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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-08-20 · Heft 34 (20.8.1849) · p. Seite 479

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 34 (20.8.1849)
Date
1849-08-20
Page
Seite 479 (sequence 7)
Language
German
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479 Kleider, gegen die Gewohnheit, zu tragen." „Und was thun dort die Frauen und Kinder?" „Die Elfteren haben nicht nach ihrer Gewohnheit Buden oder Waren zum Hausiren, und die Letzteren haben weder Melamdim noch Chedorim, wo sie ihre Tage zuzubringen pflegen." „Und mit Ackerbau?" „Mit solchen Arbeiten kann man Kinder, bevor sie heirathen, nicht beschäftigen, obwol es ist geschrieben: 77m rrw' “p ‘nnsn »niiai» tns ■naV« vbisb. Und so müssen die armen Kinder von Stadt zu Stadt wandern, um in den Klausen und Synagogen ihren Aufenthaltsort zu finden, und besonders wenn Jemand von seiner bösen Frau oder schlechten Schwiegereltern, die ihn nicht gut beköstigen, fliehet — so ist sein bester Zufluchtsort in Klausen und Synagogen, wo er Pentateuch, Talmud rc. studirt, und wenn es ihm hier langweilig wird, s» pilgert er weiter in andere Städte, um auch dort von Almosen u. dgl. sein Stückchen Brod zu erwerben. (Fortsetzung folgt.) Kiew» im Juli. Die Stadt Bogußlawl ist am 12 Juni 0. von einer schrecklichen Feuersbrunst heimgesucht worden. Das Feuer ist in den Bädern der Judengemeinde entstanden und hat unter Anderm die Synagoge und vier Bethäuser vernichtet. Riga, 3. August. (Privatmitth.) Unsere hiesige Gemeindeschule, deren Leistungen von der Schulbehörde lebhaft anerkannt werden, soll höchster Vorschrift zufolge in eine Kronsschule verwandelt werden. Den Direktor derselben, Prediger vr. Neumann, hat die Gemeinde einstimmig zum Mitglieds der in Petersburg zu kreirenden Rabbinerkommission gewählt, und ist er von dem hiesigen Generalgouverneur, Sr. Durch!, dem Fürsten von Suvorow, dem Ministerium hierzu vorgcstellt worden. Derselbe hat auch schon Predigt und Gottesdienst beigewohnt und sich sehr anerkennend ausgesprochen. Literarische Nachrichten. Kappel bei Buchau, 3. Juli. In Beziehung auf die in Nr. 26. S. 356 d. Bl. von Herrn Lehrer Wedelt in Anklam veröffentlichte Bitte, die für den ersten Unterricht im Hebräischen nöthig en Lehrmittel betreffend; nehme ich keinen Anstand DreifuS, M. G., Lehrer in Endingen im Aargau, erstes Hebräisches Lesebüchtein für untere israelitische Schulen (Basel 1846, Verlag des Verfassers), das von Herrn Rabbiner Güldenstein schon seit längerer Zeit in der hiesigen und buchauer Schule eingeführt und sehr billig ist, hiermit als sehr zweckmäßig zu empfehlen; indem hier die Kinder nicht nur eine stufenweise, vom Leichtern zum Schwerern fortschreitende Anleitung erhalten, in kurzer Zeit grammatisch richtig lesen zu lernen, sondern im II. Abschnitte eine für ihren Kreis passende Auswahl von etwa 420 hebräischen Haupt- und Beiwörtern zum Memoriren treffen, die ihnen bei den Uebersetzungen im III. Abschnitte sehr gut zu Statten kommen, wo ihnen in 63 Uebungsstücken reichlicher Stoff geboten ist zum Uebersetzen vom Hebräischen ins Deutsche, die nicht nur mit den üblichen Präfixen und Suffixen rc. überschrifrlich versehen, sondern mit fünf Tabellen untermischt sind, die den Kindern das Uebersetzungsgeschäft um so eher erleichtern, als sie hier vor den zu behandelnden Stücken, das Fürwort, Hauptwort und diese in ihrer Verbindung, so wie das Zeit- und Zahlwort abgeändert finden, und sie auf diese Weise, unter gehöriger Anleitung bald auch leichte Sätze vom Deutschen ins Hebräische übertragen lernen. Ueberhaupt können diese Hebungen in der jüdischdeutschen Elementarschule, wo ohnehin die Zeit zur Behandlung des mannigfaltigen Stoffes sehr sparsam zugemessen ist, passend zu Nebenzwecken gebraucht werden, als zu nützlicher Selbstbeschäftigung, Schreib- und Sprachübung im Allgemeinen, so wie zur Nachhilfe im Rechtschreiben und eignen Gedankenaufsatz insbesondere; auch hat der Lehrer der Unterklasse, wo durch den Anschauungsunterricht die gemeinnützigen Kenntniffe ihre Begründung erhalten sollen, namentlich Gelegenheit aus der Naturkunde manches Wissenswürdige einzuschalten, als S. 12 u. 13, wo von den Himmelkörpern, den Naturerscheinungen, von verschiedenen Thieren," Pflanzen und Steinen die Rede ist, so wie ihn die Aufzahlung der Tages- und Jahreszeiten, der Monate, Sabbat-, Fest- und Trauertage (S. 14) veranlassen, über diese und unsere Zeitrechnung sich mit seinen Schülern näher zu unterhalten. Daß nach solchen Vorübungen leichter zu den Uebersetzungen des Pentateuchs und der Gebete sortzuschreiten ist und diese dann mit mehr Erfolg betrieben werden können, namentlich wenn man auch hierbei elementarisch

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