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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-11-05 · Heft 45 (5.11.1849) · p. Seite 642

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 45 (5.11.1849)
Date
1849-11-05
Page
Seite 642 (sequence 10)
Language
German
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«42 No. 35 und 40 finden: In No. 35, S. 499, Kol. a muß •»•nöp n:PT7a statt 'p rips» gelesen werden. Anm. 2. daselbst muß es heißen: „meine ich stets Seite a". In No. 40, S. 567, Kot. b ist bei vr. Cartellieri das letzte e zuviel, dagegen fehlt bei Dr. Bochan ein s, er heißt Boschan. S. 568, Kot. b lies S. 569, Kol. a muß es heißen „Gemal der berühmten Königin Aenobia" statt „General" u. s. w. und endlich in der letzten Zeile des Aussatzes lies NM statt ND5, wobei ich bemerken möchte, daß der Name KM hier vielleicht der Senatorwürde des Odenatus entspricht, da die Senatoren patres (eonseripti) hießen. Da ich im Zuge der Verbesserungen begriffen bin, so erlaube ich mir auch eine Konjektur über das Wort 12N in den von Herrn Hosheimer daselbst mitgetheilten ulmer Grabschriften: Statt 12N stehen wahrscheinlich Zeichen, die wie aussehen, das heißt das He steht nicht rechts sondern links vom Bet, und es ist ps (Kohen) zu lesen, da das letzte Zeichen leicht durch die Länge der Zeit verkürzt, so wie das 2 eckig geworden sein kann. Es würde diese Vermuthung durch den Umstand empfohlen werden, daß die Juden jener Zeit selten Zunamen hatten, also schwerlich Familienname ist, andererseits aber unter fünf Personen statistisch ein Kohen sein kann. Berlin, dm 18. Oktober 1849. F. Li. Belletristisches. Prag vor hundert Jahren. Erzählung von vr. Samuel Mayer. (Fortsetzung.) „Da hatte euer Großvater Mitleid mit mir, und er sagte unbesonnen, denn er hatte gegen meinen Willen deutsche Bücher gelesen, die er eingehandelt: in Prag war einmal ein gelehrter Professor, welcher Huß hieß. Man verbrannte ihn in Kostniz; saget mir doch warum? Da ergrimmte der Trommler, und er sprach: Du bist ja ein ganz aufgeklärter Jude! So kannst du auch Schweinefleisch essen? Und er holte ein Stück von dem ekelhaften, verruchten Thiere und steckte es ihm in den Mund hinein. Ich wollte ihm zu Hilfe kommen, aber der Bösewicht gab mir einen Hieb mit seinem Säbel über den Kopf, daß ich ohnmächtig niederstürzle, in meinem Blute schwimmend. Noch könnt ihr die Narbe an meiner Stirne sehen, die ihm ein blutiges Kainszeichen werden soll! Als ich wieder zur Besinnung kam, warf ich den ersten Blick auf meinen Bruder, aber er war todt, denn er wollte das Aas nicht essen, und der Unmensch drückte es ihm in den Schlund hinab, bis er erstickte. Der Wirth schleppte uns zum Hause hinaus auf die Heerstraße, denn er fürchtete, daß der Verdacht der Mordthat auf ihn geworfen werden möchte. Da lag ich betend neben eurem tobten Großvater, und weinte vor Gram und Wuth. Zum Glücke kamen Jehudim, welche gleichfalls nach Pilsen zogen. Sie sorgten, daß wir nach Prag zurückgeführt wurden. An eine Klage gegen den Mörder war zu jener wilden Zeit nicht zu denken, und ich habe ihn auch nie wieder gesehen." „Würdest du ihn wieder erkennen, Onkel, wenn du ihn sehen könntest?" fragte Tiah, der vor Unwillen und Mitleid bebte, wahrend sich sein Bruder ängstlich an ihn hinschmiegte. „Ob ich ihn erkennen würde?" riefLipmann mit lauter Stimme. „Ich würde ihn erkennen, wenn ich ihn auch nicht sähe, denn meine Augen würden sich öffnen, um ihn zu verschlingen, und meine Ohren würden wieder hören, wenn in ihrer Nähe gehört würde seine Stimme oder seine Trommel. Es war nicht das erste Mal, daß ich ihn gesehen und gehört hatte, es war da« zweite Mal, wie er selbst sagte. Scho» in Fulda rührte er seine verfluchte Trommel." „Was hat er in Fulda gethan?" fragte der Knabe neugierig. Lipmann schien nachzusinnen und seine Gedächtnißkraft in Bewegung zu setzen; dann begann er: „In dem langen Kriege, den man den dreißigjährigen nennt, war ich in Fulda, wo so viele jüdische Studenten waren, daß man sie nicht zahlen konnte. R. Meir Schiff, dessen Andenken gesegnet sei wie das Andenken aller Gerechten und Heiligen, war wie ein Schiff, welches auf dem großen Meere schwimmt, beladen mit allen Kostbarkeiten von Seba. Sein Ruf verbreitete sich von einem Ende der Erde bis zum andern, und sein Ruhm vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergänge. Er war noch jung wie R. Elieser Ben Afaria, aber alt an Verstand wie R. Meir, der große Tana; in der einfachen künstlichen und kabbalistischen Auslegung der heiligen Schrift, wie in der scharfsinnigen Erklärung des Talmuds und der Ritualgesetze war er so groß und

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