Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 47 (19.11.1849)
- Date
- 1849-11-19
- Page
- Seite 672 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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«72 sein? Die Antwort giebt der vierte Bers einfach; nna öbi?b ps „Du sollst Priester sein auf immer". Falsch verstanden es nun Viele, indem sie hierbei das spezielle jisraelitische Priesterthum des ahronitischen Geschlechtes fest hielten, so daß sie meinten, der König solle zugleich Opferpriester sein. Hiermit steht schon das Folgende gänzlich im Widerspruch, da ein jisrael. Priester mit der Besiegung von Königen gar Nichts zu schaffen. Der Begriff “ps geht weiter. Wir brauchen nur an die klassische Stelle 2 M. 19, 6. mm rob»» vom ganzen Volke Jisrael zu erinnern, dem gemäß 4 M. 16, 3. ertmp übs bs ^2, welche Ansicht auch von Jesch. II. wieder geltend gemacht worden, indem er die Jisr. der Zukunft fTi *»3!m (61, 6.) anreden läßt, wie auch das Verbum im Piel ganz allgemein als „weihen" noch spater gebraucht worden (Jesch. 61, 10.). Sobald man also vom speziellen Opferpriester absieht, der, wie erwiesen, hier nicht gemeint sein kann, ist “>m dem Herrn geweiht im allgemeinen Dienste seiner Erkenntniß und Anbetung; und da konnte der König Jisraels, an der Spitze des Volkes der Erkenntniß und Anbetung des einigen Gottes, ganz besonders genannt werden, ja er mußte dies sein, sobald er seinem Berufe lebte. Er, der 'in rrtüft heißt, der mit „heiligem Oele" gesalbt worden, muß auch 'Ti -jND sein. Daß dies der Sinn des ^m hier ist, erhellt sofort aus den folgenden Worten: “obtt wim bs> p-!£, wo bekanntlich “•mm b? antike Form für den st. constr. ist. Malki-Zedek war aber „König von Schalem" d. i. Jeruschalajim und *)“Pb? bab ‘jm (1 M. 14, 18. s. I. S. 65.), also nicht jisrael. Priester, sondern im allgemeinen Sinne. So will also der S. damit gleich bemerken, daß der König Priester nicht im Sinne des speziellen Opferpriesterthums, sondern, wie Malki-Zedek, als König zugleich Träger der Lehre und des Gesetzes des einigen Gottes sein soll. Es ist also damit die besondere Qualität des jisrael. Königs, des, mit heiligem Oele Gesalbten des Ewigen gezeichnet, welche allerdings in Schaul noch nicht hervorgetreten, aber in David ganz besonders durchdrang. Der Blick auf Malki-Zedek lag aber um so naher, als es sich um den nunmehrigen Sitz des jisrael. Königthums, Zijon (V. 2.), Jerusch, handelte. — Am Wenigsten kann hier aber nbt?b aufsallen, denn daß dies nicht im wörtlichen Sinne „aus ewig" zu verstehen, daß es sehr häufig nur das Immerwährende durch das ganze Leben einer Person bedeutet (z. B. Dbisb 30, 13. üb^b NW128 ba 31, 2. 41, 13. 45, 3, und sehr oft) und namentlich eines Königs (z. B. Db^ 212"» 61, 8. 45, 7. 21, 5.), besonders mit dem Hinblick auf sein Geschlecht, zeigen unzählige Stellen. — So war nun innerhalb Jisraels selbst die Stellung des Königs äußerlich (1 — 3.) und innerlich (4.) festgestellt, und von hieraus konnte um so mehr auch sein Verhältniß zum Aus lande besprochen werden. Als ‘jm, als priesterlicher König des Einigen, konnte es nicht anders sein, als daß ihm Gott „zur Rechten" sei, d. h. zum tatkräftigsten Beistände, und deshalb sein Verhältniß zum Auslande nur ein siegreiches; die folgenden Verse sagen daher Nichts weiter, als: Könige, Völker besiegt er mit Gott. „Am Tage seines Zornes" (vgl. Jesch. 13, 13. Klagt. 1, 12. 2, 1.) zeigt, daß zu pn» Subjekt ist ma, wie denn yma meist von Gott gebraucht wird (5 M. 32, 39. 33, 11. Hab. 3, 12. Ps. 68, 22.); nicht weniger kann mm ■p-p nur auf Gott bezogen werden. Im Gegentheil kann ebensowol „ec trinkt aus dem Bach", als „er erhebt das Haupt" (7.) nur auf den König bezogen werden, so daß also ein Wechsel des Subjekts in V. 7. (nicht wie Einige schon in V. 6. wollten) eintritt, was um so leichter, da die Anrede in schon fern ist. Es war nämlich dem S. sehr leicht, indem er Gott für den König die Könige und Häupter zerschmettern läßt, da er dabei doch jedenfalls den König als Kampfer, Gott als die stegverleihende Kraft denkt, allmälig den König als Kämpfer an die Stelle Gottes treten zu lassen. Dieser Kämpfer in seiner großen Schlachtarbeit, insonders beim Verfolgen, findet (durch Gott) stets am Wege eine Quelle, um sich zu erfrischen und so im Siege fortfahren zu können, und erlangt dadurch vollständigen Sieg. Beispiele, welche Bedeutung solch eine Erfrischung für den siegreichen Krieger hatte, siehe Nicht. 15, 18.19., 2 Schem. 23, 15., besonders auch 1 Schem. 14, 24 ff. So ist uns also auch der zweite Absatz klar geworden; er giebt zuerst die innerliche Qualität des Königs an, als priesterlichen Trägers der Gotteslehre, dann seine, durch dieses nahe Verhältniß zu Gott erlangte Siegerkrast über Völker und Könige. Jetzt wird uns aber auch der Beginn des Ganzen nicht mehr zweifelhaft sein. Was soll der König thun, bis Gott ihm die Feinde unterwirft? mmb nttJ. Lassen wir bei Seite, was über diese Worte mystisch gefabelt worden, so ist es uns klar aus V. 5., daß eben gar nichts Besonderes damit gemeint, sondern nur ein bildlicher Ausdruck gebraucht sein kann. In V. 5., wo der König zum Kampfe gegen die feindlichen Völker geht, heißt es bs> ma „der Herr wird zu deiner Rech-