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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-02-04 · Heft 6 (4.2.1850) · p. Seite 73

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 6 (4.2.1850)
Date
1850-02-04
Page
Seite 73 (sequence 5)
Language
German
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73 benswerthe praktische Folge; durch sie ist hier das in der Reichsverfassung vom 4. März 1849 ausgesprochene allerh. kais. Wort der Gleichberechtigung zur Wahrheit geworden. Auf Grund des oktroyirten Gemeindegesetzes vom 17. März 1849 und der erwähnten Verfassung hat es sich der hier als Bezirkshauptmann fungirende erste Bezirkskommiffar Herr Rudolph Czibulka wesentlich angelegen sein lassen, die hiesige Christen- und Judengemeinde in eine Gemeinde zu vereinigen. -Dieses kam nun noch mit dem weitern Resultate zu Stande, daß in den neu gewählten Gemeinderath auch zwei Israeliten ausgenommen wurden. (Brunner Cour.) Ofen, 10. Januar. Die, jetzt durch die Hinzuziehung von Altofcn erweiterte Stadt zählt jetzt 6605! Katholiken, 305 Reformirte,, 317 Lutheraner und 3343 Israeliten; Letztere bilden also fast der Bevölkerung. Italien. Dem „Bulletin de Paris" werden folgende Details über das Ghetto in Rom geschrieben: Nachdem Mittelalter, als die Israeliten von der christlichen Bevölkerung, in deren Mitte sie wohnten, fortwährend verfolgt wurden, beschlossen sie neben einander und getrennt von den Christen zu leben. Sie baten einen Papst um die Erlaubniß, ein besonderes Quartier beziehen zu dürfen, das ausschließlich von ihnen bewohnt, und gegen die Einfälle der Christen durch Ringmauern geschützt sei. Der Papst gewährte ihnen ihre Bitte, aber unter einer Bedingung: Die Korporation der Israeliten sollte mit den Hauseigenthümern dieses Quartieres einen Kontrakt schließen, wonach sie immer dort wohnen werden, wogegen 'die Hauseigenthümer verpflichtet wären, den Miethzins niemals zu erhöhen. Es ist bekannt, daß die Israeliten in Rom, wie fast in der ganzen Welt, kein unbewegliches Eigenthum besitzen. Es ist darum für die Israeliten in Rom ein großer Vortheil, daß sie in ihrem Ghetto verbleiben, wo ihr Miethzins seit dreihundert Jahren nicht erhöht worden. Erst, als die Israeliten in Rom die Absicht an den Tag legten auch andere Quartiere zu beziehen, machte die Regierung sie aufmerksam, daß, wenn sie ihren Kontrakt brechen, die Hauseigenthümer auch ihrerseits berechtigt seien den Miethzins zu erhöhen. Die Israeliten beschlossen hierauf im Ghetto zu bleiben. Die Häuser dieses Quartiers sind im Verfalle, was auf den ersten Anblick sich zeigt, und zwar blos deshalb, weil die Eigenthümer bei dem geringen Zins, den sie einnehmen, cs nicht der Mühe werth halten, viel auf die Reparatur ihrer Häuser zu verwenden. Die Emanzipation, welche die Israeliten in Rom reklamiren, beschränkt sich nur auf wenige ihnen vorenthaltene Rechte; das Vorzüglichste, was sie fordern, ist, daß sie zur Zeugenschaft zugelassen werden. *) Florenz, 18. Januar. Ein großherzogl. Dekret ermächtigt die Jsraelitengemeinde, bei Erhebung der Steuer unter ihren Mitgliedern die militärische Macht gegen den Säumigen anzuwenden. * 2) Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Einige Details über die Juden auf der Küste von Malabar. (Schluß., II. Schwarze und weiße Juden von Malabar. — Co chm wird als die Hauptstadt und die Niederlage von Malabar in Indien betrachtet. Die, welche man die weißen Juden nennt, sind ursprünglich von der heiligen Erde; sie haben nur eine Synagoge. Die, welche man die schwarzen Juden nennt, stammen von den malabarischen Indiern ab, welche seit den frühesten Zeiten sich freiwillig bei den weißen Juden zu Caranganore und der Umgegend niedergelassen hatten, so wie die Sklaven, die durch die weißen Juden frei geworden sind. Die Vereinigung dieser beiden Racen hat dies Volk gebildet; aber sie haben sich niemals durch Verheirathungen mit ihnen vermischt; sie haben keinen Abkömmling der Familien Cohen und Levi unter sich, und sie üben nicht die levitischen Zeremonieen in ihrer Synagoge; sie haben auch ebenso *) Es ist die Frage, wie viel Wahres an diesem französischen Bericht ist, der die Wiedereinschließung der Juden in das Ghetto verkleiden soll. Die Juden in Rom haben ja oft genug schon lim die Erlaubniß, in anderen Quartieren wohnen zu dürfen, petitionirt! D. Redakt. d. A. Z. d. Jud. 2) Auch keine erfreuliche Erscheinung! D. Redakt.

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