Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1849)
- Date
- 1849-12-17
- Page
- Seite 729 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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729 55, 1. Taan. 9, 2. B. M. 86, 1. Chol. 46, 1. 62. 2. 125, 1. Sebach. 119, 2. Manach. 86, 1. In Erubin 53, 1. lesen wir folgende Stelle: •wo nnb ■’ninw'i •’p^nn 5—rmrr"1 8bi »5\ö*»ba ab^ b^bs ■sa ‘jrv-nn sw*pna yra in^nn Nv^pr,d 8b inb „bei den Bewohnern Judäa's, die genau in ihrer Sprache waren und sich der Zeichen bedienten, blieb die Lehre; bei den Galiläern aber, die ungenau in ihrer Sprache waren und sich keiner Zeichen bedienten, blieb die Lehre nicht." — Die Talmudisten glichen vielen späteren Rabbinen darin nicht, daß sie ein vernachlässigtes Aeuß er es beim Gelehrten billigten. K. B. 8N1N2272 8:572b ptiT /tai „R. Jochanan nannte das Kleid das Ehrende", das was Ansehn verschafft (Sabb. 113, 2.); V2N TVßbn b3 firn» ms b? nni K&Tara „ein Gelehrter, auf deffen Kleidern sich Schmutzflecken finden, ist todeswürdig." (Spätere verstanden dies von moralischem Makel.) Zum Schluffe fügen wir einige tiefsinnige Sprüche hinzu. Es heißt Jom. 2V, 1.: p ir» ymtt vipn mn'rt „der Platz der «Bundeslade ist nicht nach ihrer Größe". Nach der Tradition soll nämlich die Bundeslade geringem Platz eingenommen haben, als sie wirklich faßte. Uebertragen auf den Geist wollen sie aber damit ausdrücken, daß in einem systematischen Kopfe unendlich viel Wissen Platz hat, ohne sich zu beengen und zu verwirren. N722N tnisio (B. b. 20, 1.) „der Wetteifer der Gelehrten erweitert die Wissenschaft", ist also für diese unentbehrlich, das Belebungsmittel. 8*100 8b 8Ö*"Ö 181 8Ä^V 8b 8^£HD „wo das Buch ist, ist nicht das Schwert, und wo das Schwert ist, ist nicht das Buch". Dieser Spruch ist mehrdeutig und mehr gedeutet. Zunächst das Buch für die Gesetze, das Schwert für Strafe genommen, würde er heißen, wer den Gesetzen Studium und That widmet, hat Strafe nicht zu erwarten. Oder auch allgemeiner: ein Land, wo Wissenschaft und Kunst blühen, verabscheut den Krieg. Der Midr. sagt: „Das Buch und das Schwert wurde zusammengebunden vom Himmel gegeben, indem Gott sprach: wenn ihr wahret was in diesem Buche geschrieben steht, so werdet ihr vor dem Schwerte gerettet, wo nicht, wird das Schwert euch würgen." (Vajik. rab. 155, 1.) Jedenfalls stellt der Ausspruch den Gegensatz zwischen Wissenschaft und Schwert, zwischen der Macht des Geistes und der äußern Gewalt fest. (Fortsetzung folgt.) Einige auf Erfahrung gegründete praktische Anlcitungeu zur Beschneidung, von L. Plowitz, ausübendem Wundarzte rc. in Prag. Zu einer Zeit, wo der Befchneidung in wissenschaftlicher Beziehung so viel Aufmerksamkeit zugewendet wird, wo man sich bemüht, den nachtheiligen Folgen durch Beseitigung mancher schädlicher Beschneidungsmethoden zu begegnen, dürste es wol nicht überflüssig sein, einige Vorsichtsmaßregeln, durch deren genaue Beobachtung ich bereits durch 16 Jahre an einigen 100 Kindern mit stets glücklichem Erfolge die Operation verübte, meinen minder pcaktizicten Kollegen in diesem Fache an die Hand zu gehen, ja ich fühle mich hierzu um desto eher verpflichtet, da ich in den besten Broschüren über Beschneidungen größtentheils nur von dem eigentlichen Operationsakte, wenig aber über die Gegenindikationen, über die Vorsichtsmaßregeln, über die Behandlung vor und nach der Beschneidung und im Verlaufe der Heilung angedeulel finde. Dieser Methode folgend habe ich nach einer 14jahrigen Praxis in diesem Fache die Genugthuung, daß unter beinahe 900 Beschneidungen, die wahrend der Zeit vorgefallen, und von mir vollzogen wurden, kein einziges Kind Schaden genommen, ein Erfolg, dessen man sich gewiß nicht zu erfreuen hat, wenn man aus Vorurtheil oder Argwöhnung kein Haar breit von der üblichen, nicht einmal gesetzlich vorgeschriebenen Methode abweicht. Theite ich das Verfahren in drei Zeiträume av, so fällt in den I. Zeitraum das Verfahren vorder Beschneidung. 1) Ist zu berücksichtigen, ob das Kind wenigstens durch 3 — 4 Tage vor der Beschneidung mit der nothwendigen Nahrung versehen war, wobei besonders dem Ammenwechsel, überhaupt Störung der Gesundheit, Aufmerksamkeit zu schenken ist. 2) Durch «das Blafferwerden der Augapfelbindehaut allein möge man sich in Bezug der Gelbsucht der Neugeborenen nicht verleiten lassen, das Kind als beschneidungsfähig zu erklären, wenn nicht zugleich die allgemeine Hautdecke zu ihrer natürlichen Farbe zurückgekehrt ist, auch beschneide man das nicht sestgewickelte Kind *) l) Das Kind soll nicht, wie hier gebräuchlich, fest von den Schultern bis zum Gliede und von den Fnßwurzeln ebenfalls bis dahin bandagirt werden, hierdurch wird das Blut, in seiner Zirkulation gehemmt, 51*