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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-12-03 · Heft 49 (3.12.1849) · p. Seite 699

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 49 (3.12.1849)
Date
1849-12-03
Page
Seite 699 (sequence 7)
Language
German
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699 zu tragen Billete erhalten, unter Vorsicht bei Nichtvollziehung derselben es gesetzlich zu verantworten. IN. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. K n l t n s. Es sind uns mit Beziehung auf No. 41 d. Z. folgende Ersatzgebete für '"-ns b35 zugesandt worden. 1) Aus Nordd eutschland: trbbsrpq 'DniN nitfa nidi^ai rvisnni rribön bs ,«irsnia^ 'nbai ^rfba Tprsb S^33nn73i ivn an nirrbsrn 2^73nnn n-fba ,i:sb 12 13^,^ dran ü^niss vi-' n? nr er 73 ,3p£r:r7b nböryi ,tr73nns bagn dbd ,^i'^na übs ,fTdicab ^nä^rri wrnbbsn 73'ims nsan?) biN73ni .ir-onabi naibb ^nibara drb^ni tD^nb wnän (Ar.) :V2N 2) Aus Brüssel: ^nb« ü^bN ^nrtati ö^inan mna ba bdr l"pTN £3ln ^373*73737 ,13b nn^in S43 bdrin ,n*iNdü:Ji trt? draw ^inaw tav nnn tnniöa fcm3i ,73nbön ,tZP73m h]?373 wpab r?S tpa£3 13377 ,nai2b nn^ ia tnia*^ ,2^33pi ü^bins ,2^37 Dr. S. : rii2Di?3b brr "si732 ^rri ,ai33N 21P73 Ueber die Berechtigung zur Reform im Indenthum nach Maimonides und Albo. In unserer Zeit, wo überall, auf dem politischen und kirchlichen Gebiete, sich die Elemente feindlich gegenüberstehen, macht sich auch im Judenthum eine doppelte Richtung geltend Wir nennen sie die reformatorische und konservative, — Benennungen, welche ihrer innern Bedeutung nach die Tendenz aller Bewegungen ausdrücken, die unsere Zeit charakterist'ren. Denn das allen diesen Bewegungen Gemeinsame ist die Spaltung in Parteien, welche auf der einen Seite das historisch Ueberlieserte unverändert erhalten (konservativ), oder auf der andern dasselbe zeitgemäß umgebildet haben wollen (reformatorisch). Zwar wird der Charakter des Konservatismus von beiden Parteien beansprucht, indem jene vorgeben, durch das strenge Festhalten an dem Bestehenden, diese durch Umbildung desselben zur wahrhaften Erhaltung des Staates wie der Kirche beizutragen. Aber die Geschichte der Vorzeit und der Gegenwart hat es in der Politik wie Religion stets bewiesen, daß ein eigensinniges Verhindern nothwendigec Reformen einen gewaltsamen Umsturz oder doch allmaligen Verfall des Bestehenden zur Folge hatte. Uno in der That! auch vom Judenthum können wir behaupten, daß die konservative, hier auch die orthodoxe Partei genannt, nicht verstanden hat, das Judenthum in seiner Exwie Intensität zu erhalten, wenn es auch der Reform noch nicht möglich geworden, massenhafte und ergebene Anhänger für sich zu gewinnen. Denn die Erfahrung aller Orte bestätigt es, daß der erste Zulauf, welchen die Reformbestrebungen im Judenthum überhaupt wie in einzelnen Gemeinden insbesondere hervorriefen, ein sehr vereinzelter und vorübergehender war. Sobald die Sache den Reiz der Neuheit verloren, war auch die scheinbare Begeisterung für dieselbe verschwunden. Fragen wir nach den Ursachen dieser Erscheinung, so ist die Verschuldung derselben auf beiden Seiten zu suchen. Die Orthodoxie war blind gegen die Anforderungen der neuen Zeit, welche in ihrem Dasein wie Ln ihrem Drange sich nicht mehr verleugnen ließen, und vernachlässigte sowot die Stützen der Vorzeit, wie den soliden Unterbau der Zukunft. Daher schreibt sich in unserer Zeit auf der einen Seite der Verfall des historischen Judenthums, und auf der andern das Schwanken zwischen der Gleichgiltigkeit gegen das spezifisch-jüdische und jedes religiöse Bekenntniß. Die Frömmigkeit der Orthodoxen war, wenn nicht eine falsche, doch keine vollkommene, da sie fast ausschließlich nur an die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse des Individuums, an die Erfüllung der religiösen Verpflichtungen des eigenen Ich dachten. Nicht einmal bis zur Familie erweiterte sich der religiöse Gesichtskreis der Orthodoxen, da selbst deren Kinder zum großen Theil in Gleichgiltigkeit gegen die väterliche, und somit auch sehr bald gegen jede Religion erzogen und erhalten wurden, ihre religiösen Bedürfnisse unbefriedigt, ihre religiösen Verpflichtungen unter den Augen der Vater unerfülltließen. Sehr natürlich, daß hierdurch auch das Verhaltniß zur religiösen Gemeinde, der Pflanzstätte und dem Ausgangspunkt alles religiösen Wissens und Lebens, gestört und die Möglichkeit ihrer Erhaltung gehindert wurde. Wenn die Religion erst in den Herzen der Menschen ihren Stützpunkt verloren hat, so lockert sich alsbald auch deren religiöse Verbindung im Leben. Wie hier die religiöse Gemeinschaft geschwächt wurde, so löste sie dort

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