Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-11-12 · Heft 46 (12.11.1849) · p. Seite 656

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 46 (12.11.1849)
Date
1849-11-12
Page
Seite 656 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225606-3225653--10592-3240653
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

656 sibet, eben weil sie einfach und deshalb selbst neueren Erscheinungen der Art vorzuziehen ist, apart abdrucken zu lassen, wodurch der Preis geringer, was namentlich für die Schüler der Religionsschule, die doch immer noch eine besondere deutsche Lesesibel haben müssen, von Nutzen wäre. — Ferner sandte mir Herr Joel Nathan, Lehrer in Danzig, seine Vokabularien zum Pentateuch und zu den Psalmen. Das Erstere, das ich gleich nach seinem Erscheinen (1843) in der Schule zu I. eingeführt, hat mir stets recht gute Dienste geleistet und waren meine Schüler, die es fleißig benutzt, auch für die Lektüre der ersten Propheten gut vorbereitet; allein für die unterste Klasse, für die Anfänger des Hebräischen ist es, weil es die Kenntniß der wichtigsten grammatikalischen Formen voraussetzt, nicht berechnet. Und eben deshalb ließ ich diese denkleinen Präparant von Arnheim, Oberlehrer in Glogau, benutzen, der sich freilich nur über die „Genesis" erstreckt, aber vollkommen ausreicht. Da dieses Schriftchen aber schon seit zwei Jahren vergriffen ist, so ging ich schon längst damit um, den Mangel eines Solchen durch ein ähnlich angelegtes Buch, wozu ich schon einige Vorarbeiten gemacht, selbst abzuhelfen, aber der Mangel an Muße ließ mich meinen Plan nicht realisiren. Herr Arnheim schrieb mir zwar späterhin, daß er recht bald eine neue Ausgabe seines Präparanten veranstalten werde, was aber bis heute noch nicht geschehen, und deshalb war ich, schon im Interesse meiner Schüler, höchst angenehm überrascht, als mir dieser Tage Herr Dr. M. Wiener, Oberlehrer an der Religionsschule zu Hannover, sein daselbst in der Helwingschen Hofbuchhandlung soeben erschienenes „Wörterbuch zum Pentateuchs zusandte; es ist dieses Wörterbuch ähnlich dem kl. Präp. von A. für die ersten Anfänger berechnet und wird gewiß einem tiefgefüblten Bedürfnis abhefen. Der Vers, giebt nicht die Eintheilung blos in Kapitel, wie I. Nathan, oder in Sidrot, wie Arnheim, sondern er verbindet Beides und giebt auch die Eintheilung in Verse; dann beschrankt er sich nicht darauf, dem Schüler den Unterschied zwischen Förmlichen und Begreiflichen blos durch die typische Einrichtung (wie bei Arnheim) zur Anschauung zu bringen, sondern er giebt beim Nomen jedesmal den Nomitativ (Status absolutus) und beim Verbum die 3te Pers. singul. prat. Kal an. Als Zugabe befindet sich ein „Register über die mehrmals vorkommenden Wörter und Angabe des Ortes, wo sie erklärt worden sind", so wie ein „grammatischer Anhang", der etwas ausführlicher als der von Arnheim und so weit ich ihn durchgesehen, seinem Zwecke zu entsprechen scheint. Ich werde das Buch in meiner Schule einführen. Was das Vokabularium zu den Psalmen und den Morgengebeten des ra;i) von I. Nathan betrifft, so wird es Schulen, in denen die Psalmen gelehrt werden, gewiß sehr willkommen sein, wie auch der Anhang zur Präparation auf die Sabbatgebete ziemlich ausreichend sein dürfte. Wedelt. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Historisch-Geographisches im Talmud, il Die Beinamen tajV'‘-i8 und 8 2''",8. Samuel, der Präsident der Akademie von Nehardea, hatte zwar den rabbinischen Ehrentitel „Rab" nicht erhalten, dafür aber entschädigten ihn die Zeitgenossen und Nachfolger, wie keinen Andern, mit verschiedenen Ehrennamen, wie Tip-ui, nfiwwp und sogar *ratD 82bft. Die Erklärung des Namens gab den Rabbinen viel zu schaffen, und sie nahmen zu Gezwungenheiten ihre Zuflucht; dagegen setzt man rrtOW» verzeihlicher mit der ausgebreiteten Kenntniß Samuels in der Astronomie in Verbindung, und "npÄ deutet allerdings auf eine fleißige Beobachtung der Sterne hin, und paßt zur Thätigkeit eines Mannes, welcher behauptet, er sei in der Sternenwelt so bekannt, wie in den Stegen von Nehardea. Indessen weckt die Form Mfcwm'» schon gegen diese Erklärung Bedenken, da man doch eher Ti'-p erwartet* auch ihren die astronomischeWissenschast nicht gerade vomMonde durfte Namen entlehnen, wenn auch die Juden nachdem Monde rechnen; es ist ferner auffallend, warum gerade dieser Astronom {n&wrr-p genannt wird und nicht, wie die Sternkundigen sonst gewöhnlich: pm, irnn, ‘pSüüfcN, Sn8lb2; und endlich führt der Gteichklang mit ^T-,8 und dem anderen Rabbinen beigelegten Namen 82^->8 auf das Bedürfniß, die drei Namen auf gemeinschaftliche Quelle zurückzuführen. Alle diese Schwierigkeiten können vielleicht gelöst werden, wenn sich folgende Konjektur näher begründen läßt, die aus Vergleichung historischer Thatsachen mit der wissenschaftlichen Stellung Samuels hervorgegangen ist. Man weiß, daß die Chaldäer bei den Alten als die Inhaber und Pfleger der astronomischen und astrologischen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.