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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-08-27 · Heft 35 (27.8.1849) · p. Seite 496

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 35 (27.8.1849)
Date
1849-08-27
Page
Seite 496 (sequence 8)
Language
German
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496 herbeigeschafft; wie freudig waren aber die Kontribuenten überrascht, als ihnen der General eine gleiche Summe Zwangsnoten als Entschädigung einhändigte!" Italien. Florenz, 9. August. Der Großhcrzog hat der israelitischen theologischen Fakultät in Florenz auf eine Adresse unter Anderm geantwortet: „Die israelitische Nation hat sich stets durch ihre Gradheit und als Freundin der Ordnung nnd des Guten ausgezeichnet. Es ist also nicht zu verwundern, daß sie sich den Enormitäten ferne gehalten und die Wiedereinsetzung der konstitutionellen Souveränität mit ihren Wünschen begleitete." Asien. Konstanlinopel, 1. August. Aus Damaskus wird gemeldet, daß Sir Moses Montesiore bei seiner Anwesenheit daselbst zahlreiche Almosen vertheilt habe. Bei seiner Abreise erlegte Sir Moses noch die Summe von 5000 Piastern zur Gründung einer israelitischen Schule. Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Lehrwesen. Kappet bei Buchau, 23. Zuli 1849. Lesefrucht. Wahrend wir selbst in neuerer und neuester Zeit die Wespe der Verleumdung und Entstellung an jener Lehre nagen sehen, die da ist ein Baum des Lebens Allen die sie ergreifen, um dieselbe zu verdächtigen und zu untergraben, wie Solches unter der Aufschrift: „das moderne Heidenthum" in No. 26, 27, 28 und 29 dieser Blatter l. I. in vier Artikeln naher besprochen wird; thut es dem Menschenfreunde und besonders dem Israeliten, wohl, in eben dieser Zeit und von ähnlicher Seite, nämlich auch von einem christlichen Theologen, der Wahrheit huldigen und das Judenthum mit seiner Geschichte und Lehre von seinem eigentlichen Gesichtspunkte aus betrachtet und seine verklärende Kraft auf die Kinder unserer Zeit und unsers gemeinsamen Vaterlandes anerkannt zu sehen, wie Solches von dem würdigen Herrn Pfarrer Hauff zu Magstatt im Württembergischen in einem längern Aussage geschieht: über den Einfluß der biblischen Geschichte auf die Erzeugung deutschen Nationalsinnes und Patriotismus *). Da nun dieser Nachweis im Allgemeinen sehr interessirt und namentlich für jeden Jugendbildner beherzigenswerthe Winke enthalt; so wird es gewiß am Platze sein, diesem Aufsätze in der vielgelesenen Allg. Ztg. des Judenthums, die ihre Spalten so gerne pädagogischen und didaktischen Zwecken öffnet, eine weitere Verbreitung zu verschaffen, was hiermit durch folgenden Auszug geschieht. Nachdem der Herr Verfasser nämlich in der Einleitung den von einer gewissen Partei her gemachten Vorwurf beseitigt, daß die in der Volksschule gepflegte Geschichte des jüdischen Volkes sich schlechterdings nicht dazu eigne, in einem deutschen Gemüth Nationalsinn und Patriotismus zu erzeugen und die Kraft der Beispiele so wie den heilsamen Einfluß der Religion zu diesem Zwecke im Allgemeinen berührt, kommt er aus unsere Geschichte also zu sprechen: „In der Geschichte des jüdischen Volkes zieht sich der innere Zusammenhang zwischen dem religiösen und nationalen Element, wie in keiner andern Volksgeschichte, als ein greifbarer Faden fort, weswegen man urtheilen muß, daß Beispiele aus dieser Geschichte sich vorzugsweise eignen, reinen Patriotismus zu wecken und zu fördern, was er mit folgenden historischen Momenten belegt. Gleich im Eingang der jüdischen Volksgeschichte begegnet uns Mose als ein Mann, in dessen Gemüth das nationale Bewußtsein weder durch die Schule der egyptischen Priester, in welcher er gestanden war, noch durch das Hofleben (2 Mos. 2, 10.) verdrängt werden kann. 2 Mos. 2, 11. Daß er einen egyptischen Frohnmeister wegen Mißhandlung eines israelitischen Fröhners erschlägt, laßt sich nur aus einer Regung seines nationalen Ehrgefühls und des patriotischen Wunsches, daß seinem gedrückten Volke eine seiner edeln Abstammung würdigere Lage zu Theil werden möchte, rechtfertigen und erklären. Das R. T. preiset seinen im religiösen Glauben wurzelnden *) Man sehe hierüber: Blätter aus Süddeutschland für das Volkserziehungs- und Volksunterrichtswesen. Unter der Redaktion von Pfarrer Bühren, Sem. Rektor Dr. Ei senlohr, Dekan Stockmayer. XII. Jahrgang. 3. Hst. Stuttgart, Verlag von F. H. Köhler, 1848. S. 200—209.

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