Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1849)
- Date
- 1849-09-24
- Page
- Seite 552 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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552 hieraus erhellet, allerdings vollständig erhalten werden, dennoch steht's zu bezweifeln, ob unsere hiesigen, beinah muß man's glauben, leider! unzurechnungsfähigen Orthodoxen, die allen ihren frommen (?) Gefühlen durch Verfluchung der Brr» Ausdruck verleihen, ihre Hand dazu darbieten werden. O, ihr hebräischen ynx ■'■nttiö und ihr deutschen Zionswächter in Hamburg und Altona?n^ps Bi'!? hwsn Hört, ihr frommen Herren, die ihr eine unwissende Masse zu solchem Fanatismus aufstachelt, wozu eure hiesigen geistlichen Pflegekinder Zuflucht nehmen: Zwei hiesige Geistliche, wovon der Eine erklärte, daß er sich keinem Leichenzuge anschlicßen könne, wobei ein Jude folge, und der Andere am ersten Tag Ostern seiner Predigt das Gebet anschloß: o möchte doch erst den Juden die Decke der Blindheit, womit sie geschlagen sind, von den Augen fallen, damit sie den als den alleinigen und wahren Herrn erkennen lernen, der sich geduldig von ihnen an's Kreuz schlagen ließ, sind die Rathgeber und Fürsprecher unserer Frommen. Da nun bei den Pietisten und Reaktionären religiöse Reform mit Republikanismus vorgeblich identisch ist und zufällig ein geehrtes Mitglied des Oberrathes, Herr Dr. Markus, eine bedeutende Stellung in der hiesigen Kammer eingenommen, so suchen unsere Frommen (?) gewiß aus den freundschaftlichen Rath der oben bezeichneten Herren Geistlichen (deren Namen nicht gedacht werden soll) den Oberrath und alle Anhänger der Reform bei der Regierung zu verdächtigen. Doch was werden unsere Orthodoxen dazu sagen, wenn man einmal, alle zarte Rücksichten bei Seite setzend, auch ihre menschenfreundlichen und staatsbeglückenden Grundsätze den Behörden ein Wenig aufdeckt? «vsy!i» bVö:i Bi'T? Lasset daher ab von Eurem thörichten Beginnen und strebt auch Ihr darnach, den durch Euch gestörten Frieden wiederherzustellen. Euch aber, Ihr Herren Zionswächter in Altona, sende ich meinen besondern Gruß, mit der dringenden Bitte, Eure hiesigen geliebten Pfarrkinder jetzt, wo durch das heranrückende Neujahr und den Friede bringenden Versöhnungstag, so wie durch den Entwurf Gelegenheit zur Ausgleichung und Versöhnung geboten ist, zum Frieden ermahnen zu wollen. Dadurch würdet Ihr einem sich hier vorbereitenden, gewiß auch nicht zu Eurer Zufriedenheit ausfallenden Kampf Vorbeugen, und solches Werk würde sicher gottgefälliger und segensreicher sein, als alle Eure bisherigen Thaten. So wolle es Gott! Oesterreichifcher Kaiferstaat. Wien, 10. September. (Wand.) Dr. Fischhof ist am 7. d. M. nach einer fünfstündigen Berathung vom hiesigenKriminalgerichte »b instantia freigesprochen worden. Das Urtheil wird noch dem Obergerichte vorgelegt und so dürfte die Angelegenheit Fischhofs binnen Kurzem definitiv erledigt sein. Wien, 15. September. Einige Journale melden, daß der Kaiser die der Jsraelitengemeinde von Pesth und Ofen .auferlegte Kontribution erlassen hat. Lemberg, 6. September. (Oest. C.) Vom 11. d. angefangen erscheint hier ein neues Journal, politisch-kommerziellen Inhalt: „Die jüdische Post". „Daß dieses Blatt", bemerkt die Ankündigung, „im jüdischen Jargon (einer Abart der deutschen Sprache, nach Aehnlichkeit des österreichischen Idioms, oder gar des Holländischen) gegeben wird, hat seinen Grund in der bedeutenden Literatur dieses Jargons und in seinem Publikum." Trieft, 5. September. Am 20. August ist Moses Montefiore von Beirut abgereist und nach London zurückgekehrt. Türkei. Konstantinopel, Ende- August. Der neue Gouverneur von Aleppo, Mustafa Zarif Pascha, hat gleich bei seiner Ankunft und mit ausdrücklicher Berufung auf den Willen desPadischa, die Gleichheit aller Unterthanen des Reiches vordem Gesetze proklamirt. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 27. August. Der Talmud in seiner Wichtigkeit rc. (Schluß aus No. 36.) Was Herr Büchner am Schärfsten angriff, waren die Thephkttin und die Sabbatgesetze, wobei Herr B. die bekannte Eskamotage sich gestattete mit „Nichtjude" zu übertragen. Die einzelnen Angriffe geht Herr Tannenbaum durch, und widerlegt sie. Niedlich ist, wie er den Herrn S5.