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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1850-01-14 · Heft 3 (14.1.1850) · p. Seite 36

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
14 (1850)
Issue
Heft 3 (14.1.1850)
Date
1850-01-14
Page
Seite 36 (sequence 8)
Language
German
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36 terielles Opfer wird ihnen daher zu schwer, die zu diesem Behufe nothwendigen Institute, ihren eigenen Kultus und ihre eigene Religionsschule, die schon seit mehren Jahren auf der Bahn des gemäßigten aber sichern Fortschrittes begriffen sind, zu erhalten, für die Dauer zu erhalten. Dieses legte sie faktisch dadurch an den Tag, daß sie ihrem bisherigen Lehrer in der letzten Gemeindesitzung einstimmig eine lebenslängliche, definitive Anstellung mit einem seinen Leistungen angemessenen Gehalte sicherte. Es ist dieses, Schwerin und Teterow abgerechnet, die einzige Gemeinde des ganzen Landes, die zu einem solchen für das Gedeihen eines geregelten und erbaulichen Gottesdienstes und einer kräftigen und wirksamen religiösen Bildung der Jugend unentbehrlichen Schritt sich entschließen konnte. So steht denn die kleine, nur aus 15 bestimmt beitragenden Mitgliedern bestehende Gemeinde als Muster und zur wünschenswerthen baldigen Nachahmung aller übrigen Landesgemeinden da; was ihr auch von unserm ebenso tüchtigen als unaufhörlich strebsamen allgemein verehrten Landesrabbinen Dr. Einhorn durch eine Dankadresse auf die erfreulichste Weise anerkannt wurde. Zum Schluffe dieses Berichtes habe ich noch zu bemerken, daß für den schönen Geist, der die Gemeinde beherrscht, dem edcln Sinne unserer würdigen Frauen Vieles zu verdanken ist. k....n. München, 21. Dezember. Die meisten Landtagsabgeordneten haben unsere Stadt heute verlassen. Gegen die Emanzipation der Juden wird hier eine Adresse vorbereitet, welche an die Kammer der Reichsräthe gebracht werden soll. Wie ich höre, geht dieselbe von dem „Verein für religiöse Freiheit" aus. Auch auf dem Lande werden ähnliche Adressen da und dort vorbereitet. (Es sollen schon 40 eingelaufen sein.) (Was mag dieser Verein wol unter „religiöser Freiheit" verstehen? fragt der Nürnb. Korrespondent.) München, 21. Dezember. Das Referat bezüglich der Emanzipation der Juden erhielt im 3. Ausschuß der Kammer der Reichsräthe Herr Graf Rechberg-Rothenlöwen. Der regensburger „Piusverein" hat im Namen der Bewohner Regensburgs und Stadtamhofs eine Adresse an die Kammer der Reichsräthe um Zurückweisung des Gesetzentwurfs für Judenemanzipation eingereicht. Das „Regensb. Tagblatt" nennt dies eine Anmaßung und die Adresse selbst eine Fälschung, denn die Adresse wurde weder öffentlich aufgelegt noch zur Unterzeichnung allgemein aufgefordert. Das Blatt verwahrt sich gegen den Mißbrauch des Namens Retzensburg, Stadtamhof und Umgegend. —Der „Volksbote" theilt bereits aus mehreren ähnlichen Adressen Auszüge mit, die in sehr scharfen — drohenden — Ausdrücken abgefaßt sind. (A. A.) München, 30. Dezember. Die Zahl der Adressen gegen die Emanzipation der Juden beträgt jetzt 54. Frankfurt am Main, 24. Dezember. Das hiesige Journal enthält folgenden Artikel: „Für den Ausschuß der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde sind nun nachträglich noch, auf Donnerstag den 27. d. M., die gesetzlich vorgeschriebenen Ergänzungswahlen angeordnet worden. Man darf erwarten, daß unter den jetzigen Zeitverhältnissen, wo die Gemeindebehörden leicht in den Fall kommen, über wichtige, sogar prinzipielle Fragen zu entscheiden, während die projektirte neue Gemeindeverfaffung noch in unbestimmter Ferne schwebt, alle diejenigen, welche dem entschiedenen Fortschritt huldigen, ihr Stimmrecht ausüben und von dem freisinnigen Geiste, der die aufgeklärte Mehrheit dieser Gemeinde beseelt, einen neuen Beweis geben werden." Weiter erscheint in ihm folgende Aufforderung: „Zu der stattsindenden Wahl von drei Mitgliedern für den israelitischen Gemcindeausschuß schlagen mehrere Freunde des Fortschritts folgende neun Gemeindeglieder vor, in der Zuversicht, daß unter den jetzigen Verhältnissen der Gemeinde, wo manche Zeichen darauf hindeuten, daß man den Weg des Rückschritts einschlagen will, Alle, denen an der Erhaltung des in vielen Jahren Errungenen gelegen ist, nicht unterlassen werden, Donnerstag den 27. ihr Stimmrecht auszuüben, und daß sie ihre Stimme den Vorgeschlagenen geben werden: Dr. Martin Emden. Bernhard Horckheimer. Dr. zur. S. Maas. Dr. Manhayn. Dr. Leopold Odrell. I. Rütten. Dr. Schwarzschild. Heinrich Wetterhahn. A. L. Wimpfen. Braunschweig, 2. Januar. Die Köln. Zeit, läßt sich von hier aus schreiben: Bei Gelegenheit der charakteristischen Agitation in Baiern rücksichtlich der

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