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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-11-12 · Heft 46 (12.11.1849) · p. Seite 655

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 46 (12.11.1849)
Date
1849-11-12
Page
Seite 655 (sequence 7)
Language
German
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655 die Juden in Rom haben sich an der Revolution in Rom am Wenigsten betheiligt, da die Masse des rö» mischen Volkes sie auf angeborne und anempfohlene Weise haßt, und sie nirgends herankommen läßt. Will man an ihnen rächen, daß die Revolution ihnen wenigstens dir Aussicht auf eine bessere Zukunft eröffnet hatte? Was konnten sie dafür? Folgendes ist das Neueste aus Rom: Seit gestern Abend ist die ganze am diesseitigen Tiberuser gelegene Judenstadt durch die französische und römische Gensd'armerie in Belagerungszustand versetzt. Die provisorische Regierungskommission will wissen, es seien während der Republik werthvolle in Brillanten gefaßte Reliquien und was die Kirchen sonst für Kleinodien der Art besitzen, in den Ghetto gebracht und dort verkauft. Jedes Haus, jeder Winkel wird heute durchsucht. Mein Weg führte mich diesen Morgen in die Gegend. Ueber 30 Israeliten hatten die dienstfertigen Sbirren bereits auf Piazza Tartaruga als angebliche Hehler christlicher republikanischer Diebe mit Handschellen geschloffen. —. Das Statuts sagt über die Durchsuchung des Ghetto: Heute Morgens war plötzlich das ganze Ghetto umrungen, und fast in Belagerungszustand gesetzt; den 4000 dort wohnenden Israeliten wurde der Aus- und Eingang verwehrt; alles Silbergeräthe, das nicht mit den Familienzeichen versehen war, wurde sogleich weggenommen; Gleiches geschah mit Wäsche, Kleiderstoffen, und selbst mit jenen uralten Brokaten, welche in den Synagogen von jeher als heiliger Schmuck gebraucht worden waren. Auf solche Weise wurde ein ganzes römisches Stadtquartier, bewohnt von ehrenvollen und geachteten Kaufleuten, auf infamirende Weise beschuldigt, und gleich einer Räuberhöhle behandelt. Vor Allem fällt es auf, daß Frankreich sich zu Handlungen hergegeben, die in so schreiendem Widerspruch zur Zivilisation des Jahrhunderts stehen. Die Römer aber wünschen sich Glück, daß nicht römische Truppen auf so unwürdige Weise verwendet geworden. Literarische Nachrichten. Anklam» l. November. (Zur Schulliteratur.) Zn Folge der von mir in d. Bl. gemachten Anfragen in Betreff eines Hilfsbuchs beim ersten Unterricht im Hebräischen, waren Einige der Herren Kollegen so freundlich, mir einige der von ihnen für diesen Gegenstand, so wie für die jüdische Schule überhaupt bearbeitete Schulbücher zu übersenden, und dies legt mir schon den geehrten Herren Vers. gegenüber die Pflicht auf, meine Ansichten über diese Schriften, wenn auch in aller Kürze, zu erkennen zu geben und somit vielleicht den Einen oder oder Andern der Herren Amtsbrüder auf das Vorhandensein derselben aufmerksam zu machen, und glaube ich, daß Sie, geehrter Herr Redakteur, schon deshalb diesen Zeilen ein Plätzchen in Ihrem geschätzten Blatte gönnen werden. Zuerst erhielt ich von Herrn Dr. Jakobson, Lehrer und Prediger in Kempen: I. Katechetischer Leitfaden beim Unterricht in der israelitischen Religion (Leipzig, Fritzsche, 32 S., 2 Sgr.). II. Gebete und Lieder für die israelitische Jugend (ebendas. 143 S. 10 Sgr.). III. Zwei Bändchen seiner Zugendbibliothek (ebendas. 7*/2 und 10 Sgr.). I. habe ich gleich nach seinem Erscheinen in der Schule zu Jastrow, der ich damals Vorstand, eingeführt, lege es auch hier meinem Religionsunterricht zu Grunde und kann es namentlich für mehrklassige Schulen, denen nur e i n Lehrer vorsteht, als sehr zweckmäßig empfehlen. II. enthalt 450 kürzere und längere Lieder und Gebete, die auch in den Schulen, wo kein Gesangunterricht, schon durch das Memoriren der zuvor erklärten Stücke zum Verständniffe und zur Befestigung der religiösen Wahrheiten im Herzen der Jugend viel beitragen dürften. III. Auch die Jugendbibliothek, deren erstes Bändchen schon früher in d. Bl. und im Orient (1845) günstig beurtheilt, scheint mir ihrem Zwecke sehr zu entsprechen und thut es mir leid, den mich ehrenden Wunsch des geehrten Herrn Vers., ein ausführliches Referat darüber zu geben aus Mangel an Zeit einstweilen nicht entsprechen zu können; nur die eine Bemerkung gestatte ich mir, daß das zweite Bändchen noch reichhaltiger als das erste und daß mehrere Piecen darin auch der reifem Jugend Unterhaltung und Belehrung bieten, ja daß selbst der Erwachsene sie gern lesen wird; ich erinnere nur an die hübsche Novelle „Glaube und Liebe", die vom Herausgeber. Es wäre im Jntereffe der Sachen zu wünschen, daß Schulbibliotheken und Familien diese Jugendbibliothek berücksichtigen und nicht so vornehm auf die Gaben eines jüdischen Schriftstellers herabsehen möchten! — Indem ich Herrn vr. I. hiermit bestens grüße, wünsche ich, daß er sich bewogen fühlen möchte, aus seinem Abtalion I. die Lese-

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