffen? Doch, weit gefehlt! — Während Herr Weinzierl (Katholik) für uns sprach, trat Herr Literat Hahndorf gegen uns und zwar mit Motiven auf, welche jedes Grundes entbehren. Es ist eine Lüge, wenn Herr Hahndorf behauptet, daß die Majorität der israelitischen Gemeinden für Aufhebung ihrer Schulen sei; es ist nicht weniger Lüge, wenn er weiter behauptet, daß das abgesonderte Lehrerseminar zu Kassel Nichts geleistet habe und nur dazu diene, Einzelnen ein Unterkommen zu verschaffen. Ein israelitisches Lehrerseminar beurtheilen zu können, dazu gehören mehr Kenntnisse, als Herr Hahndorf besitzt; dazu gehören mehr Kenntnisse als diejenigen haben, welche di« bd „jeder Mensch kann schreiben" übersetzen. — Mag es sein, daß Herr Hahndorf, welcher sich vor längerer Zeit bei dem genannten Seminar ohne Erfolg prüfen ließ, um eine israelitische Lehrerstelle zu erhalten, noch jetzt gegen dieses Institut erbittert ist: allein seine Rache an dem ohnehin gedrückten Lehrerstande, an seinen Glaubensgenossen überhaupt zu nehmen, das kann, das wird von keinem Gutgesinnten gebilligt werden. Die Eingabe der kurhessischen Volksschullrhrer israelitischen Glaubens lautet: „Als im verwichenen Jahre bei dem Aufschwung« der Verhältnisse auch der tiof gedrückte Lehrerstand sich einmüthig erhob, um seinen gerechten Forderungen Geltung zu verschaffen, da standen auch wir im Bunde der Lehrer und waren erfüllt von freudigen Erwartungen; und als die Kunde zu uns drang, unsere freisinnige Staatsregierung habe, die Billigkeit jener Forderungen erkennend, zur Verbesserung der Lehrergchalte die Summe von 38,000 Thlr. verwilligt, da gaben wir dem Zweifel keinen Raum, ob auch wir gleich unseren christlichen Kollegen an dieser Verbesserung Theil nehmen würden. Darum haben wir auch nicht, getrennt von diesen, eine besondere, auf Verbesserung unserer gedrückten Lage gerichtete Petition eingcreicht. Ein derartiges abgesondertes Auftreten würde uns auch, abgesehen von allen anderen Rücksichten, den Vorwurf der Verletzung des zwischen uns und unseren christlichen Amtsbrüdern bestehenden freundschaftlichen Verhältnisses zugezogen haben. Mit ihnen haben wir bisher in regelmäßig wiederkehrenden Versammlungen (Konferenzen und Synoden) über Verbesserung unserer Lage berathen, mit ihnen haben wir gelitten und gekämpft, und deshalb durften wir in ihrem Siege auch das Ende unserer Leiden erblicken. Wir waren um so mehr zu der Hoffnung berechtigt, daß wir bei der Vertheilung jenes Zuschusses partizipiren würden, als wir gleich den protestantischen und katholischen Lehrern als Volksschullehrer bestellt, und zufolge der Gesetze von 1823 und 1833 den Gesammtunterricht zu ertheilen haben, und uns daher im vorigen und diesem Jahre höher» Orts die Auflage gemacht wurde, gleich den christlichen Schullehrern ein Verzeichniß über unsere Kompetenz, Schülerzahl und Dienftalter einzureichen. Um so schmerzlicher hat uns aber die Nachricht berührt, daß wir bei der Vertheilung jenes Zuschusses leer ausgehen sollen. Entfernt ist von unS zwar das Gefühl des Neides; aber, daß wir unter den vorliegenden Umständen,

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