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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-12-03 · Heft 49 (3.12.1849) · p. Seite 704

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 49 (3.12.1849)
Date
1849-12-03
Page
Seite 704 (sequence 12)
Language
German
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704 oder Aufhebung der mosaischen Lehren und Gesetze von gleich göttlicher und öffentlicher Bewährung der Reformatoren abhängig macht, wie sie Moses von sich bekundet hat. Auch darin stimmen beide Philosophen und Dogmatiker überein, daß sie die ewige Giltigkeit der mosaischen Lehren und Gesetze nicht durch diese selbst, ihrem Inhalt und ihre innere Nothwendigkeit —, sondern äußerlich — MaimonideS auf die uns Deut. 4, 2. und 34, 10. deduzirten Lehren, Aldo auf die göttliche Bewährung der mosaischen Sendung begründen. Nur darin gehen sie wiederum auseinander, daß Maimonides die wiederholte Erweckung eines gleich würdigen Propheten, wie Moses war, für un-, Aldo indeß für möglich halt. Aber dies hat nur doktrinäre Bedeutung, in praktischer Beziehung muß, wie gesagt, auch nach Aldo jede reformatorische Abänderung unter den Begriff von n&mn N2W fallen, welche prinzipiell den Ausspruch der Tora als fortdauernd giltig anerkennt und nur unter besonderen, erneuerten Umstanden und für die Dauer derselben die Abänderung oder Aufhebung irgend eines Gesetzes ermöglicht (Maim. Mor. Neb. III. 41. Albo Jkkar. HI. 23). Hamm. Dr. Rothschild. Belletristisches. Prag vor hundert Jahren. Erzählung von Dr. Samuel Mayer. (Schluß.) „Wenn ich das Buch Josua lese, erscheint es mir auffallend, daß er bei der Stadt Ai einen Hinterhalt gelegt hat, um die ausfallenden Feinde im Rücken anzugreisen. Wozu die List gemeinen Krieges? Die Städte versinken ja vor Gottes Hauch und die Mauern stürzen ein vor seinem Winke. Bedars die Allmacht gewöhnlicher Mittel? Die Erklärung läßt sich aber durch die frühere Geschichte geben. „Als unsere Väter durch die Wüste wanderten, wurden sie von drei göttlichen Boten begleitet. Das Manna stand mit Moses, unserm Lehrer, in festem Bunde, die Wolkensaule folgte den Schritten Arons, des Priesters, und der Wafferbrunnen folgte den Worten Miriams, der Prophetin. Als Miriam starb, war der Brunnen versiegt, und als Aron starb, war die Wolkensaule verschwunden. Das vernahm der König von Arad und er griff das Volk mit raschem Muthe an, denn er glaubte, daß Israel von seinem Gotte verlassen sei. „Zur Ehre Moses kamen die Schutzengel wieder zurück. Aber Moses starb und es verloren sich das Manna und die Wolkensäute und der Brunnen. Josua führte die Scharen an. Er sollte einunddreißig Könige besiegen. Darum sagte Gott zu ihm, wie das Buch beginnt: Moses, mein Knecht, ist todt, so erhebe dich jetzt und überschreite den Jordan. So lange Moses lebte hätte es übernatürliche Anstrengung gekostet, die Feinde zu überwinden, denn sie wären in ihren Städten und Festungen geblieben, aus Furcht vor Moses, da sie von seinen Thaten gehört, die er, wie der Schluß seines fünften Buches lautet, mit starker Hand gethan vor den Augen des ganzen Israel und im Lande Egypten vor Pharao und seinen Dienern, und da sie erfahren, daß die drei Schutzengel ihm gehorchten. Jetzt aber, nach dem Tode Moses, glaubten die Könige Kanaans, Israel sei verlassen, und auch Josua müsse, wie sie, sein Heil in menschlicher Kriegskunst suchen, weil er nach Jericho Kundschafter gesandt und bei Ai einen Hinterhalt gelegt habe — da kamen sie allesammt auf die freie Ebene heraus, und sie wurden mit leichter Mühe geschlagen und vernichtet. So half Gott, der Herr, auf natürlichen Wegen, denn er thut nur Wunder zur Zeit der äußersten Noch.. Auch Moses hat Kundschafter nach Kanaan gesandt und zwar zwölf Personen, wahrend Josua nur zwei nach Jericho sandte, weil, wie der Alschich sagt, die Völker Kanaans zu Moses Zeiten noch nicht so verweichlicht waren, wie später zur Zeit Josuas. Die zwölf Kundschafter wurden von den tapferen Söhnen Anoks wie Heuschrecken verachtet und übersehen, aber die feigen Einwohner von Jericho fürchteten sich schon vor zwei Kundschaftern. Auch Moses hatte die Kundschafter in der Absicht fortgesandt, um die Söhne Kanaans sorglos zu machen, damit sie glauben mögen, Israel siege nur, wie andere Völker, durch List und Starke. Gott aber war der Herr des Krieges und er hat geholfen und er wird seinem Volke wieder Helsen, zu allen Zeiten helfen, wenn es auch nicht mehr wohnt im Lande seiner Vater. Die Nationen glauben, Israel sei jetzt von seinem Gotte verlassen, und es sei der Willkür und Eigenmacht preisgegeben; aber sie irren sich, denn unser Gott hilft wunderbar auf natürliche und übernatürliche Weise; er sendet uns seine Boten, die uns schützen. Wie er unserm Va-

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