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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-01-21 · Heft 4 (21.1.1850) · p. Seite 48

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 4 (21.1.1850)
Date
1850-01-21
Page
Seite 48 (sequence 8)
Language
German
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48 zu Jahr auf dem Hofe stehet, versteckt. Der Wirth konnte kaum in der Synagoge vor großer Ungeduld sein Gebet endigen, und lief sogleich athemlos nach Hause, um dort die Ursache der Abwesenheit des von ihm so sehr geliebten Melameds zu erfahren. Jndeß kamen auch noch viele andere Leute herbei, die auf der Straße den Wirth laufen sahen, und Alle strömten nach dem Hause des Wirthes, sie langten dahier an, klopften an die Thüre und Thorc, vergebens, es ist Alles fest und inwendig verschlossen, sie fangen nachher über die Umzäunung des Hofes zu springen an, und öffnen vorher zufällig die Thüre der Lauberhütte, aber wie erstaunen sie, und am Vorzüglichsten der Wirth, seinen Liebling, seinen Beichtvater, den Melamed Rebbe L....le in zärtlicher Umarmung.... Die Anwesenden brachen sogleich bei diesem Anblicke in ein lautes Hohngeschrei aus, und besonders der Hauswirth dessen Stimme Alles übertönte, sah den Melamed mit großen, verwunderten Augen an und schrie aus allen Kräften seiner Lunge: Verderber Israels! '-oh») wie vermagst du solches Verbrechen noch in meinem Hause und am ersten Tage der Slichot zu begehen. Es ist gewiß schon nicht das erste Mal, sagte Einer der Herbeilaufenden. Bei diesen und noch ähnlichen Schimpfwörtern erglühte der Zorn der Anwesenden über den todtblaffen' Melamed, und außer tüchtigen Ohrfeigen schlug man ihn noch gewaltig von allen Seiten. In diesem Augenblicke erschienen die Kahalsdiener mit ihren frechen Gesichtern, entfernten die Anwesenden durch ihr Geschrei: Ah, da ist der Sünder (mM* bs>a), schleppen wir ihn sogleich zu den Kahalsmännern (n'd). Um Gotteswillen, schrie der Melamed, erbarmen Sie sich meiner, erbarmen Sie sich meiner Kinder, auf welche Sie durch Veröffentlichung meiner Thaten (v'wV») einen immerwährenden Schandfleck aufsetzen werden. Es kommt doch bald der °pin ürv der Versöhnung, und ich werde mich durch gute Thaten reinigen, und mich durch Reue zu entsündigen suchen. Ha! glaubst du durch diese unverschämte Lüge dein schändliches Geheimniß vor der Entdeckung bewahren zu können? sagten die Anwesenden. Führet ihn zum Kahalsmann und er wird ihn schon für Alles bestrafen lassen." (Fortsetzung folgt.) Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Einige Details über die Juden auf der Küste von Malabar *). Auszug aus dem Journal von Java?). I. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahre 3828 der Erschaffung der Welt kamen ungefähr 10,000 Juden beiderlei Geschlechts auf Malabar an und ließen sich zu Caranganore, Polnor, Mahdam und Poolootto nieder. Drei Viertel dieser Bevölkerung blieben in Caranganore, damals Mahoradapatna und später Chingly genannt, unter der Regierung von Cherempetummat. Im Jahre 4139 der Erschaffung, 379 der christlichen Zeitrechnung, ertaubte Cherempecummal Erary Virma den Juden Ehrenbezeugungen und Privilegien zu genießen, welche auf eine Kupferplatte, Fjempieda genannt, in malabarischer Sprache eingegraben wurden. Joseph Rabban wurde an die Spitze der Juden eingesetzt, und trug den Namen Srian dan Mappla. Derselbe Raja theilte sein Land in acht Distrikte, wie es die Uebersetzung der auf die Kupferplatte gegrabenen Erzählung anzeigt: „Ich, Erary Virma, erhebe die Hände flehend zu Gott, der durch seinen allmächtigen Willen diese Welt und den König geschaffen, und weihe ihm dieses Geschenk, wie der Gebrauch seit undenklicher Zeit in unsrer Herrschaft besteht, an diesem Tage des sechsten Jahres unsrer Regierung; zu wissen: Ich übertrage dem Joseph Rabban alle Macht, fünf verschiedene Farben zu tragen, Elephanten und Maulesel zu besteigen, Prosetyten von fünf Nationen zu machen, sich der Lampen wahrend des Tages zu bedienen, Teppiche auf den Boden zu breiten, Hauser zu verzieren, Palankine zu brauchen, große Sonnenschirme, Timbale, Trompeten, Tamburins; ich bewillige ihm alle diese Privilegien, und befreie 72 aus seinen Familien von der Grundsteuer und der Petschaftsteuer, und setze ihn zum Haupte aller Unterthanen und ihrer Kirchen, an welchem Orte meines Landes sie seßhaft seien; und alle die hier aufgezahlten Privilegien find zukünftig, allen Widerspruches ungeachtet, vollständig durch diese Kupferplatte dem Joseph Rabban bewilligt; alle seine Erben, Männer oder Frauen, Braute oder Bräutigame, *) Oie Westküste von Vorderindien. 2) Wir übertragen es aus den Arch. isr. de Fr,

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