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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-12-17 · Heft 51 (17.12.1849) · p. Seite 727

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 51 (17.12.1849)
Date
1849-12-17
Page
Seite 727 (sequence 7)
Language
German
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727 Italien. Rom, 25. November. Auch in anderen Blättern außer dem von uns bereits angeführten Journal des Debats wird jetzt mitgetheilt, daß die jüdische Einwohnerschaft die Kardinalsregierung höflichst gebeten, öffentlich bekannt zu machen, ob bei Durchsuchung des Ghetto irgend welcher Raub entdeckt worden sei. Die Regierung hat Nichts veröffentlicht und sich dadurch selbst verurtheilt. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Rabbinische Sprnchwörter. (Fortsetzung aus No. 42. 43. 44. 45.) Israel ist ein Volk der Schrift; seine erste Erscheinung auf der großen Bühne der Welt brachte ein Buch mit sich, welches das Buch der Welt geworden. Es schriftstellerte, und zwar in ausgebildeten Formen zu einer Zeit, aus der wir bei anderen Völkern nur durch nicht zu entrathselnde Hieroglyphen oder durch den Mund der Rhapsoden von der Bewegung und Schöpferkraft des Geistes Kenntniß haben. Als nun erst die Tradition durch den Buchstaben sixirt ward, knüpfte sich all sein geistiges Leben an die Schrift. Wie sehr muß da Schrift, Gelehrsamkeit, Wissenschaft in Ehren gehalten worden sein! Ja wie vielen Sprüchen muß sich Urtheil und Meinung über Wissenschaft, Gelehrsamkeit und Gelehrten, Lehrer und Schule ausgeprägt haben! Der Talmud ist voll deren, wir wollen nur eine Auswahl davon aufführen. Es ist zufällig nur vom äußern Standpunkt, wenn die Erwerbung der Wissenschaft durch die Worte empfohlen wird: -p^iain trlr« yn *572721-121 rtöbo (Jerusch. Berach. 29, 1.) „Schätze die Wissenschaft, sie wird dich erheben und dich zwischen Fürsten setzen." Denn die Talmudisten sprechen es oft genug aus, daß ohne Wissenschaft Nichts einen Werth habe: N72 möfi n?-r n-isrt mrp * rp5p (Bemidb. rab. 204, 2.) „Fehlt dir Erkenntniß, was hast du erworben? hast du Erkenntniß erworben, was fehlt dir?" Selbst das Alter, welches Schrift und Alter hoch zu ehren vorschreiben, hat den Talmudisten doch keinen Gehalt ohne Wissenschaft und Weisheit. ^2 ^8 WpT 182 >P8 N722N 28 (Berach 39, 1.), „ist keine Weisheit da, so ist auch kein Alter da"; ja (Kidl). 32, 2.) es heißt geradezu: fit ‘jpT ttMn M5pTO „ein Greis ist der, der Weisheit sich erworben"^ Deshalb wird das Studium der Wissenschaft Jedermann empfohlen. Der Talmud weiß, daß sie um ihrer selbst willen, um zum Wissen und Erkennen zu gelangen, studirt werden müsse. Allein er kennt die innere Wucht derselben zu sehr, als daß er nicht empfehlen sollte, studice nur, gehst Du auch aus anderen Zwecken daran, um Brod, um Ehre zu erlangen, so wird sie sich Deiner so bemächtigen, daß Du sie bald um ihrer selbst willen liebst und treibst, 8bw -51217212 n 7212b 8bi2 n-iiri -nöb n 7212b 82 s-in8 i-?72i2b (Ech. rab. 36, 1.) „erlerne das Gesetz, auch wenn Du es nicht um seinetwillen thust, denn mitten aus anderen Zwecken, wirst Du es bald um seinetwillen thun". Gleiches Sanhedr. 105, 2.u. a. a.O. Dennoch hielt der Talmud überall den höchsten Zweck der Wissenschaft fest; er schätzte sie hoch, aber nicht so hoch, um sie schon an und für sich, ohne ihren höchsten Zweck zu achten. Er sagt: (Berach. 17, 1.) anrj cpiöwsi rraiiön Ü1722N mbsn „Der Zweck alles Wissens ist die Buße und die Ausübung guter Werke." Er halt sich überzeugt, daß durch Unterricht die Sittlichkeit erlangt, durch Beschäftigung mit der Wissenschaft die böse Leidenschaft unterdrückt wird: p8 28 12-,-wN m2b 1N21272 NV bT1272 WB 28 .yxisn» 8in bnn 281 ni722 81N „begegnet Dir eine böse Leidenschaft, so gehe damit in's Lehrhaus, ist sie aus Stein, so wird ec da aufgelöst, ist sie aus Eisen, so wird sie da zersplittert." (Sukk. 52, 1.) So heißt es auch Ab. der. Nath. 16: 8b8 Siüpn ib 1">8 wi!n t]8 23b2 nun ^22^ „auch die böse Begierde kann nur durch das Studium des Gesetzes überwunden werden." Mit den schärfsten Worten greifen daher die Talmudisten die Gelehrten an, die keine Gottesfurcht besitzen, die heucheln, deren Thaten nicht mit ihrem Wissen übereinstimmen. Führen wir solche Sprüche an: N22 -1728 na^p 12 •pan J-nin 12 mjj 2228 b2> asi ii '1 *)2 nwiört mnns7: ib 1-127212 -1272b s—jtst-i 22^7212 (Sabb.31,2.) ib i*)272 8b rii^i^nn nnnD72i „derMensch, der Gelehrsamkeit besitzt ohne Gottesfurcht, gleicht einem Vorsteher, dem man die Schlüssel zu den inneren Gemächern, aber nicht zu den äußeren anvertraut hat" — er kann also auch in die inneren nicht hineingelangen, zur wahren Erkenntniß. So heißt es auch in Ab. der. Rath. 22: „Man frug den R. Jochanan ben Sakai,

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