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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-12-17 · Heft 51 (17.12.1849) · p. Seite 730

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 51 (17.12.1849)
Date
1849-12-17
Page
Seite 730 (sequence 10)
Language
German
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730 nur da wo es nach der Operation verbleiben kann, um jeden Zutritt der Luft zu verhindern und die durch Transportirung gern sich einstellende Blutung abzuhalten, daher ich nie im Bethause operire. II. Zeitraum. A. Abtragung der Vorhaut. Man faffe nie mehr von der Vorhaut, als zur Entblößung des größten Theils der Eichel nöthig ist, man faffe sie mehr gegen den Bauch als gegen die Rückseite und schneide auch in einem Zuge, so daß man nach oben 2/3 und gegen den Hoden fast nur V3 derselben abträgt, dadurch gelangt man nicht in die größeren Ourchmeffer der an die Unterflache des Gliedes laufenden Hautgefaße, wahrend man nach oben kleine Hautgefaße, die gleich (durch den daselbst leichter anzuwendenden Druck, der nicht so leicht bei Verletzung in der unmittelbaren Nähe des Hodensackes besonders bei kleinem Glieds angewendet werden kann) zu bluten aufhören, durchschneidet, und mehr Raum zur Auffaffung der Duptikatur oder der zu zerreißenden umgeschlagenen Haut erlangt, und trotzdem heilt die dem Bauche zugekehrte immer eher als die untere Wundflache. B. Zerreißung der umgesch lagenn Haut. Diese Operation mache man langsam, um diesen Hautriß wo möglich gegen die Bauchgegend zu führen, und nicht tiefer als genau hinter dem Eichelrand zu beendigen, denn auch davon und von dem gleichförmigen Riffe hängt größtentheils die gute und schnelle Heilung ab *). Dritter, von den meisten Beschneidern leider sehr unbeachteter und dennoch höchst wichtiger Zeitraum ist die Nachbehandlung des Kindes und der Wunde. Sobald das Kind auf das geeignete Lager gebracht, reinige ich die Wunde mit einem etwas befeuchteten Lappen, sodann nehme ich einen V2 Zoll breiten, % Elle langen, doppelt gelegten Leinwandstreifen, tauche ihn in eine Auflösung von einem Quintel Alaun in einem gegen das Glied gedrängt, es muß nach der Operation zur Lösung dieser Fesseln das Kind zuviel bewegt werden. Die Ban dag i rung soll nur zur Sicherung der Hände und Füße und Hervorhebung des Gliedes aus dem Hodensacke dienen. 4) Die Wunde habe ich vieler von anderen Aerzten und Beschneidern erst spater gerügten Ursachen halber nicht ausgesogen, an dessen Statt bespritze ich selbe mit Wein, der durch seine adstringirende Kraft und durch die Kalte blutstillend wirkt. halben Seidel Wasser, lege diesen hinter die Eichel um die Schnittwunde derart zweimal um, daß sich die beiden Enden an der untern, dem Hodensacke zugekehrten Wundflache kreuzen, diese Enden drehe ich gelinde zusammen, durch diese Zusammendrehung wirke ich auf das blutende Gefäß gleichsam als Tourniquet (Aderpresse). Bemerke ich nun, daß durch Vollblütigkeit oder durch übermäßige Entwickelung des Gliedes und der hiedurch bedingten größeren Gefäße etwas mehr als gewöhnlich Blut fließt, so setze ich diesen in meiner Macht stehenden schraubenartigen Druck durch einige Minuten, */4, ja sogar 1 Stunde mit momentanem Nachlasse desselben, um die Zirkulation nicht zu hemmen fort, auch wende ich diesen, aber etwas gelindern Druck, wenn auch kleine Blutung stattfindet, bei nach der Beschneidung heftig schreienden unruhigen Kindern an und um das Glied nicht zu zerren, so halte ich den Zeigefinger der linken Hand an die Oberfläche der Eichel entgegen. Geübten gelassenen Hebammen kann man diese Beschäftigung nach 10 Minuten übertragen. Ich kann Fälle Nachweisen, wo praktizirende, im guten Rufe stehende Chirurgen unserer Hauptstadt mit allen Verbänden, ja sogar mit Brennen von Höllenstein Nichts gegen heftige Blutungen ausrichteten, und ich durch diesen einfachen Verband die Blutung zum Stillen brachte. Ich lege daher unter allen Umständen diesen Verband Präservativ an, und nur die vielleicht eintretende Blutung bestimmt die Zeit, wie lange und wie stark man diesen unter allen Umständen unschädlichen Druck fortsetzen kann. In Fällen, wo wirkliche Blutung war oder drohte, lasse ich den Verband nicht anfeuchten, bis er den folgenden Morgen im Bade sich selbst ablöst, wo sodann mit der obbenannten Auflösung befeuchtet, der Verband erneuert, und die Enden blos zur Festhaltung Umschlagen werden. Alle 4 Stunden lasse ich einige Tropfen dieser Auflösung auf den Verband fallen, bis die Heilung, welche größtentheils den zweiten oder dritten Tag erfolgt, vollendet ist; auch lasse ich vollblütige Kinder vor 4—6 Stunden, besonders wenn Blutung drohte, nicht einwickeln, auch erlaube ich nicht bei unruhigen, jammernden Kindern das immerwährende Einflößen von Thee und Darreichen von Sauglappen, weil selbe von Seite der Wärterinnen bis zum Erbrechen und Unwohlsein damit überladen werden. Ich bin in manchen Fällen zur Blutstillung geholt worden, wo man im Verlaufe der Blutung dem Kinde oft durch 10 und mehr Stunden immer Thee und Sauglappen reichte, das Kind nach einer sogleich gestillten Blutung bald hernach dennoch am Fraißen starb, wo ich die

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