Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 13 (1849)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1849)
- Date
- 1849-08-27
- Page
- Seite 493 (sequence 5)
- Language
- German
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493 (1844—1848) war cs der 22ste, von den Gestorbenen der 25ste. Die letzten zehn Jahre ergeben von den Geborenen den 20sten Theil, von den Gestorbenen den 24sten Theil Juden. Im Jahre 1848 waren die hiesigen Juden der 21fte Theil der Gesammtzahl der Geborenen in Stadt und Borstädte, der Gestorbenen der 23ste Theil. Ein ebenfalls günstiges Verhältniß stellt sich bei dem Vergleiche der Losungslisten der hiesigen Kriegsdienstpflichtigen heraus. Von den in der Stadt geborenen 21559 Knaben erreichten das Alter der Dienstpflicht 15303, also 71 pCt. Von den in demselben Zeitraum geborenen 1119 Knaben in unserer Gemeinde erreichten 879, also 79 pCt., dieses Alter. Die 1848 zur Losung gekommenen jungen Männer bilden 65 pCt. aller 1828 geborenen Knaben, von den 1828 geborenen Juden erreichten 86^/2 pCt. das Alter der Dienstpflicht. Die Zahl der geborenen Knaben übersteigt bei den Juden durchschnittlich die der Mädchen um 10 pCt., mit Ausnahme des letzten Jahres, in welchem mehr Mädchen als Knaben geboren sind. Die Ehen, richtiger die Trauungen, bilden durchschnittlich den 21sten Theil aller in der Stadt und den Vorstädten vollzogenen Kopulationen. Bei der bisherigen Richtung der Erwerbszweige würde ein Vergleich der verschiedenen Zahlen dieser Rubrik nur zu schwankenden Muthmaßungen führen; es ist daher zweckmäßiger sich auf Beleuchtung der inneren Verhältnisse zu beschränken. Von den 1921 Männern, welche seit dem Bestehen unserer Registratur sich hier verheirathet haben, haben sich 1319, also circa 69 pCt. als dem Kaufmanns- oder Handelsstande gehörig angegeben, der übrige Theil bestand aus Gelehrten, Künstlern, Handwerkern, Arbeitern rc. In den ersten fünf Jahren, 1816- 1820, gehörten 70 pCt. der Verheiratheten dem Handelsstande an, in den letzten fünf Jahren, 1844 —1848, nur 57 pCt. Ueber unsere Population entnehmen wir aus unseren Registern noch Folgendes. Es sind von 1816 bis 1848 inkl. in der hiesigen Gemeinde geboren 6852 Kinder, beerdigt sind in diesem Zeiträume 6275 Individuen, hiervon sind todtgeboren 484, von 938 im ersten Lebensjahre Gestorbenen sind noch nicht im Geburtsregister aufgeführt gewesen 626, zusammen 1110; bleiben 5165; mithin ist der wirkliche Ueberschuß an Geborenen 1687. Die Gemeinde hat sich seit 1816 vermehrt um 3361 Individuen *). Die Zahl der in dieser Zeit hieher gekommenen größtentheils in dienenden Verhältnissen lebenden Juden beiderlei Geschlechts, die nicht als Mitglieder der Gemeinde angehören, beträgt mehr als 1500 Personen. Von dem nicht unbeträchtlichen Zuwachs durch rezipirte Ausländer, muß ebenso wie von unseren in diesem Zeiträume ausgewanderten Angehörigen ganz abgesehen werden, da jede Zahlenangabe nur eine muthmaßliche sein kann. Die Zahl der hiesigen jüdischen Familien, ohne die einzelnen Personen, beträgt etwa 1550. Unsere Steuerrolle enthält (Tab. XXV) 1446 Nummern, diese bezeichnen a) 957 Familienväter, die regelmäßig kontribuiren. b) 81 desgleichen, deren Beitrag minder regelmäßig eingeht. c) 76 Wittwen mit Kindern. cl) 282 Wittwen, Wittwer und unverheiratheteMänner, die für ihre Person allein kontribuiren. o) 50 im Auslande sich aufhaltende Gemeindemitglieder. 1446 Die 130 kontribuirenden Fremden sind bis auf wenige Ausnahmen nur unverehelichte Männer. Hamburg, Anfang August. (Privatmitth.) Es gebührt sich wol, daß über den Standpunkt der hiesigen Juden, seit ihrer gesetzlichen Gleichstellung Etwas mitgetheilt werde; wäre es auch nur, um etwanigen falschen Berichten zuvorzukommen, wenn auch nur solchen, die uns als eine geschloffene politische Phalanx darstellen. Nun, vorausgeschickt für die Juden, daß die politischen Abstufungen überhaupt hier in Hamburg nicht so schroff sind, daß das Wort Demokrat hier nur eine sehr schwache Bedeutung hat und haben kann, daß das Wort Aristokrat seine Geltung mehr in gesellschaftlicher Exklusivität als in staatlicher Bevorrech tung findet, und daß die Zahl derjenigen, die aus persönlichem Geldinteresse dieser oder jener *) Eine Zahlung der hiesigen Jude» wurde im Jahre 1811 auf Veranlassung der französischen Behörde vorgenommen und ergab eine Seelenzahl von 6299.