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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-02-11 · Heft 7 (11.2.1850) · p. Seite 84

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 7 (11.2.1850)
Date
1850-02-11
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
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84 ich crtheilt. Art. 26. Ein besonderes Gesetz regelt das ganze Unterrichtswesen. —. Der dreizehnte Jahresbericht über die Bekleidung dürftiger Zöglinge der hiesigen jüdischen Gemeindeschule, abgestattet von Herrn Baruch Auerbach und Jean Benda, ergiebt, daß in den 13 Jahren 1412 Schüler Bekleidungsstücke aller Art erhalten haben, als Winterröcke, Sommerröcke, Beinkleider, Westen, Stiefeln; 216 sind vollständig bekleidet worden. Im Jahre 1848 hat die Einnahme rund 339 Thlr. betragen; die Ausgabe das Gleiche. Nur ein Bestand von 22 Sgr. ist geblieben. —. In der am 28. Januar ftattgefundenen Generalversammlung der hiesigen Genossenschaft für Reform im Judenthum, in der Herr vr. Stern den Vorsitz führte, theilte Letzterer mit, daß in der seit der. letzten Generalversammlung verflossenen Zeit die Religionsschule wachsende Theilnahme gefunden habe. Die Bevollmächtigten der Genossenschaft haben sich in der letzten Zeit sehr angelegentlich mit einer Denkschrift an das Sstaatsministerium beschäftigt, welche darauf gerichtet ist, eine Veränderung der bisher noch immer nicht geänderten Eidesform der Juden zu bewirken. Die Bevollmächtigten haben sich mit dem Vorstände der hiesigen Gemeinde wegen dieser Angelegenheit in Verbindung gesetzt. Die Denkschrift ist von der Reformgenoffenschaft bereits am 15. Januar dem Staatsministerium übergeben worden. Der Vorstand der hiesigen Gemeinde wird eine ähnliche Schrift einreichen, und entweder von diesem oder von der Genossenschaft werden auch die anderen preußischen jüdischen Gemeinden dazu aufgefordert werden, das Ihrige in dieser wichtigen Angelegenheit zu thun. Ebenso hat die Genossenschaft versucht, den Vorstand der hiesigen Gemeinde zu einer zeitgemäßen Aenderung der bei der Lcichenbestattung noch immer üblichen Zeremonien zu veranlassen. Indessen ist bis jetzt noch keine Aussicht, daß die in dieser Angelegenheit gethanen Schritte den gewünschten Erfolg haben werden. Der Kontrolleur Gerb legt über die Finanzen der Reformgenoffenschaft für die Zeit von Oktober 1848 bis Oktober 1849 Rechnungab. Es geht aus diesem Berichte hervor, daß ein Bestand von 1700 Thlrn. verbleibt. Auf der Tagesordnung befand sich die Besprechung über die Schritte, welche die Genossenschaft einem Schreiben des hiesigen Gemeindevorstandes gegenüber thun wolle, in welchem die einzelnen Mitglieder aufgefordert wurden, ihre Rückstände an die hiesige Gemeinde zu zahlen. Die Versammlung beschloß nach einer ziemlich lebhaften Debatte, daß sämmtliche Mitglieder, die ein solches Schreiben erhalten haben, dem Gemeindevorstande antworten, sie haben die Erledigung dieser Angelegenheit den Bevollmächtigten übertragen. Das Kollegium der Bevollmächtigten solle aber im Namen und im Aufträge der Genossenschaft sich dahin erklären, daß, nachdem bereits früher verschiedene Versuche zu einer Einigung zwischen der Genossenschaft und der Gemeinde ohne Erfolg gemacht wurden, die Genossenschaft beschlossen habe, daß ihre Mitglieder keine Beiträge an die Gemeinde zahlen sollten. Dennoch seien die Bevollmächtigten der Genossenschaft nach wie vor bereit die Hand zu bieten, und erwarteten daher die zu diesem Zwecke geeigneten Vorschläge von Seiten des Gemeindevorstandes. —. Der Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde hat jetzt den Rechnungsbericht über das Vermögen der Gemeinde von dem Jahre 1847 und 1848 abgelegt. Er begleitet diese Rechnungslegung mit einer Ansprache an die Gemeindemitglieder, indem er auseinandersetzt, daß ein großer Theil der Einnahme dadurch fehlt, daß eine bedeutende Anzahl Zahlungspflichtiger seit längerer Zeit den Beitrag verweigert. Der Vorstand appellirt an „den Gemeinsinn und die über dem Parteigeist erhabene Großherzigkeit" der Mitglieder, indem er auseinandersetzt, daß die Existenz der Gemeinde durch die Renitenz der steuerverweigernden Mitglieder in Frage gestellt werde und daran die Aufforderung knüpft, daß Keiner der ein Herz hat für das Wohl und Wehe der Gemeinde, seinen Beitrag ferner zurückhalten möge. Aus der Rechnungslegung selbst entnehmen wir folgende interessante Data, indem wir namentlich auf die Wohlthätigkeitsanstalten der Gemeinde verweisen: I. Einnahme. An Beiträgen der einzelnen Mitglieder zu den Bedürfnissen der Gemeinde,hätten eingehen sollen 1847: 25,346 Thlr. 26 Sgr. 10 Pf., 1848: 24,173 Thlr. 27 Sgr. 10 Pf. Davon sind aber ausgeblieben 1847: 157 Thlr. 7 Sgr., 1848: 2890 Thlr. 15 Sgr. Sonach sind eingegangen 1847: 25,189 Thlr. 21 Sgr. 4 Pf., 1848: 21,283 Thlr. 12 Sgr. 11 Pf. Ein Geschenk an die Mädchenschule 20 Thlr. Eingegangcne rückständige Beiträge 1847: 203 Thlr., 1848: 97 Thlr. 22 Sgr. 6 Pf. Zinsen von den der Ge-

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