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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-09-03 · Heft 36 (3.9.1849) · p. Seite 508

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 36 (3.9.1849)
Date
1849-09-03
Page
Seite 508 (sequence 8)
Language
German
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508 aus diesem Abgrund wieder zu erheben? oder werden in Jahrhunderten die Spuren noch nicht überwunden sein? So fragen wir uns. Allein diese Frage darf die Lhatkraft des Menschen nicht lähmen. Ist der Friede erst wieder da, wieder ganz gesichert: dann müssen wir mit aller Kraft und Zuversicht wieder an die Herstellung gehen. Gott sei mit uns! Türkei. Konstantinopel. Von Salonichi aus berichtet man zu Anfang August, daß in Tricala ein Feuer 640 Kaufläden, 320 Häuser und das ganze Judenquartier verzehrt habe. —. In Beirut ging das Gerücht, Sir Moses Montesiore wäre auf der Straße von Damaskus nach Jerusalem ausgeraubt worden. Literarische Itachrichten. Magdeburg, 26. August, -inirn «nm Die Religionsphilosophie des Sohar und ihr Verhältniß zur allgemeinen jüdischen Theologie. Zugleich eine kritische Beleuchtung der Franck'schen „Kabbala." Von D. H. Zoel, Rabbiner in Schwersenz. Leipzig, 1849. Als wir im Jahre 1843 die „Kabbala" von Franck begrüßten, sprachen wir am Schluffe des ausführlichen Referats in Nr. 42, 43, 44, 51 jenes Jahres die Worte aus: „Die Arbeit des Herrn Fr. ist die erste reinwifsenschaftliche Bearbeitung der kabbalistischen Philosophie vom historischen Standpunkt, und muß so zur Grundlage jedes weitern Foctbau's dienen." Wir freuen uns, überhaupt daß sortgebaut wird, insonders daß jenes Wort so buchstäblich in Erfüllung gegangen, daß der Fortbau in der That seitdem sich lediglich an die Grundlage von Franck lehnt. Die deutsche Ausgabe des Franck von Jellinek, Kritiken des Ganzen und einzelner Theile, einzelne Aufsatze lehnten sich daran., und indem der gelehrte und scharfsinnige Verfasser des obigen Werkes feine Untersuchungen veröffentlichen wollte, fand er es am Einfachsten, den Faden des Franck'schen Werkes zu verfolgen, und, theils ausführend, theils bekämpfend, theils berichtigend, mancherlei bedeutsameBausteineheranzubringen. Es ist nicht zu leugnen, daß dadurch das Werk des Herrn Joel etwas Zerfahrenes, Bruchstückartiges erhielt, welches ihm bei dem Leser, der nicht selbst Forscher ist, nachtheilkg sein muß; wohingegen es dem Letztem dadurch erleichtert ist, einzusehen, worin ein Fortschritt geschehen, worin die Meinungen abweichen. Wir können hier daher nur, dem Zwecke unsrer Referate gemäß, die Resultate zusammenstellen. Aus dem ersten Kapitel resultirt: daß allerdings zur Zeit der Tanaim eine von Allen hochverehrte Geheimlehre (Merkaba) existirte, daß sie in direkter Beziehung zur Vision Ezechiel's stand, und daß es noch unentschieden ist, ob unsere Kabbale unmittelbar an jene Geheimlehre anzuknüpfen sei. Auch Joel stimmt, bei sorgfältiger Forschung, (gegen Fr.) damit überein, daß R. Akiba der Verfasser des Sefer Jezira sei. Ueber den Sohar sixirt er als Resultat der bisherigen Kritik: 1) daß der Sohar in der Gestalt, wie er jetzt uns vorliegt, nicht von Rabbi Simeon Ben Jochai verfaßt sein kann; 2) daß selbst im Falle, daß der Autor dieses Werkes nicht vor dem 13ten Säkulum gelebt haben sollte, doch die Grundprinzipien seiner Lehre (zum großen Theit wenigstens) nicht seine eigene Ersindnung, sondern weit alteren, jüdisch-mystischen Quellen, diese mochten nun schriftliche oder mündliche gewesen sein, entlehnt sind. Joel folgt dem Prof. Franck nunmehr in der zweiten Abtheilung in die Analyse des S. Jezira und des Sohar, um die Ansichten der Kabbalisten über Gott, Welt und Seele festzustellen. Nicht, allein berichtigt er hier' Fr. in sehr vielen Einzelnheiten, zeigt z. B. wie die meisten Gedanken der Kabbala über die Seele ebenfalls in Talmud und Midrasch vorhanden sind, sondern bestreitet ihn auch in den Grundanschauungen der Kabbala, und stellt dann in 37 Paragraphen eine gedrängte Darstellung des kabbalistischen Systems im Zusammenhänge auf. Wir geben hier ein Resume der Hauptelemente der Kabbala, wie sie in S. Jezira und Sohar gelehrt worden, wobei zugleich das Abweichende von Fr. hervortritt (S. 327). 1) Die Kabbala anerkennt zwar einen — mit dem buchstäblichen gleichberechtigten — geheimen Sinn der h. Schrift, setzt sich aber nirgends, weder über das. historische Faktum, noch über die Verbindlichkeit des Gesetzes hinweg. 2) Sie lehrt nicht die Einheit der Substanz oder Gott als immanenten Grund der Welt. 3) Vielmehr lehrt sie die freie Persönlichkeit Gottes. 4) Sie lehrt eine absolute Schöpfung nach dem freiem Willen Gottes. 5) An die Stelle einer gleich bei ihrem Erstehen vollendeten Schöpfung setzt sie jedoch die Idee einer von

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