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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-11-05 · Heft 45 (5.11.1849) · p. Seite 641

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 45 (5.11.1849)
Date
1849-11-05
Page
Seite 641 (sequence 9)
Language
German
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641 Wiederholt sprechen sie aus: i-rb^ b'2« »rwnä rprr'l S-pb^ ab-n (Vajikr. rab. 128. Kohel. rab. 70.) „wer Geld auf hohe Zinsen entlehnt, verzehrt das Seinige und dasFremde", er muß zu Grunde gehen, und dasEntlehnte vernichten. Aber vom Wucherer selbst sagen sie (Bab. Mez. 71.): „siehe, mit welcher Blindheit die Wucherer geschlagen sind! Würde ein Mensch den Andern einen Bösewicht schelten, so würde dieser ihn bis auf den Tod verfolgen; der Wucherer aber schafft Zeugen, Schreiber, Feder und Dinte herbei, daß durch Unterschrift und Siegel bezeugt werde, daß er ein Gottesleugner ist!" Als besondere Klaffe verfolgen sie die Kornwucherer. Bab. Bat. 90. heißt es: „von den Getreideaufschüttern, Wucherern, Marktpreisvertheurern gilt der Vers Amos 7.: „der Ewige hat bei der Herrlichkeit Jakobs geschworen: nie vergesse ich alle diese ihre Thaten!" Charakteristisch ist es auch, daß sie den Fabrikanten und Händlern mit Luxusartikeln sehr gram sind, indem sie sich sehr bitter auslassen (Jebam. 63, 2.): b^Y-i i'N 2ib2v ,nbm yntis stto* ‘wb v-.b-^-wn ttEl» D^btt fiiTTQ *p t)*i* ab» „viele sind der Wunden, die der Krämer (mitLuxusartikeln) beibringt; sie verleiten zur Sünde, wie der Funke die Kohle entzündet; wie der Käfig voll Geflügel, so ist ihr Haus voll Betruges." Eine gute Einsicht verrath es, wann die Talmudisten einen besondern Werth darauf legen, daß man Jemandem Geld darleihe (d. h. ohne Zins), um ein Geschäft zu betreiben. So sagen sie (Sabb. 6.): 5-nbttü b*Hä öbs» b^üai NPNL in tainr» „verdienstlicher ist es, Jemandem Geld vorzustrecken, als Almosen geben, aber Jemandem durch Handelsgemeinschaft aufhelfen, ist verdienstlicher als Alles." Jndeß wissen sie, daß dies nicht sehr gewöhnlich ist. Chag. 5, 1. sagen sie: rpsro Nrv'bnb w2iv «b rrbbsb am „zu einem billigen Einkauf findet man selten einen Darleiher, zu einem billigen Einkäufe immer einen Käufer."*) Fügen wir dem einige Klugheitsregeln an. Die Hauptsache ist: rechtzeitiger Verkauf. Sie drücken dies Berach 62, 2. so aus: „Ertönt das Horn in Rom (als Zeichen des eröffneten Markts), Sohn des Dattelnhandlers, verkaufe die Datteln deines Vaters" (wenn dieser auch nicht da ist). *) So nach Tosefot, Dukes. Raschi: Das Nothwendige zu kaufen, fehlt es oft an Geld; für Luxus ist immer Geld da. "spD NNL1 "ftns '‘•nü (Pesach. 113.) „erst das Geld, dann die Maare!" Man soll nicht eher die Maare verabfolgen lassen, bis das Geld gezahlt ist. P'n&N ‘■pnwi 'Storni (Bab. Kam. 47.) „von deinem Schuldner nimm auch Kleien an", sonst kriegst du vielleicht gar Nichts. (Fortsetzung folgt.) Erklärung über eine Erklärung. Herr Rabbiner vr. Joel hat in No. 40 der A. Z. des Jud. die Priorität der von mir in No. 35 gegebenen Erklärung der Stelle Synhedrin 39. für sich mit ebenso viel Recht als Schonung in Anspruch genommen, und es macht mir Vergnügen zuzugeben, daß ein Bedürfnis sich vom Verdachte des Plagiats zu reinigen durchaus nicht auf seiner Seite ist, aber auch nicht wäre, selbst wenn sein Werk nicht nachweislich früher in die Oeffentlichkeit getreten sein würde als mein Aufsatz. Jeder, der von Ormuz und Ahriman weiß und mit diesem Wissen jene Stelle liest wird zu der gegebenen Auslegung veranlaßt, und so groß auch der Werth der Erklärung ist, so ist doch das Verdienst sie gefunden zu haben zu gering, um annehmen zu dürfen, daß ein selbstständiger Gelehrter ihrenthalben dem Reize eines Plagiats zugänglich sei. Ich selbst habe sie in meinen Kollektaneen seit lange, habe auch vor zwei Jahren schon unter Anderen mit einem Professor der hiesigen Universität davon gesprochen, und wenn ich über das Zusammentreffen mit Herrn I. gestaunt halte, so wäre es darüber, daß ich einen Vorgänger von nur wenigen Monaten und nicht von vielen Jahren habe. Mich selbst weiter vom Verdachte des Plagiats zu reinigen halte ich für überflüssig, da diejenigen, welche mein literarisches Streben kennen, mich sicher frei sprechen werden. Andere aber wenigstens zugeben müssen, daß hier ein Zusammentreffen leicht war. Ich bin der jüdischen Journalistik leider so entfremdet, daß ich vom Schreiben des Herrn I. gewiß erst viel später und durch Zufall Kunde erhalten hatte, wäre nicht in No. 40 gerade von mir selbst ein Schreiben, weshalb mir die Redaktion wohlwollend ein Exemplar zugesendet. Vom gelehrten Werke des Herrn I. habe ich eben jetzt erst Kunde und Einsicht erhalten. Ich benutze die Gelegenheit, um mehre entstellende Druckfehler zu verbessern, die sich in meinen Aufsätzen 4L*

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