Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1849-08-13 · Heft 33 (13.8.1849) · p. Seite 465

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
13 (1849)
Issue
Heft 33 (13.8.1849)
Date
1849-08-13
Page
Seite 465 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3225606-3225640--10388-3240436
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

465 Hauptlehrerin für die Handarbeiten in dem auf Krt. Mk. 700 taxirten Ertrage dieser Letzteren besteht. In 1848 ist ein verhältnißmäßig namhafter von 1847 übertragener Kaffen bestand auf Schulapparate und Utensilien verwendet worden. Die Verwaltung ist einer Direktion von sechs Personen, unter Borsitz eines Gemeindevorstehers, übergeben. Die Lehrgegenstände bestehen neben den Handarbeiten in Grammatik, Religionslehre, Gesang und den gewöhnlichen Elementarrealkenntnissen. Die Bekleidung der Schülerinnen dieses, so wie des im Folgenden erwähnten Instituts wird von dem Israelitischen Mädchenbekleidungsvereine besorgt. Blos der Vollständigkeit wegen, und obgleich sie mit der Gemeindeverwaltung in gar keiner Verbindung steht, erwähnen wir der „Unterrichtsanstalt sür arme jüdische Mädchen", welcher die Ehre gebührt, unter unseren Schulanstalten neuerer Richtung die älteste zu sein. Sie wurde schon 1798 durch Privatsubskription begründet, und existirt auf dieselbe Weise noch jetzt, nachdem sich ihr Fonds durch Legate und Geschenke auf Bko. Mk. 10,000 gehoben hat. Die Schülerinnenzahl beträgt durchschnittlich 70 und der Ausgabenelat geht auf 2500 Mk. Zu unserm Erziehungsdepartement zählen wir endlich noch den „Verein zur Beförderung nützlicherGewerbe unter den Israeliten", welcher jährlich Krt. Mk. 500 als Subsidie aus der Gemeindekasse bezieht, und dessen Rechnungen und Berichte ebenfalls von Zeit zu Zeit dem Publikum vorgelegt werden. Entstanden 1823 unter den allerungünstigsten Umständen, zu einer Zeit, als kaum noch ein Fünkchen von der Hoffnung vorhanden war, daß auch in Hamburg die Laufbahn des Handwerkers sich für den Juden öffnen würde, war das größte innere Hinderniß, mit dem er zu kämpfen hatte, der Mangel an ermuthigenden Vorbildern für die Heranwachsende Jugend. Trotzdem hat der Verein, obwol mit sehr schwerem Aufwande von Geld und Bemühungen, ganz beachtungswerthe Resultate geliefert, und ist zumeist die Ursache der erfreulichen Erscheinung, daß wir die uns nunmehr völlig geöffneten Pforten der Gewerbsthätigkeit mit einer namhaften Zahl tüchtiger und bereits etablirter Handwerker betreten. Unter den nunmehr glücklich, veränderten Umständen wird der Thätigkeit dieses Vereins, der bisher durchschnittlich jährlich Krt. Mk. 2500 bis 3000 verausgabt, und jetzt ein Vermögen von Bko. Mk. 30,000 hat, ein ausgedehntes Feld angewiesen sein, und mit Recht dürfen wir in der nächstfolgenden Periode weit zahlreicheren, wichtigeren Resultaten entgegensehen. Es stellen sich mithin die in unserer Gemeinde dem Erziehungswesen gewidmeten Gelder folgendermaßen: Talmud-Tora Schule Kapital. Krt. Mk. 30127. 2 Sch. (exkl. Haus) Jährliche Ausgabe circa Krt. Mk. 10000 Davon jährlich Zuschuß der Gemeindekasse. Krt.Mk. 6100».Baukosten Israelitische Freischule - 83972. 14 - (inkl. Haus) - 8000 - 2000 Mädchenschule der Gemeinde . - 10817. — - - 2400 - 1450 und Haus Unterrichtsanstalt für arme jüdische Mädchen - 12500. — - - 2500 Verein zur Beförderung der Gewerbe . . . - 30000. — - - 2800 500 Total Krt. Mk. 167417. — Sch.! Krt. Mk. 25700 Krt.Mk.10050 lleberdies Testamentengelder laut Tab. I Krt. Mk. 2159. 10 Sch. und die Fonds der Schülerbekleidungsvereine; (circa Krt. Mk. 31,000) und deren jährliche Einkünfte (circa Krt. Mk. 3400), ein um so anerkennenswertheres Resultat, da das Kapital fast gänzlich in diesem Jahrhundert gesammelt ist ‘). Wenn es gestaltet wäre, hier näher in unsere pädagogische Geschichte einzugehen, so müßten wir auch auf unsere Privatschulen Rücksicht nehmen; wir müßten erzählen, wie das allgemein bürgerliche und weltliche Wissen sich durch die unsäglichen Mühen, Käm- *) Auch der Zsr. Stipendienverein ist hier zu erwähnen, der jährlich ungefähr 1200 Mk. verausgabt und Krt. Mk. 18,000 Kapital besitzt. 33 *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.