Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-11-19 · Heft 47 (19.11.1849) · p. Seite 673

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 47 (19.11.1849)
Date
1849-11-19
Page
Seite 673 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3225606-3225654--10610-3240672
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

673 ten sein", wird dir thatkrafeigst Beistand leisten, für dich streiten und siegen. Unmöglich konnte der Sänger einen Tropus in diesen Worten gebrauchen, wenn er in 2D "W^b etwas Bestimmtes, Konkretes ausgesprochen hatte. Dies hat der Psalmensammter auch gemeint, wenn er um dieses 'p:P willen den Psalmen auf den vorhergehenden, wo ähnliche Ausdrücke von ‘pia*’ V. 6. und 31. Vorkommen, hat folgen lassen. Darum muß aber 212 ">i">7:nb dennoch ein Entgegengesetztes von b2 bedeuten, da 212 dem in "p-w b2 zu supplirenden entgegensteht, hier Gott zur Rechten des Königs stehen, dort der König zur Rechten Gottes sitzen soll. Wenn daher *,p,w b2 '"itf den Beginn des Kampfes, das Hineinstürzen in den Kampf bezeichnet, so muß 2D ">"^b das ruhige Verharren bis zu dieser Zeit ausdrücken, das ruhige, aber seines Zieles völlig gewisse, zuversichtliche, weil es eben ein Verharren zur Rechten Gottes ist. Hiermit stimmt denn auch das gewichtige „bis", "12 „bis ich machen werde u.", was sogar nicht einmal sich auslaßt, ob dies in naher Zeit geschehen werde, was erst im spätem hervortritt. Nach dieser Auseinandersetzung ist uns die Situation des Psalmen völlig klar. Es soll dem Könige, der noch nicht zum vollen Besitze feinet Königthums gelangt ist, die heilige Versicherung gegeben werden, daß er dasselbe in Zijon erhalten und von da aus, triumphirend über alle seine inneren und äußeren Feinde, in priesterlich frommer Weihe weithin ausdehnen werde. Wir sagen „heilige", denn darum wird diese Versicherung zuerst als ein Orakel ("n üfco) Gottes (1.), dann als ein Schwur Gottes (2.), also als ein Vortrag eines Propheten, wie ein Solcher unzählige Male mit 'N eingeleitet wird, dargestellt. Da nun Vj Dösu in den Psalmen nirgends weiter vorkommt, so haben wir eben hier einen Prophetenpsalm, oder ein Prophetenstück zu einen Psalm gemacht. Da kann es dann aber auch nicht zweifelhaft sein, daß der König, zu und von dem hier gesprochen wird, David selbst ist, und zwar in der Zeit vor der Besitzergreifung des Thrones und Zijons, also als er noch in Hebron auf die Herrschaft über Juda beschrankt, aber dem Throne nahe war. Man braucht nur die betreffenden Kapitel des 2 Schem. zu lesen, um dies bis in's Einzelnste hinein bekräftigt zu sehen, wie zwar Juda ihm huldigte, D. die ganze Herrschaft beanspruchte (2, 7.), Abner aber mit Jschboschet ihm entgegentrat (das. 8. 9.), die Kampfe darum (3, 1.), wie aber selbst Abner anerkannte, daß Gott dem D. das Königthum zugeschworen (3, 9.), wie die Aeltesten Jisraels immer den D. haben zum Könige gewollt (3, 17.), wie sich O. schwach fühlte, Joab gegenüber (3, 39.), wie dann alle Aeltesten kamen und D. huldigten (5, 1. ff.), und D. dann soso-rt gegen Jeruschalajim aufbrach (5, 6., so daß nicht einmal ein Zwischenraum in seiner Regierung in Hebron und Jerur schalajim angegeben wird 5, 5.), und „die Feste Zijons" eroberte (5, 7.), und D. nun „erkannte, daß ihn der Ewige festgestellt zum Könige üder Jisrael" (5, 12.), (Hieraus wird auch deutlich, daß die Erwähnung Zijons V. 2. kein Widerspruch ist, da es D. längst im Entschlüsse gelebt haben muß, Zijon zu erobern und zu seinem königlichen Sitze zu machen.) Wir erkennen demnach (eicint in dem Pf. den Zweck, die volle Zuversicht auf das Gelangen D.'s zum Throne auszusprechen, ihm und seinen Anhängern zum Tröste und zur Stärkung, als der früh gegebenen Verheißung an D. immer neue und große Hindernisse entgegentralen. Von diesem Gesichtspunkte aus lösen sich aber alle Schwierigkeiten in den einzelnen Ausdrücken, namentlich in V. 3. auf, da das jisrael. Volk wirklich langst nach D. sich sehnte, und nur Gewalthaber, wie Abner, es zurückhielren, und wie D. allerdings auf die Erfüllung dessen, was seine „Jugend" so stürmisch gemacht hatte, harren mußte. Es wird nun noch die Frage sein, ob der Pf. so dem D. selbst zugeschrieben werden kann, wie die Überschrift be» meldet. Wir glauben dies unbedingt bejahen zu können. Der ganze Gedanke des Pf. konnte, da es langst und überall bekannt (schon dem Jonathan), von den Gegnern selbst anerkannt (s. oben von Abner) war, daß Gott dem D., schon durch Schemuel, das Königthum zugesichert hatte, von D. ausgesprochen werden, ohne Anmaßung genannt werden zu können. Die eigenthümliche Einkleidung bezeugt, daß irgend ein prophetischer Spruch neuerdings an D. ergangen, den D. nun als Psalm einkleidete, und seinen Anhängern zum Wahrzeichen übergab. (Aehnlich Mosche in und dem Segen 5 M. 32 und 33.) Die Abfassung als Ps. bezeugt D., die prophetische Einkleidung bezeugt, daß er sich auf einen prophetischen Ausspruch gründet. Sehen wir genauer nach, so ist in dem ganzen Psalm so Nichts, was den König selbst hervorhebt, gesagt, sondern Alles auf Gott zurückgeführt, und diesem aller Sieg zugeschrieben, daß es D. recht gut gesagt haben kann. Das allein Auffällige -:mb (93. 1.) gehört zur prophetischen Einkleidung, und war angemessen, da der Ps. den Anhängern D.'s übergeben wurde. 47*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.