Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1849)
- Date
- 1849-09-10
- Page
- Seite 524 (sequence 8)
- Language
- German
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824 hirung eines Anlehns von einer Million bei der wiener Bank gewünscht hatte. Sie begründete dieses ihr Verlangen durch den Umstand, daß ihre Waren größtentheils nach dem Süden des Landes gewandert, dessen Bewohner an Zahlungs Statt nur Kossuthnoten einlieferten, und theilweise noch einliefern, so daß der hiesigen Handelswelt in diesem Augenblicke die zur Tilgung ihrer Schulden erforderliche Summe an legalem Gelde fehlt. Sie predigten jedoch tauben Ohren; die Geldaristokratie, ohne Unterschied des Glaubens, verwarf den Antrag mit der egoistischen Aeußerung: ein Jeder trage selbst für seine Haut Sorge — und mochte bei dem nothwendig eintretenden Sturze so vieler angesehenen Firmen nicht ohne Vergnügen manchen Konkurrenten mitsallen sehen. —. „Entgegnung. Das hiesige Journal die „Geißel" bringt in dem Blatte No. 182 unter der Chiffre X einen Schmähartikel gegen die pesther und altosener israelitischen Gemeinden, in welchem sie als Verbrecher und Verrather gescholten und beschuldigt werden, treue Israeliten zum Meineide wider Se. Maj. den Kaiser und zum Verbrechen der Ausspähung verleitet zu haben. Die gefertigten Gemeindevertreter fühlen sich verpflichtet, diese Angaben der „Geißel" als Verleumdungen öffentlich zu bezeichnen und zu erklären, daß, wenn vielleicht auch einige Israeliten in Pesth und Ofen die Pflichten gegen ihren rechtmäßigen Herrscher mißachteten, doch die Gemeinden als Korporationen sich von jeder Theilnahme an dem Aufstande fern gehalten, und die Treue gegen Se. Maj. den Kaiser niemals verletzt haben. Um die Grundlosigkeit der Schmähungen der „Geißel" durch eine gerichtliche Untersuchung zu konstatiren, haben die Gefertigten durch den Herrn Advokaten vr. v. Mayer bei dem k. k. Preßgerichte die Klage gegen den Redakteur der „Geißel" wegen Preßübertretungen anhängig gemacht. Gerson Spitzer, Vorsteher, Ignaz Stein, Repräsentant der pesther israelitischen Gemeinde. C. L. Schlesinger, Vorsteher, A. Goldstein, Repräsentant der altosener israelitischen Gemeinde. Laibach, 27. August. (Lloyd.) Eine hier erschienene Gemeindeordnung enthält zum Schluß des 11. Paragraphen: „Die Juden werden von jedem Erwerbe der Realitäten, und von der Aufnahme in den Verband der Stadtgemeinde ausgeschloffen." Laue (Böhmen), im August. Die Niederlassung einer israelitischen Familie am hiesigen Orte rief einen Aufstand hervor, der jedoch durch die Energie des Bürgermeisters schnell unterdrückt ward, so daß der schon geflüchtete Israelit wieder zurückkehrte. Nachod (Böhmen), im August. Die hier ansässige, an Zahl nicht bedeutende Gemeinde hat 600 Fl. zu einem Vorschußfonds für zurückgekommene Gewerbtreibende aller Art angelegt. Am Stiftungstage wurden 50 Arme ohne Unterschied des Glaubens gespeist. Deutschland. Sulzbach» im August. Vor einigen Tagen wurde hier der Rabbiner vr. Schlesinger, der im vorigen Jahre in der Oberpfalz öfter als Redner in Volksversammlungen aufgetreten, in Haft gebracht. Aus Rheinpreußen, 15. August. (Erwiderung.) Die Allg. Ztg. des Jud. bringt in No. 29 d. I. einen Artikel 0. 0. Koblenz, 3. Juli, welcher in dem Theile, der die Auflösung der rheinischen jüdischen Konsistorien bespricht, einige Bemerkungen und Berichtigungen verdient. Ohne ein Verehrer der genannten Konsistorien zu sein, muß ich es doch für höchst ungerecht finden, daß der Korrespondent aus dem Grunde, weil sein Konsistorium zu Bonn die Negierung angegangen hat, die Reformen im koblenzer Gottesdienste zu verbieten, auch die beiden anderen Konsistorien zu Krefeld und Trier als Solche verdächtigt, die „den besseren Bestrebungen stets im Wege gewesen wären", da es ja be- und auch anerkannt ist, daß die erwähnten beiden Konsistorien stets die besseren Bestrebungen förderten, sowol in Beziehung auf den Gottesdienst und das Schulwesen, als auch besonders für unsere Emanzipation bei den einzelnen Regierungen und Landtagen sehr viel ge- und bewirkt haben, wovon auch diese Zeitung Zcugniß ablegt in den verschiedenen Berichten. Auch standen die Bestrebungen und Leistungen der Konsistorial-Oberrabbiner zu Krefeld und Trier gewiß niemals dem Guten im Wege, und brauchen wir nur, um dieses zu