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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-11-12 · Heft 46 (12.11.1849) · p. Seite 659

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 46 (12.11.1849)
Date
1849-11-12
Page
Seite 659 (sequence 11)
Language
German
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«89 nicht vorhanden, so muß dies aus nWtt selbst erklärt werden: „dein Volk bringt freiwillige Gaben", wovon der Sinn nicht zweifelhaft sein kann, da dies soviel wie huldigen heißt, indem den Königen bei der Huldigung und als Zeichen derselben stets Geschenke gebracht wurden (vgl. z. B. Ps. 45, 13.). Dadurch hellen sich aber auch die folgenden Worte auf. ä"P2, das Einige ohne nähern Erweis „Heertag", „Schlachttag" übertragen, ist einfach „der Tag deiner Macht", da du zur vollen Macht, zur vollen königlichen Herrschaft gelangst, wie V'fi an sehr vielen Stellen „Macht, Kraft, Vermögen" bedeutet. Mögen wir dann „in heiligem Schmuck" auf den König, oder natürlicher auf das Volk beziehen, so bedeutet dies Nichts Anders, als das Volk huldigt dem Könige in heiligem, d. L. feierlichem Schmucke. Denn nicht blos sind es (Ps. 29/2.) die Engel, die vor Gott in heiligem Schmucke anbeten, sondern 96, 9. auch alle Völker, so daß an spezielle Priesterkleidung gar nicht zu denken ist (vgl. 2 Mos. 19, 10. 14., wo das Volk sich heiligt", indem es seine Kleider wascht). Die folgenden schwierigen Worte enthüllen nicht minder ihren Sinn auf folgende Weise. r\ib' kommt nur noch zweimal in der Schrift vor, Kohel. 11, 9. 10. Die erste Stelle erweist, daß mV1 die Zugend, und zwar nicht etwa nur die Kindheit bedeutet, denn es heißt: ^>2 nnw; in der zweiten Stelle wird glücklicherweise diese Zugend mit der Morgenröthe, wie in der Unsrigen, zusammengestellt: mhroDSn rrn^ii Hieraus geht hervor, daß -[mV' hier ganz die Position von hat, und der Thau also Beiden, der Morgenröthe und der Jugend, zugesprochen wird: der Thau aus deiner Jugend, wie der Thau aus dem Schooße der Morgenröthe, "]b „wird dir nun", d. h. was du in deiner Jugend verdient, das erlangst du nun, die Thaten deiner Jugend sind für dein Leben, wie der befruchtende Thau, den die Morgenröthe bringt; mit anderen Worten: du hast dir in deiner Jugend den Anspruch auf die Herrschaft erworben, jetzt erhältst du sie. Das hierauf folgende 'in analog dem 'n V. 1., bezeugt, daß ein neuer Absatz beginnt, und ziehen wir daher das Resultat für den ersten: Gott giebt dem Könige, der zwar schon ein Solcher ist, aber die Regierung noch nicht vollständig antreten konnte, weil Gegner sie ihm verweigern, die Versicherung, daß-seine Feinde unterworfen würden, und sein Volk ihm huldigen werde, so daß er nun den Lohn für die Thaten seiner Jugend erhalten würde. — (Schluß folgt.) Belletristisches. Prag vor hundert Jahren. Erzählung von vr. Samuel Mayer. (Fortsetzung.) Auch die Nachfolger der Herzogin ehrten und ernährten unsere Glaubensbrüder zweihundert Jahre lang, denn sie hatten große Ehrfurcht vor dem letzten Willen der Stammmutter. Da aber entstand Krieg zwischen den Heiden und Nazarenern, welche in dieses Land kamen. Elias nahm die Gestalt eines alten Mannes an und er sprach zu den Aeltestenr Was wollen wir helfen den Heiden, die unfern Tempel zweimal zerstörten und uns vertrieben aus dem Lande unserer Vater, und die nicht glauben an einen ewigen, barmherzigen Gott und die Nichts wissen von Moses, unserm Lehrer? Laßt uns helfen den Nazarenern, welche ja manche Lehre von unserer Lehre annehmen und befolgen. Dieser Rath fand Beifall und die Gemeinde beschloß, den Nazarenern zu helfen, daß die Götzendiener vertilgt werden. Elias führte sie an, und wohin sie kamen, war der Sieg aus ihrer Seite. Zum Lohne durften sie auch auf der Kleinseite sich niederlassen und eine Schule erbauen. So hat er ihnen schon gar oft geholfen aus harter Noth und bitteren Drangsalen, denn die Nazarener wurden undankbar und wollten auch vertreiben die Jehudim, welche doch früher als sie in der Stadt und im Lande waren. Weil sie daher zu ihrer Verbannung kein Recht hatten, sielen sie mit allerlei Beschuldigungen und Verleumdungen über sie her, um sie zu quälen und zu martern. Kaiser Karl, der vierte, wollte eine Universität errichten und befahl, daß die Gemeinde ihre Häuser hergebe zu dem Gebäude. Da nahm Elias die Gestalt eines Sterndeuters an, und rieth dem Kaiser noch eine neue Stadt zu bauen, denn die Altstadt werde einst durch eine Ueberschwemmung, und die Kleinseite durch eine Feuersbrunst zu Grunde gehen. Darum ließ der Kaiser die Neustadt anlegen auf einem höher liegenden Platze, und die Gemeinde durfte in ihrem Eigenthum bleiben. Alle Missethaten und Verfolgungen hörten aber auf, als Kaiser Rudolf, der zweite, hierher kam und die Künste und Wissenschaften des Rabbi Kiwa kennen lernte. Er kam öfters zu ihm in seine kleine Wohnung, wie ein Freund zu seinem Freunde kommt, denn R. Kiwa

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